Erstfeld steht vor massiver Steuererhöhung

Die Gesamterneuerung der Schulanlagen Erstfeld hätte nach der Finanzplanung ab dem Jahr 2023 eine Steuererhöhung um 17 Prozentpunkte auf 120 Prozent zur Folge.

Paul Gwerder
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Die Erstfelder könnten bald sehr viel höhere Steuern zahlen. (Bild: Boris Bürgisser / LZ)

Die Erstfelder könnten bald sehr viel höhere Steuern zahlen. (Bild: Boris Bürgisser / LZ)

89 Personen, darunter fünf nicht Stimmberechtigte, nahmen am Mittwoch an der Gemeindeversammlung in Erstfeld teil. Sie wurden darüber orientiert, dass eine Planungskommission nun eine Gesamtschau über die Sanierung der Schulanlagen und dem Ersatzneubau neben dem Jagdmattschulhaus erstellt hat. Gerechnet wird mit Kosten von 25 Millionen Franken. Dazu fanden zwei Orientierungsveranstaltungen statt. «Aufgrund der eingegangenen Rückmeldungen wird der Gemeinderat im Januar entscheiden, in welcher Form er das Projekt an die Urne bringen wird», erklärte die Gemeindepräsidentin Pia Tresch.

Die Hiobsbotschaft überbrachte Gemeindeverwalter Theo Bissig: «Gemäss unserer Investitionsplanung würde es bei einer Annahme des gesamten Schulhausprojektes nach heutigem Wissensstand zu einer Steuererhöhung um 17 Prozentpunkte auf 120 Prozent ab dem Jahr 2023 kommen». Dies widerspricht dem Ziel, den Steuerfuss langfristig im Bereich der Urner Talgemeinden anzustreben.

Budget wird genehmigt, ohne Steuererhöhung

Vorerst bleibt der Steuerfuss aber bei 103 Prozent. Den Budgets für die Einwohnergemeinde, das Heim Spannort und die Wasserversorgung  wurde ohne eine einzige Wortmeldung zugestimmt. Ebenfalls einstimmig ist die Einzonung der Parzelle im Niederhofen, sowie die Umzonung der Parzelle 520 im Bärenboden angenommen worden.

Erstfeld rechnet 2020 mit Mehreinnahmen

An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch sind sieben Geschäfte traktandiert, darunter auch die positiven Budgets 2020. Zudem geht es um höhere Entschädigungen für Personen in Nebenämtern oder im Stundenlohn.

Der Gemeinderat beantragte eine Anpassung der Amtsentschädigungen und der Stundenlöhne für Gemeindebehörden. So erhalten Schulräte künftig 800 Franken mehr Lohn. Allerdings gilt die Lohnerhöhnung nicht für den Schulverwalter. Begründet wurde dies damit, dass die  Verwaltung der Schulhausliegenschaften an die Bauabteilung abdelegiert worden war. Damit war die FDP nicht einverstanden. Sandro Epp stellte den Antrag, die Lohnerhöhung auch dem Schulverwalter einzugestehen. Bei einem Gespräch im Rahmen einer Parteiversammlung habe der Verwalter aufgezeigt, dass die Arbeitsentlastung geringe Auswirkungen habe, führte Epp aus. Die Abstimmung fiel äusserst knapp aus, sodass dreimal gezählt werden musste. Der Antrag der FDP unterlag dabei mit 33 zu 35 Stimmen.

Suche nach Verwaltungsrat kommt nicht nur gut an

Agnes Dittli Epp ist neu für den zurücktretenden Bernhard Indergand als Präsidentin des Verwaltungsrates Spannorts gewählt worden. Zudem ziehen Isabelle Tresch-Huber und Oliver Zgraggen-Herzig neu in den Verwaltungsrat. Das bisherige Mitglied Donat Keusch wurde bestätigt, während Karl Schuler-Sonderegger nicht mehr kandidierte.

Bernhard Indergand, aktueller Verwaltungsratspräsident des «Spannorts», informierte, dass bei einer Befragung der Mitarbeiter eine sehr grosse Zufriedenheit herausgekommen sei. Es wurde in letzter Zeit von verschiedener Seite bemängelt, dass sich der Verwaltungsrat selber um die Nachfolgeplanung kümmert, statt die Ortsparteien. Dazu erklärte Indergand: «Für uns ist bei einem Mitglied im Verwaltungsrat eine fachliche Kompetenz viel wichtiger als die Parteizugehörigkeit».

Pumpwerk kann nun besichtigt werden

Peter Dittli, Geschäftsführer der Gemeindewerke, orientierte die Versammlung, dass die Totalsanierung des Grundwasserpumpwerkes Jagdmatt abgeschlossen sei. Am Samstag, 14. Dezember kann die Bevölkerung dieses Werk zusammen mit der neuen WC-Anlage beim Spielplatz Jagdmatt besichtigen. Und schon in einer Woche wird die neue Trafostation für die Kraftwerkzentrale in Ripshausen geliefert und kann Ende Februar in Betrieb genommen werden.

Im Verwaltungsrat der Gemeindewerke gab es nur eine Änderung. Für Peter Epp-Dittli, der den Rücktritt gegeben hat, ist neu Markus Infanger-Epp in den Verwaltungsrat gewählt worden. Präsidentin Karin Gaiser Aschwanden, Marco Zanolari-Bissig, Alois Zgraggen-Stadler, Markus Frei-Aschwanden und der Vertreter der Gemeinde, Theo Bissig-Walker, sind einstimmig für die Amtsperiode 2020/2021 wiedergewählt worden.

«Milchküche» kann verlegt werden

Der traditionelle Weihnachtsmarkt wird am 11. Dezember stattfinden, der Spatenstich für das neue Pfadiheim im Bärenboden am 15. Dezember. Die SBB hat dem Gemeinderat definitiv mitgeteilt, dass sie bereit sind, über eine mögliche Verlegung der «Milchküche Chez SBB» zu verhandeln. Damit könnte der Zugang zu der geplanten Fussgängerunterführung, über die am 24. November abgestimmt wird, besser gestaltet werden.

Bei der geplanten Sanierung der Kantonsstrasse wird im Bereich Birtschen ein Installationsplatz eingerichtet und im ehemaligen Fotogeschäft neben der UKB wird kommenden Monat das Baubüro bezogen. Dort wird es auch eine Infostelle für die Bevölkerung geben.