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ERSTFELD: Neue Spezialfahrzeuge: Unterhalt des Gotthard-Basistunnels wird effizienter

Das EIZ hat sechs neue Spezialfahrzeuge für den Unterhalt im Gotthard-Basistunnel erhalten. Zwei davon haben einen Urner Namen.
Urs Hanhart
Gestern wurden die ersten sechs von dreizehn Spezialfahrzeugen eingeweiht. (Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 15. Dezember 2017))

Gestern wurden die ersten sechs von dreizehn Spezialfahrzeugen eingeweiht. (Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 15. Dezember 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Auf dem weitläufigen Areal des Erhaltungs- und Interventionszentrums (EIZ) der SBB in Erstfeld sind neuerdings sechs knallgelb lackierte Zugkompositionen stationiert. Sie stechen mit ihrer auffälligen Farbgebung richtiggehend heraus.

Was es mit den Gefährten auf sich hat, erklärte Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur bei den SBB, gestern an einer Medienkonferenz, die im EIZ abgehalten wurde: «Damit die SBB den Gotthard- und Ceneri-Basistunnel optimal unterhalten können, haben sie dreissig Spezialfahrzeuge beschafft. Ein Teil davon ist bereits im Einsatz. Mit einer Verzögerung von zwei Jahren übernehmen die SBB nun sechs Erhaltungsfahrzeuge mit Zweikraftantrieb.»

Fahrzeuge werden ab Januar eingesetzt

Die Auslieferung von 17 Spezialwagen ohne Antrieb, zu denen die mobilen Erhaltungstore, ­Modultragwagen und Korbtragwagen gehören, hat wie geplant 2015 und 2016 stattgefunden. Bei der Lieferung der dreizehn Basisfahrzeuge kam es hingegen zu einer Verzögerung von zwei Jahren. Der Grund dafür waren einerseits Engineering-Probleme des Lieferanten (Firma Harsco Rail) und andererseits Beschaffungsengpässe bei den Elektrokomponenten. Während der langen Verzögerungsphase stellten die SBB die Unterhaltsarbeiten im Gotthard-Basistunnel notgedrungen mit Ersatzfahrzeugen sicher. Die neuen Spezialfahrzeuge sind gemäss Gauderon eine wichtige Voraussetzung, damit der Gotthard- und später auch der Ceneri-Basistunnel erhalten werden können.

«Nur ein optimal unterhaltener Tunnel garantiert den Kunden einen einwandfreien, sicheren und pünktlichen Bahnbetrieb auf der Nord-Süd-Achse», betonte er. Gestern haben die SBB die ersten sechs der insgesamt dreizehn Basisfahrzeuge übernommen. Zuvor waren mehrmona­tige intensive Leistungstests durchgeführt worden. Ab dem kommenden Januar werden die eigens für den längsten Eisenbahntunnel der Welt konzipierten und gebauten Spezialfahrzeuge, die sowohl elektrisch ab Fahrdraht als auch mit einem Diesel-Powerpack-Motor angetrieben werden können, eingesetzt.

Die Beschaffungskosten für die insgesamt 30 Spezialfahrzeuge belaufen sich auf 110 Millionen Franken, wobei rund 40 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz bleiben, da namhafte Schweizer Zulieferer am Projekt beteiligt sind.

Erstmals mit automatischer Kupplung

Gauderon wies darauf hin, dass der Gotthard-Basistunnel besondere Anforderungen an die Erhaltungsarbeiten stelle. Der Zugang zu den verschiedenen Arbeitsstellen sei grösstenteils nur über die Schiene und von den beiden Portalen her möglich. Mit den neuen Erhaltungsfahrzeugen könne man in unterschiedlichen Kompositionen in die Röhren einfahren. Zudem bestehe die Möglichkeit, diesen in einzelne Teilzüge zu trennen und elf Baustellen zu versorgen. Der eigentliche Clou ist eine erstmals bei Erhaltungsfahrzeugen eingesetzte automatische Kupplung, die eine Trennung der Teilzüge per Knopfdruck ermöglicht «Dies spart Zeit und erhöht zudem die Arbeitssicherheit», so Gauderon.

Erstfeld und Wassen als Namensgeber

Nach einem Rundgang im EIZ und der Vorstellung der Erhaltungsfahrzeuge durch verschiedene Experten folgte gestern noch ein Taufakt für die ersten sechs Basisfahrzeuge, und zwar auf die Namen Erstfeld, Wassen, Airolo, Ambri-Piotta, Giornico und Biasca. Als Taufpaten agierten die Gemeindepräsidenten der entsprechenden Gemeinden. Dass alle diese Orte an der alten Gotthard-Bergstrecke liegen, war kein Zufall – Gauderon: «Wir von den SBB wollen unsere Verbundenheit mit der Gotthardregion bekräftigen. Deshalb werden alle Basisfahrzeuge nach Bahnstationen der Bergstrecke getauft.»

Die restlichen sieben Fahrzeuge werden die SBB voraussichtlich im nächsten Frühling im Erhaltungs- und Interventionszentrum in Biasca taufen.

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