Erstfeld rechnet 2020 mit Mehreinnahmen

An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch sind sieben Geschäfte traktandiert, darunter auch die positiven Budgets 2020. Zudem geht es um höhere Entschädigungen für Personen in Nebenämtern oder im Stundenlohn.

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In Erstfeld wird an der Gemeindeversammlung über die Budgets 2020 befunden. (Bild, Boris Bürgisser, Erstfeld, 10. November 2019)

In Erstfeld wird an der Gemeindeversammlung über die Budgets 2020 befunden. (Bild, 
Boris Bürgisser, Erstfeld, 10. November 2019)

(mh/bar) Zuhanden der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 20. November, beantragt der Gemeinderat eine Anpassung der Amtsentschädigungen und Stundenlöhne. Erhöhungen sollen bei den Amtsentschädigungen des Gemeinderats, des Schulrats, der Baukommission und des Feuerwehrkommandos sowie bei den Ansätzen des Verwaltungsrats der Gemeindewerke und des Alters- und Pflegeheims Spannorts erfolgen.

«Die vorgesehenen Anpassungen sind moderat», schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Abgegolten wird insbesondere der erhöhte Aufwand für die Sitzungsvorbereitung. Für die Einwohnergemeinde entstehen Mehrkosten von rund 16000 Franken. Angepasst werden auch die Stundenlohnansätze. Die jährliche Erhöhung macht hier rund 6000 Franken aus. Die Inkraftsetzung der neuen Ansätze soll per 1. Januar 2020 erfolgen. Die RPK befürwortet den Antrag des Gemeinderats.

Auch zwei Umzonungen sind traktandiert

Der Gemeinderat beantragt zwei Änderungen der Nutzungsplanung Erstfeld. Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in Niederhofen soll um 612 m2 erweitert werden. Dies hängt mit dem Bau des Pfadiheims Uri auf dem Parkplatz Bärenboden zusammen, wo der Schafzuchtverein Erstfeld bisher die Schlachtviehannahmen und den Schafmarkt durch. Neu wird eine regionale Lösung der Schafmärkte im ganzen Kanton Uri angestrebt. Diese sollen künftig beim Forstwerkhof der Bürgergemeinde Erstfeld in Niederhofen durchgeführt werden. «Es handelt sich um einen geeigneten Standort, der verkehrstechnisch sehr gut erschlossen ist», hält der Gemeinderat in einer Medienmitteilung fest. Die Korporation Uri, die Bürgergemeinde und die Einwohnergemeinde Erstfeld stehen hinter dem Projekt und haben die nötigen Zusagen erteilt. Als Kompensation für die Umzonung der Fläche von 612 m2 von der Landwirtschaftszone in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen erfolgt eine flächengleiche Auszonung auf der nördlich gelegenen Parzelle 117 in Niederhofen.

Änderungen müssen aufgelegt werden

Die zweite geplante Umzonung umfasst eine Fläche von zirka 82 m2 im Bärenboden. Sie soll neu der zweigeschossigen Wohnzone zugewiesen werden. Es handelt sich um eine Landfläche westlich des Bärenbodenparkplatzes. Als Kompensation für Erweiterung der Wohnzone ist ebenfalls eine gleichwertige Auszonung vorzunehmen. Nach Beschlussfassung durch die Gemeindeversammlung müssen die beiden Nutzungsplanänderungen während 30 Tagen öffentlich aufgelegt werden. Dies erfolgt im Zeitraum Dezember 2019/Januar 2020. (mh/bar)

Steuersätze sollen unverändert bleiben

Das Budget 2020 der Einwohnergemeinde rechnet bei einem Ertrag von 12,529 Millionen Franken mit einem Gewinn von 13500 Franken. Der Gemeinderat geht von stabil bleibenden Steuererträgen aus. Von einem Anstieg um 100000 Franken wird bei der Pflegefinanzierung ausgegangen. Im Vergleich zum Budget 2019 sinkt der Sachaufwand um 120000 auf 1,77 Millionen Franken. Die Nettoinvestitionen werden gegenüber 2019 um 1,718 Millionen Franken ansteigen. Die grössten Investitionen entfallen auf das Projekt Sportanlage Pfaffenmatt (Sanierung Naturrasen) und die Sanierung der Reussstrasse Nord. Der Steuerfuss (103 Prozent), der Kapitalsteuersatz (0,01 Promille) und die Feuerwehrsteuer (6Prozent der Gemeindesteuer) sollen 2020 unverändert bleiben. Mit der Vorlage des Budgets 2020 wird der Gemeinderat auch über die Finanzplanung 2021 bis 2023 informieren.

«Spannort» rechnet mit ausgeglichenen Zahlen

Das Jahr 2020 steht für den «Spannort» ganz im Zeichen der Umsetzung des Projektes «Bauliche Investitionen 2019 bis 2021». Der Souverän hat dem Projekt am 10. Februar 2019 mit grossem Mehr zugestimmt. Die vor kurzem angelaufene erste Bauphase dauert bis im Mai 2020. Ab Juni 2020 und bis im Dezember 2020 werden die Küche, die Kühlräume und der Speisesaal erneuert sowie ein Lift angebaut. In der Cafeteria und im Speisesaal können deshalb ab Mai 2020 keine Veranstaltungen (Essen) mehr durchgeführt werden. Das «Spannort»-Budget 2020 weist einen Ertrag und einen Aufwand von je 6,308 Millionen Franken aus. Gerechnet wird mit Pensions-, Betreuungs- und Pflegetaxen von 6,14 Millionen Franken, mit Personalkosten von 4,865 Millionen Franken und einem übrigen betrieblichen Aufwand von 876000 Franken. Hinzu kommen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens in der Höhe von 567000 Franken. Die Pensionstaxen bleiben im Budget 2020 unverändert. Die Betreuungspauschale wird von 29 auf 31 Franken pro Tag erhöht. Der Tarif für die Pflegeleistungen (72 Franken pro Stunde) soll beibehalten werden.

Wasserversorgung nachhaltig finanziert

Im Budget 2020 der Wasserversorgung Erstfeld wird mit einem kalkulatorischen Gewinn von rund 70000 Franken gerechnet. Die Bruttokosten der Wasserversorgung belaufen sich auf 691500 Franken. Nach Abzug der Erlöse aus den Trinkwasserkraftwerken und weiteren verrechneten Leistungen (176200 Franken) ergeben sich für die Wasserversorgung Nettokosten von 515300 Franken. Bei den Gebühren wird ein Gewinn von 70000 Franken budgetiert. «Das vorliegende Budget 2020 zeigt, dass die Wasserversorgung Erstfeld aus finanzieller Sicht für die Zukunft gewappnet ist und heute als nachhaltig finanziert bewertet werden kann», hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung fest.

Wahlen für 2020/21 sind traktandiert

Am Mittwoch sind zudem offene Wahlen für die Amtsdauer 2020/2021 für den Verwaltungsrat der Gemeindewerke und den Verwaltungsrat des «Spannorts» zu treffen. Traktandiert ist im Weiteren die Wahl des Quartiermeisters und des Stellvertreters (Amtsdauer 2020/2021) sowie des Gemeindeweibels (2020 bis 2023).

Die Gemeindeversammlung findet am Mittwoch, 20. November, 19.30 Uhr, im Kasinosaal statt. Die Unterlagen und Anträge können am Schalter der Gemeindekasse bezogen werden. Im Anschluss an die Versammlung wird ein Apéro offeriert.