ERSTFELD: Erstfeld unterstützt Westafrika

Die Pfarrei hilft, Nahrungsengpässe in Burkina Faso zu vermeiden. Sie tut dies im Rahmen des diesjährigen Fastenopfers.

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Mehr zu essen dank der Unterstützung aus Erstfeld: zwei Bäuerinnen in Burkina Faso bei der Feldarbeit. (Bild: Fastenopfer)

Mehr zu essen dank der Unterstützung aus Erstfeld: zwei Bäuerinnen in Burkina Faso bei der Feldarbeit. (Bild: Fastenopfer)

Fastenopfer setzt sich für eine gerechtere Welt ein, in der die Menschen ein Leben in Würde führen, statt Hunger zu leiden. Die ökumenische Kampagne stellt dieses Jahr die Verantwortung ins Zentrum. Alle tragen Verantwortung, und zwar überall: in der Familie, in der Schule, bei der Arbeit, beim Sport. Immer geht es darum, die Konsequenzen der eigenen Handlungen und Entscheide zu bedenken – für sich selber, aber auch für das eigene Umfeld.

Die ökumenische Kampagne basiert auf der engagierten Arbeit von Pfarreien. In den sechs Wochen vor Ostern, also noch bis am 27. März, sammeln sie Kollekten, laden zu Suppentagen ein, verkaufen Rosen und führen andere Aktionen durch. Damit tragen sie das Anliegen von Fastenopfer in die Öffentlichkeit– und sammeln finanzielle Mittel, damit sich Fastenopfer für weltweite Gerechtigkeit einsetzen kann.

Eines der ärmsten Länder

So unterstützt die Pfarrei Erstfeld in der diesjährigen ökumenischen Kampagne gezielt ein Projekt von Fastenopfer in Burkina Faso, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. 90 Prozent der Bevölkerung des westafrikanischen Staates leben von der Land- und der Viehwirtschaft. Fastenopfer unterstützt die Bevölkerung dabei, Nahrungsengpässe zu vermeiden. Diese gibt es in den zwei bis drei Monaten pro Jahr, wenn die Getreidespeicher leer und die neue Ernte noch nicht bereit ist. Die sonst schon kargen Böden leiden infolge des Klimawandels unter lang andauernden Trockenperioden. In den Projekten von Fastenopfer lernen die Kleinbauern­familien, mit diversen Massnahmen die ausgelaugten Böden wieder fruchtbar zu machen: Steinmäuerchen, Kompost und verbessertes Saatgut tragen dazu bei, die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. Auch Spargruppen, Gemeinschaftsspeicher und alternative Einkommensquellen stabilisieren die ökonomische Situation der Familien und fördern die Solidarität untereinander. Dies ist auch wichtig für ein friedliches Miteinander: Durch die gemeinsame Verwaltung der Ressourcen kommt ein Dialog zwischen Viehzüchter- und Bauern­familien in Gang, und es gibt weniger Konflikte um die Landnutzung, wie dies früher der Fall war.

Einsatz für gerechte Strukturen

Das Hilfswerk Fastenopfer begleitet mit Partnerorganisationen 420 Projekte in 14 Ländern. Dabei geht es beispielsweise um Kurse in nachhaltiger Landwirtschaft oder die Begleitung von Spargruppen, die den direkt Bedürftigen an der Basis zugutekommen, meist Kleinbauernfamilien. Neben der Projektarbeit vor Ort setzt sich Fastenopfer in der Schweiz und weltweit für gerechte Strukturen in Wirtschaft und Politik ein. Die Informationsarbeit regt an, sich mit den Lebensbedingungen benachteiligter Menschen auseinanderzusetzen. Dazu gehören auch die Auswirkungen des Abbaus von Rohstoffen für die lokale Bevölkerung.

Volksinitiative wird unterstützt

Die Verantwortung für Menschenrechte und Umwelt weltweit steht im Zentrum der ökumenischen Kampagne 2016. Unter die Lupe genommen werden Schweizer Unternehmen, konkret deren Goldgeschäfte. Häufig verletzen die internationalen Unternehmen Menschenrechte und verschmutzen die Umwelt. Partnerorganisationen von Fastenopfer berichten, wie diese Missstände die Armut der ansässigen Familien verschärfen und ihre Arbeit beeinträchtigen. Die ökumenische Kampagne bietet auch Handlungsmöglichkeiten: Sie fordert zur Unterzeichnung der Konzernverantwortungsinitiative auf und unterstützt so erstmals eine Volksinitiative.

red.