Erstfeld erhält bald eine neue Attraktion

Der Startschuss für den Bau der «Ryyssboogäbriggä» ist erfolgt. Bereits Ende Mai soll Bauwerk fertiggestellt sein.

Urs Hanhart
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Adrian Arnold, Josef Zgraggen, Bruno Gamma, Heinz Keller, Heidi Z’graggen, Anita Zufluh, Pia Tresch, Stepahn Rohrer und Roman Verginer (von links) beim Spatenstich für die «Ryysboogäbriggä».

Adrian Arnold, Josef Zgraggen, Bruno Gamma, Heinz Keller, Heidi Z’graggen, Anita Zufluh, Pia Tresch, Stepahn Rohrer und Roman Verginer (von links) beim Spatenstich für die «Ryysboogäbriggä».

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 29. Januar 2020)

Trotz sehr garstiger Witterung mit Schneeregen und kalten Temperaturen griffen am Mittwoch Regierungsrätin Heidi Z’graggen sowie die Gemeindepräsidenten von Erstfeld, Pia Tresch, Attinghausen, Anita Zufluh, und Schattdorf, Bruno Gamma, auf der Westseite der Gotthard-Rastsätte in Fahrtrichtung Süd zu schaufeln und posierten damit. Auch die obligaten Bauhelme auf den Köpfen durften natürlich nicht fehlen.

Mit diesem symbolischen Akt gab das Quartett den offiziellen Startschuss für den Bau eines schon lange geplanten Gemeinschaftsbauwerks – die sogenannte «Ryysboogäbriggä». Diese wird dereinst für Fussgänger und Velofahrer die Überquerung der Reuss ermöglichen und einen direkten Zugang zum Höhlenweg auf der anderen Seite bieten. Geplant ist eine Spannbandbrücke mit einer Länge von 54Metern und einer Breite von 1,4 Metern. Konzipiert hat sie der renommierte Brückeningenieur Jürg Conzett, der allerdings nicht am Spatenstich teilnehmen konnte.

Verantwortliche haben langen Atem bewiesen

Als Bauherr tritt der Verein Gottardo-Wanderweg auf. Dessen Co-Präsident Josef Zgraggen zeigte sich am Mittwoch sehr erfreut, dass es mit dem lang ersehnten Bau nun endlich losgeht. «Es waren viele Sitzungen nötig, bis wir den Standort, die Bauherrschaft, Unterhalt und Eigentumsfragen geklärt hatten. Manchmal gab es sogar Momente, in denen wir nicht wussten, wie und ob es überhaupt weitergeht mit diesem Projekt. Was wir in Sachen Finanzierung unternommen haben, würde ein ganzes Buch füllen», sagte Zgraggen. Nun hätten sich die grossen Anstrengungen aber bezahlt gemacht. «Wenn das Wetter mitmacht und alles läuft wie geplant, ist das Bauwerk Ende Mai 2020 fertig», so Zgraggen.

Regierungsrätin Heidi Z’graggen lobte den grossen Einsatz aller Beteiligten, insbesondere der Gemeinden Erstfeld, Attinghausen und Schattdorf sowie der Gotthard-Raststätte. Die geplante Brücke stelle für alle drei Gemeinden eine Aufwertung dar. Die Standortgemeinde Erstfeld erhalte ein neues Highlight für Einheimische und Gäste. «Jürg Conzett ist ein sehr klingender Name. Mit ihm haben wir Gewähr, dass der Eingriff in die Natur sehr sorgfältig und sorgsam erfolgt», gab sich die Justizdirektorin überzeugt.

Erfolgreich verlaufenes Crowdfunding

Die Gesamtkosten der Brücke belaufen sich auf rund 700'000 Franken. Etwas über 200'000 Franken sind durch ein Crowdfunding, an dem sich über 300 Privatpersonen beteiligt haben, zusammengetragen worden. Den gleichen Betrag wird auch die Gotthard-Raststätte einschiessen. Für den Rest kommen die Gemeinden Erstfeld, Schattdorf und Attinghausen sowie der Kanton Uri auf.

In der zweiten Februar-Woche wird mit dem Aushub und den Betonarbeiten des Widerlagers auf der Seite Gotthard-Rastätte gestartet. Eine Woche später werden der Felsabtrag und die Betonarbeiten des Widerlagers beim Felskopf auf der Seite Hochweg erstellt. Die beiden Widerlager werden mit Ankern und Pfählen im Boden fundiert. Ab Mitte April werden die Tragseile der Spannbandbrücke montiert und mit beiden Widerlagern verbunden. Anschliessend erfolgt die Montage der Betonelemente, welche die Gehwegfläche der Brücke bilden. Zum Schluss werden dann noch die Geländer angebracht und diverse Fertigstellungsarbeiten vorgenommen.

Für den Langsamverkehr auf der Seite der Gotthard-Raststätte ist der Durchgang über die ganze Bauzeit gewährleistet. Allerdings kann es zu kurzen Wartezeiten kommen. Für den Felsabtrag, die Beton- und Ankerarbeiten muss der Hoch-Weg ab zirka Mitte Februar bis Mitte März gesperrt werden. Eine Umleitung wird vor Ort signalisiert. Diese erfolgt über den Reussdamm auf der Seite der Gotthard-Raststätte.

Die Brücke soll nach der Fertigstellung mit einem grossen Eröffnungsevent ihrer Bestimmung übergeben werden. Bei dieser Gelegenheit soll das Bauwerk auch getauft und der Gewinner des entsprechenden Wettbewerbs prämiert werden.