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ERSTFELD: Rettungsdienst übt den Ernstfall

Der Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri lud seine Partnerorganisationen zur gemeinsamen Fortbildung ein. Bei den Übungen ging es vor allem darum, sich gegenseitig kennen zu lernen.
Remo Infanger
Franz Exer von der Feuerwehr Altdorf birgt zusammen mit einem Rettungssanitäter des Kantonsspitals Uri eine Puppe aus der Reuss. (Bild: Remo Infanger (Erstfeld, 26. August 2017))

Franz Exer von der Feuerwehr Altdorf birgt zusammen mit einem Rettungssanitäter des Kantonsspitals Uri eine Puppe aus der Reuss. (Bild: Remo Infanger (Erstfeld, 26. August 2017))

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

Im Zivilschutzzentrum Krump in Erstfeld geht eine Meldung ein: «Eine Frau mittleren Alters liegt vergraben und womöglich verletzt unter Trümmerteilen.» Sofort eilen Feuerwehr, Rettungsdienst und Armeeangehörige zum Unfallort. Man checkt die Lage, koordiniert sich untereinander und kann das Opfer schliesslich unbeschadet aus dem Trümmerhaufen bergen.

Was jüngst im bündnerischen Bergdorf Bondo für traurige Schlagzeilen sorgte, war am vergangenen Samstag auf dem Areal des Zivilschutz-Ausbildungszentrums in Erstfeld bloss eine Übung. Der Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri führte zum Thema Trümmereinsätze eine Fort- und Weiterbildung durch. Mit von der Partie waren neun weitere Partnerorganisationen wie etwa die Feuerwehr Altdorf und Erstfeld, die Schadenwehr Gotthard, die Chemiewehr Uri, die Alpine Rettung Schweiz oder Angehörige der Rettungstruppen der Schweizer Armee.

Rettungskräfte lernen sich gegenseitig kennen

Die erfolgreiche simulierte Bergung beweist, dass die verschiedenen Organisationen ein eingespieltes Team sind. «Nicht ganz», entgegnet Guillermo Ryf. Der Rettungssanitäter des Kantonsspitals Uri, Fachbereichsleiter Fort-/Weiterbildung und Initiant dieser Weiterbildung, erklärt, worum es bei der Grossübung geht: «Gerade bei Trümmereinsätzen ist es wichtig, dass die Organisationen sich gegenseitig kennen.» Da die Einsatzkräfte verschiedene Ausbildungen geniessen und vor allem mit unterschiedlichem Rettungsmaterial ausgerüstet sind, sei es zentral, über die Qualifizierung der anderen informiert zu sein. «Vor Ort ist es dann oft ein strukturiertes Improvisieren, indem man mit vorhandenen Mitteln das Beste aus der Sache macht», sagt Ryf.

Auch für Stefano Villa, Berufsmilitär der Rettungstruppen und Angehöriger der Rettungskette Schweiz, steht das gegenseitige Kennenlernen der unterschiedlichen Rettungskräfte im Vordergrund: «Wir müssen wissen, was der Partner kann und was er nicht kann, was für Material er zur Verfügung hat und was nicht.»

Mit Rettungshunden und 18-Tonnen-Kran

An drei verschiedenen Themenposten probten die Einsatzkräfte unterschiedliche Notfallszenarien durch. So ging es bei einem Posten um das Absuchen und Orten von Personen bei einem Trümmereinsatz. Redog, der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde, zeigte auf, wie man mit Katastrophenhunden und technischen Ortungs­geräten bei der Suche nach ­Verschütteten vorgeht. Die Stützpunktfeuerwehr Altdorf de­monstrierte die Rettung aus tiefem Gelände. «Mit dem Kran unseres Hubretters können wir nicht nur in die Höhe, sondern mit Hilfe von Seilen auch 25 Meter in die Tiefe», erklärte Franz Exer, Oberleutnant der Feuerwehr Altdorf. Um das zu beweisen, fuhr man das 18 Tonnen schwere Gefährt auf den Reussdamm und barg eine Puppe aus dem Flussrand. «Bergungsaktionen sind bei uns viel häufiger der Fall als das Löschen von Bränden», erklärte Exer.

Am Tag zuvor fand der theoretische Teil im Ruag-Gebäude statt. Dort klärten Fachspezialisten auf über Gefahren für Einsatzkräfte, Versorgung von Trümmerpatienten, die kantonalen Führungsstrukturen und andere Themen.

Man habe aus der Fort- und Weiterbildung einiges mitnehmen können. «Durch das gegenseitige Kennenlernen wissen wir, wo wir die Zusammenarbeit mit dem Verbund und den Partnern noch mehr intensivieren können», so Ryf. Themen zu weiteren solchen Grossübungen würden noch geprüft.

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