ERSTFELD: Ghadhafi und Ignaz sorgen für Lacher

26 Nummern stark war der Erstfelder Fasnachtsumzug. Schweinegrippe, der Besuch der Russen, das Rauchverbot und das Silener Wasser dominierten.

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Sauglatte Nummer am Umzug. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Sauglatte Nummer am Umzug. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Der kleine Pirat hüpft aufgeregt von einem Bein aufs andere. «Jetz gaht?s gly los», freut er sich. Die «KröntäGuggä» eröffnet den Umzugsreigen am Sonntagnachmittag in Erstfeld. Eine lange, schwarze Edellimousine kündigt hohen Besuch aus Russland an. Für den Staatsbesuch werden die Erstfelder gebeten, Fenster und Rolläden zu schliessen.

Kaffee gegen die Kälte
«Alles durä impfä», empfiehlt der nächste Wagen. Nach dem Kampf gegen die Schweinegrippe klafft im Umzugsablauf eine Lücke. Es dauert, bis die nächste Nummer folgt. «Mammi, wänn gahts wytter», fragt der kleine Pirat. Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen werden ungeduldig und hüpfen von einem Bein aufs andere. Nicht weil sie aufgeregt sind, sondern weil sie kalt haben.
Dann geht es endlich weiter. Glücklicherweise haben die Narren viele Mittelchen gegen die Kälte. Fleissig verteilen sie heissen Kaffee oder Tee. Und so können sich schliesslich alle an den nächsten Umzugsnummern freuen.

Zwei Sammelwagen
Die Themen von weltbewegend bis lokal folgen Schlag auf Schlag: Ghadhafis Konflikt mit der Schweiz, Nacktwanderer, das Rauchverbot und die Tücken des Alarmsystems Mikado. Ignaz ballert auf einem Fasnachtwagen, als würde er im Wilden Westen leben.
Sechs Guggenmusiken schränzen um die Wette, und auch die Katzenmusik darf nicht fehlen. Zu guter Letzt wartet der Erstfelder Umzug mit einer Besonderheit auf. Es gibt nämlich zwei Sammelwagen. Nebst Geld wird Wasser gesammelt. Die «Kröntä»-Oldies haben Erbarmen mit den Problemen der Silener. Bei ihnen heisst die Sammelaktion: «Jedä Tropfä zählt.»

Markus Zwyssig