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ERSTFELD: Lösung am Alpbach gefunden

Das Trinkwasser kann gesichert werden, auch wenn Strom produziert wird. Nur im Winter wird es zu Einschränkungen für das neue Kraftwerk kommen.
Florian Arnold
Ein Kraftwerk am Alpbach bleibt eine realistische Idee. (Bild Neue UZ)

Ein Kraftwerk am Alpbach bleibt eine realistische Idee. (Bild Neue UZ)

Florian Arnold

Trinkwasser- und Energiegewinnung am Alpbach sind nun doch nebeneinander möglich. Zu diesem Schluss kommen die Baudirektion und das Amt für Umweltschutz. Sie haben das Projekt betrieblich und baulich so angepasst, dass die Trinkwasserquellen im heutigen Rahmen weiter genutzt werden können, gleichzeitig aber auch Wasserkraft gewonnen werden kann.

Finanziell lukrativ

Seit Jahren spielt die Regierung mit dem Gedanken, den Alpbach im Erstfeldertal für die Stromproduktion zu nutzen. Denn dieser weist im Kanton Uri das grösste noch ungenutzte Potenzial für die Wasserkraft auf. Seit mehreren Jahren arbeiteten die Gemeindewerke Erstfeld (GWE), die Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) und der Kanton Uri sowie die Korporation Uri an einem Partnerwerk, um die Wasserkraft des Bachs gemeinsam zu nutzen. Neben dem umweltfreundlich produzierten Strom würde die Nutzung des Alpbachs finanzielle Vorteile bringen – für den Kanton insbesondere in Form von Wasserzinsen und Energieeinnahmen.

Das Projekt stiess jedoch in der Vergangenheit in der Gemeinde Erstfeld auf Widerstand. Hauptgrund war die Befürchtung, dass die Trinkwasser­quellen im Erstfeldertal nicht mehr im gleichen Ausmass wie heute genutzt werden können. Das vorgeschlagene Trinkwasser-Ersatzkonzept der Urner Regierung wurde abgelehnt. Aufgrund dieser intensiven politischen Debatte in den vergangenen zwei Jahren wurde das Projekt Alpbach nochmals grundlegend überarbeitet. «Die Anliegen der Standortgemeinde wurden dabei sehr ernst genommen», heisst es in einer Medienmitteilung der Regierung.

Im Sommer reichen Quellen

Der neue Lösungsansatz geht dahin, die Trinkwasserquellen zu erhalten und trotzdem Wasserkraft für Stromproduktion nutzen zu können. «Es hat sich klar gezeigt, dass eine Gefährdung der heute für das Trinkwasser genutzten Quellen mit Anpassungen auf beiden Seiten ausgeschlossen werden kann», so die Regierung. Dabei habe die Nutzung des Trinkwassers absolute Priorität. «Eine Doppelnutzung des Wassers ist somit möglich.» Die Doppelnutzung basiert auf strengen betrieblichen und baulichen Vorgaben für die Wasserkraftnutzung. So werden im Winter keine Unterhaltsmassnahmen an der Fassung erlaubt sein, und es muss genügend Restwasser im Alpbach verbleiben. Das kann die Stromproduktion einschränken. Im Sommer ist der Trinkwasserbedarf mit den Quellen Helltal und Kleeberg gedeckt, die vom Alpbach nicht beeinflusst sind. Somit kann dann das Alpbach-Wasser für die Wasserkraftgewinnung genutzt werden.

«Aufgrund der neuen Ausgangslage hat die Regierung entschieden, die Wasserkraftnutzung am Alpbach weiterhin anzustreben», so die klare Ansage. Der Alpbach bleibe daher auch nach wie vor im Schutz- und Nutzungskonzept für erneuerbare Energien (Snee) enthalten, wie dies im Vertrag mit der Korporation Uri vereinbart wurde. «Mit der geplanten Doppelnutzung besteht die Grundlage für einen tragfähigen Kompromiss», so die Regierung.

Jetzt wird verhandelt

Auch das Bundesamt für Umwelt biete Hand für die Lösung. «Der Regierungsrat will die neue Möglichkeit der Doppelnutzung in den nächsten Wochen und Monaten vertieft mit den Gemeindebehörden und den verschiedenen Interessengruppen diskutieren und den Weg für einen politischen Konsens ebnen.»

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