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ERSTFELD: Kauf durch die Korporation Uri soll die Landwirtschaft stärken

Die Korporation Uri soll der Alptransit Gotthard AG zwei Landwirtschaftsparzellen in Erstfeld abkaufen. Der Engere Rat will damit ein Zeichen setzen für Pacht- und Familienbetriebe.
Carmen Epp
Die Einnahmen des 2017 neu eröffneten Steinbruchs Standel sorgen für ein positives Budget der Korporation Uri. (Bild: PD (Wassen, 20. Mai 2017))

Die Einnahmen des 2017 neu eröffneten Steinbruchs Standel sorgen für ein positives Budget der Korporation Uri. (Bild: PD (Wassen, 20. Mai 2017))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Für den Bau des Gotthard-Basistunnels hat die Korporation Uri der Alptransit Gotthard (ATG) Land abgetreten. In der Zwischenzeit hat die Korporation Uri ihren damaligen Landanteil fast vollständig zurückerhalten.

Nun sollen weitere Landflächen hinzukommen. Die ATG bietet der Korporation Uri zwei zusätzliche Parzellen in Erstfeld mit einer Fläche von 28399 Quadratmetern für 175600 Franken zum Kauf an. Es handelt sich um das Land zwischen dem Quartier Birtschen und dem Nordportal des Gotthard-Basistunnels.

Der Engere Rat hat das Angebot geprüft und beantragt dem Korporationsrat an seiner Sitzung vom Freitag, 1. Dezember, den Kauf zu tätigen.

Korporation Uri will Kulturland erhalten

Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht sieht vor, landwirtschaftliche Grundstücke nur noch Selbstbewirtschaftern zugänglich zu machen. Damit dürfte die Korporation Uri das Land gar nicht kaufen. Das Gesetz sieht jedoch Ausnahmen vor, in denen eine Selbstbewirtschaftung nicht erforderlich ist. Dann nämlich, wenn das zu kaufende Land dazu dient, bestehende Pacht- und Familienbetriebe zu erhalten oder strukturell zu verbessern.

Genau das wolle man tun, wie der Engere Rat schreibt. Die Korporation Uri sei ein Garant dafür, dass Flächen der Landwirtschaft nicht entzogen werden und damit Pächter und Familienbetriebe gestärkt werden. Ein Rechtsgutachten bestätige, dass die Korporation Uri das von der ATG angebotene Land kaufen könne. Die beiden Grundstücke werden bereits landwirtschaftlich bewirtschaftet. Die Korporation Uri habe mit dem Bewirtschafter bereits eine Gebrauchsleihe abgeschlossen.

Der Engere Rat stellt dem Korporationsrat den Antrag, die beiden Parzellen zu kaufen und ins Verwaltungsvermögen aufzunehmen. Ausserdem soll dem Engeren Rat die Kompetenz eingeräumt werden, weitere Parzellen Landwirtschaftsland im Rahmen des Rückbaus der Neat-Installationsplätze in Schattdorf und Erstfeld zu erwerben.

Ein weiteres, für die nächste Sitzung des Korporationsrats traktandiertes Geschäft sieht ausserdem den Kauf einer Parzelle in Erstfeld vor. Der Eigentümer möchte die 14974 Quadratmeter grosse Landwirtschaftsfläche mit dem dazugehörigen Schopf verkaufen. Für die Korporation Uri eine optimale Gelegenheit, wie der Engere Rat schreibt. Das Grundstück grenzt an die Korporationsliegenschaft Seewadi, deren Betrieb durch den Zukauf des Grundstücks strukturell verbessert werden könne. Der bisherige Pächter des Landes wird beibehalten. Die Kosten für die Liegenschaft samt Schopf belaufen sich auf zirka 66396 Franken.

Wasserzinsen sorgen für erfreuliches Budget 2018

Der Engere Rat unterbreitet dem Korporationsrat ausserdem den Voranschlag 2018. Dieser kann einmal mehr mit erfreulichen Zahlen aufwarten: So rechnet die Korporation Uri fürs kommende Jahr bei einem Aufwand von 5,287 Millionen mit einem Plus von 222985 Franken.

Zwar nimmt der Ertrag im kommenden Jahr um 1,052 Millionen Franken ab. Dies jedoch nur, weil im Budget des Vorjahres noch eine Entschädigung von 1,8 Millionen Franken aus dem Heimfallverzicht des Kraftwerks Gurtnellen enthalten war. Wird dieser Betrag ausgeklammert, steigt der Ertrag des Budgets 2018 um 747270 Franken.

Als Gründe für diese positiven Zahlen nennt der Engere Rat den Abschluss diverser Projekte. So spült das Kraftwerk Bristen seit diesem und das Kraftwerk Gurtnellen ab 2018 Wasserzinsen in die Kasse der Korporation Uri. Dadurch steigen die Einnahmen aus den Wasserkonzessionen gegenüber dem Vorjahresbudget um 533000 Franken. Im Standel in Wassen kann mit dem Steinabbau begonnen werden, was sich ebenfalls positiv auf die Einnahmen der Korporation Uri auswirkt. Und schliesslich bringt die gut angelaufene Vermietung der Wohnungen an der Bötzlingerstrasse in Schattdorf im kommenden Jahr 170000 Franken mehr ein.

Längerfristig sieht der Engere Rat jedoch «dunkle Wolken am finanziellen Horizont der Korporation Uri aufziehen», wie es in der Pressemeldung heisst. Die politisch diskutierte Reduktion der Wasserzinsen dürfte gemäss einer internen Berechnung zu Mindereinnahmen von jährlich zirka 500000 Franken führen. Damit würde sich der Gewinn der Korporation Uri «quasi in Luft auflösen», heisst es.

Neben dem Kauf der zwei Landwirtschaftsparzellen, dem Budget 2018 berät der Korporationsrat an seiner Sitzung vom Freitag, 1. Dezember, auch über das Budget des Alters- und Pflegeheims Rosenberg, eine gegenstandslos gewordene Verwaltungsbeschwerde sowie über eine Allmendvergabung an die Milchgenossenschaft Usseräbnet-Surenen.

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