Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ERSTFELD: «Eine Solaranlage lohnt sich fast immer»

Die Schweiz will die Energiewende anpacken. Solarenergie ist sauber und nachhaltig und wird immer günstiger. Experte David Stickelberger von Swissolar äussert sich am Solar-Apéro zur Zukunft der Solarenergie.
Eine Möglichkeit zum Ersatz von Öl- und Gas-Heizungen: Eine thermische Solaranlage. (Bild: PD)

Eine Möglichkeit zum Ersatz von Öl- und Gas-Heizungen: Eine thermische Solaranlage. (Bild: PD)

Die Gemeindewerke Erstfeld laden am Samstag zum Solar-Apéro ein (siehe Box). Experten erklären, was die Energiestrategie 2050 für die Solarenergie bedeutet und wie sich der Eigenverbrauch von Solarstrom optimieren lässt. Was bedeutet das Ja zur Energiewende für die Solarenergie? Im Interview gibt David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, Schweizer Fachverband für Sonnenenergie, Antworten auf brennende Fragen. Und er wagt einen energiepolitischen Ausblick ins Jahr 2050.

David Stickelberger, das Volk hat im Mai 2017 die Schweizer Energiestrategie 2050 gutgeheissen: Was bedeutet das Ja für die Solarenergie?

Es kam bei der Abstimmung klar zum Ausdruck, dass die Solarenergie ein zentrales Element der Energiestrategie ist. Wir brauchen ihren raschen Ausbau, um Atomkraft und fossile Energien zu ersetzen. Sie muss zur zweiten tragenden Säule unserer Energieversorgung neben der Wasserkraft werden. Zu einem Solar-Boom wird es allerdings vorderhand noch nicht kommen, weil die Fördermassnahmen im Rahmen der parlamentarischen Beratungen massiv zusammengestrichen wurden. Wir gehen davon aus, dass das Marktniveau etwa auf demjenigen von 2015 bleiben wird.

Warum soll sich jemand für eine Solarstromanlage entscheiden?

Eine Solaranlage lohnt sich fast immer – der selber produzierte Strom ist billiger als jener aus der Steckdose. Die Anlage produziert bei sehr tiefen Unterhaltskosten während mindestens 30 Jahren sauberen Strom. Und sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass man einen persönlichen Beitrag zu einer sicheren und sauberen Energieversorgung leisten will.

Wie präsentiert sich derzeit die Situation bei der Förderung von Solarstrom?

Das bisher wichtigste Förderinstrument auf nationaler Ebene, die kostendeckende Einspeisevergütung KEV, ist für heute geplante Fotovoltaik nicht mehr verfügbar. Stattdessen gibt es die Einmalvergütung, neuerdings für alle Anlagengrössen und nicht wie bisher nur bis 30 Kilowatt respektive 200 Quadratmeter. Die Förderung über die Einmalvergütung deckt ungefähr 25 Prozent der Investitionskosten ab. Hinzu kommen allfällige Förderbeiträge vom Kanton oder auch von der betreffenden Gemeinde.

Worauf ist zu achten, damit sich eine Solarstromanlage auszahlt?

Das Wichtigste ist ein optimierter Eigenverbrauch: Je mehr des selber produzierten Solarstroms zeitgleich verbraucht wird, desto rentabler. Erstens sollte die Anlage also so ausgelegt werden, dass sie zum Verbrauch passt. Zweitens können die Geräte im Haus so geschaltet werden, dass sie dann Strom verbrauchen, wenn Solarstrom produziert wird. Besonders geeignet dafür sind Wärmepumpen und Elektroboiler. Drittens kann man einen Batteriespeicher installieren, der die Produktionsspitze vom Mittag für den Abend speichert. Das ist heute noch nicht unbedingt lukrativ, aber die Kosten sinken rasant. Und viertens kann man – dank des neuen Energiegesetzes – nun Eigenverbrauchsgemeinschaften bilden, sei es in einem Mehrfamilienhaus oder auch mit benachbarten Häusern.

Wie sehen Sie die Energie­zukunft der Schweiz im Jahr 2050?

Solarstrom kann rund die Hälfte unseres Strombedarfs decken, allein mit Anlagen auf Dächern und Fassaden. Ich bin sicher, dass wir bis 2050 einen grossen Teil dieses Potenzials nutzen werden. Es wird Solarmodule zur Strom- und Wärmeproduktion in vielen Formen, Farben und Oberflächenstrukturen geben, die ganz selbstverständlich als Teil der Gebäudehülle eingesetzt werden. Ich schliesse aber auch nicht aus, dass es einzelne Solarkraftwerke in den Alpen geben wird, da diese hohe Erträge im Winter generieren. Ebenfalls wichtig für die winterliche Energieversorgung werden die Wasserkraftwerke sein, aber auch die Energiespeicherung in Form von Gas («Power to Gas»), die im Sommer aus überschüssigem Solarstrom gewonnen wurde. Was es unbedingt braucht, ist Kostenwahrheit im Bereich Energie. Denn fossile Energien und Atomstrom decken die durch sie verursachten Kosten und Schäden bei weitem nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.