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ERSTFELD: Promis wagen sich an Neat-Direttissima

Bis zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels dauerts noch ein paar Monate. Die fast gleiche Linie ist nun schon bezwungen, wenn auch in höheren Gefilden.
Urs Hanhart
Stabsübergabe auf rund 1300 Metern über Meer: Das Bike-Team um Linda Indergand überreicht SBB-CEO Andreas Meyer (links) auf der Alp Hinter Etzliboden einen Teil des Kunstwerks, das später in Sedrun zusammengeführt wird. (Bild Urs Hanhart)

Stabsübergabe auf rund 1300 Metern über Meer: Das Bike-Team um Linda Indergand überreicht SBB-CEO Andreas Meyer (links) auf der Alp Hinter Etzliboden einen Teil des Kunstwerks, das später in Sedrun zusammengeführt wird. (Bild Urs Hanhart)

Es ist Freitagmorgen, und der Tag bricht an. Kurz vor 7 Uhr bereitet sich ein Biker-Trio beim Nordportal des Gotthard-Basistunnels in Erstfeld auf eine ganz spezielle Tour vor. Es handelt sich um die Urner Mountainbikerin Linda Indergand, die kürzlich den WM-Titel in der Disziplin Eliminator geholt hat, deren ebenfalls sehr erfolgreichen bikenden Bruder Reto Indergand, der noch mit einer kleinen Kamera ausgerüstet wird, und den Glarner René Zimmermann.

Wie geplant Punkt 7 Uhr machen sich die drei auf den Weg Richtung Süden. Ihr Ziel ist die rund 900 Meter höher gelegene Alp Hinter Etzliboden. «Für die 17 Kilometer lange Strecke bis dorthin haben wir eine Stunde und 45 Minuten Zeit», rechnet Reto Indergand vor. «Das sollten wir eigentlich locker schaffen.» Während sich das Biker-Trio in den teils sehr steilen Steigungen abrackert, versammelt sich an dessen Zielpunkt eine Gruppe von Bergsteigern, die den Staffelstab beziehungsweise einen kleinen mitgeführten Stein aus Urner Granit dort oben übernehmen wird.

Reto Indergand wird vor dem Start mit einer Kamera ausgerüstet. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
René Zimmermann (links), Linda Indergand (rechts) und Reto Indergand vor dem Start zu ihrem Abschnitt. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
René Zimmermann (links), Linda Indergand (rechts) und Reto Indergand vor dem Start zu ihrem Abschnitt. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Reto Indergand, Linda Indergand und René Zimmermann (von links). (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Andreas Meyer, CEO SBB, und die Biker Rene Zimmermann und Linda Indergand (von links) auf dem Hinter Etzliboden. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Der Urner Ständerat Isidor Baumann (rechts) und SBB-CEO Andreas Meyer diskutieren angeregt. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Sie sind mit dem Velo unterwegs: René Zimmermann, Reto und Linda Indergand (von links). (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die Gruppe auf dem Hinter Etzliboden bei Erstfeld. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Unter der Führung des international renommierten Bergsteigers Dani Arnold machte sich die Gruppe, der auch SBB-CEO Andreas Meyer und Toni Eder, Vizedirektor des Bundesamtes für Verkehr, angehörte, auf den Weg Richtung Sedrun. Nach über acht Stunden Marschzeit in teils unwegsamem, dem Tunnelverlauf entsprechenden Gelände wird die Gruppe um 17 Uhr in Sedrun eintreffen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Bild: Gotthardo 2016
Bild: Gotthardo 2016
Bild: Gotthardo 2016
Bild: Gotthardo 2016
Bild: Gotthardo 2016
Bild: Gotthardo 2016
15 Bilder

Direttissima über den Gotthard

Föhn sorgt für ungleiche Spiesse

Die Mountainbiker und Bergsportler absolvieren eine ganz spezielle Direttissima. Unter dem Motto «Oben drüber statt unten durch» folgen sie an dem aussergewöhnlichen Staffellauf möglichst exakt dem Linienverlauf des neuen Basistunnels im Gelände. Nach 10 Stunden vom Norden beziehungsweise 13 Stunden vom Süden treffen sich alle Athleten in Sedrun zu einem gemeinsamen Schlussfest. So ist es jedenfalls geplant. Allerdings haben jene Sportler, die schon um 4 Uhr in der Früh beim Südportal in Bodio gestartet sind, wegen einer Süd-Föhnlage mit überaus garstigen Bedingungen zu kämpfen. Strömender Regen und in höheren Lagen starker Schneefall machen ihnen das Leben schwer.

Viel wandern und wenig klettern

Da haben jene Athleten, die von Norden her angreifen, geradezu ideale Bedingungen. Es ist zwar empfindlich kalt, dafür aber trocken. Zur zehnköpfigen Alpinisten-Gruppe, die auf das Eintreffen der Biker wartet, gehören auch SBB-CEO Andreas Meyer und der Urner Ständerat Isidor Baumann. Angeführt wird sie vom international renommierten Urner Bergsteiger Dani Arnold, der unter anderem den Speed-Rekord an der berühmt-berüchtigten Eigernordwand hält. Bevor es losgeht, gibt er der Truppe noch einige Instruktionen. Zum bevorstehenden Trip sagt er: «Es handelt sich vorwiegend um eine Wandertour. Sie beinhaltet nur eine kurze, nicht sonderlich anspruchsvolle Kletterstelle. Insgesamt müssen wir 1400 Höhenmeter überwinden, wobei sich der Kulminationspunkt beim Chrüzli­stock auf 2700 Metern befindet. Oben dürfte es wegen des Föhns recht stürmisch werden. Heute nehmen wir es betont gemütlich, denn schliesslich wollen wir keinen Rekord aufstellen, sondern diese Tour ausgiebig geniessen.» SBB-Chef Meyer kann es kaum erwarten: «Ich bin extrem gerne im Urnerland unterwegs und freue mich auf einen lässigen Tag sowie ein tolles Erlebnis.» Bundesparlamentarier Baumann verrät bevor es losgeht, seinen Weggefährten: «Ich bin als Ersatzmann für die Urner Regierung mit dabei. Von der Exekutive konnte oder wollte keiner mitmachen. Da bin ich sehr gerne in die Bresche gesprungen. Ich hoffe, dem Kanton Uri Ehre zu machen.»

Symbolischer Akt am Zielort

Kaum ist die Vorstellungsrunde vorüber, trifft auch schon das illustre Biker-Trio ein. Es ist sogar einige Minuten unter der Marschtabelle geblieben. Nach einem kurzen Schwatz mit den Bikern und der Übernahme des Granits macht sich die Alpinisten-Gruppe auf die Socken.

Acht Stunden später ist es geschafft und der Zielort Sedrun erreicht. SBB-Chef Andreas Meyer und Alptransit-Verwaltungsratspräsident Werner Marti, der mit der Süd-Gruppe unterwegs war, fügen beim Schlussfest in einem symbolischen Akt die beiden Staffelsteine aus Urner und Tessiner Granit zu einem Kunstwerk zusammen. Die Skulptur, die von einem Bündner Künstler entworfen wurde, soll Sinnbild sein für die neue leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung durch den Gotthard-Basistunnel.

Urs Hanhart

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