ERSTFELD: «Roaring Twenties» begeistern das Publikum

Unter der Leitung von Urs Wüthrich entführte das Orchester Erstfeld die Zuhörer in eine Zeit voller Tanz, unerhört kurzer Röcke und Lebensfreude. Das Konzert füllte das Kasino bis auf den letzten Platz.

Drucken
Teilen
Violinisten Naemi Dal Farra (stehend) und das Orchester überzeugten das Publikum. (Bild: PD (Erstfeld, 5. 11. 17))

Violinisten Naemi Dal Farra (stehend) und das Orchester überzeugten das Publikum. (Bild: PD (Erstfeld, 5. 11. 17))

Rote Lippen, in der Hand eine Zigarette, knielange Röcke, die nur wenig Bein verhüllen, kurze, zu Wellen gelegte Haare. Elegante Männer mit Bärtchen, Anzug und Weste oder Knickerbocker und Schirmmütze. Tanz und Lebensfreude nach den Kriegsjahren und dazu eine beginnende Freizügigkeit. Die 1920er-Jahre haben Geschichte geschrieben und mitreissende Musik hervorgebracht. Das Orchester Erstfeld brachte sie am Sonntag, 5. November, im Kasino Erstfeld auf die Bühne. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.

Unter der Leitung von Urs Wüthrich erklangen zuerst drei Sätze aus der «Pulcinella-Suite» von Igor Strawinsky. Es folgte ein «Intermezzo sinfonico» von Pietro Mascagni.

Bei der zart klingenden «Méditation» aus «Thaïs» von Jules Massenet rückten zwei junge Musikerinnen in den Vordergrund: die Violinistin Naemi Dal Farra und die erst 14-jährige Harfenistin Olivia Baumann. Die Harfe – für das Orchester eine Premiere – spielte auch bei «Auf dem persischen Markt» von Albert W. Ketèlbey mit. Die Zuhörer landeten mitten zwischen Gauklern, Bettlern, Händlern mit fernöstlichen Waren, einer schönen Prinzessin und einer Karawane. Alfred Schilter mit seinem Banjo stand bei «Original Charleston» von James P. Johnson im Vordergrund, und man konnte die Lebensfreude der Musiker und Tänzer von damals richtig spüren.

Das Gleiche galt für die Auswahl aus «Lady, be good» von George Gershwin. Paul Linckes «Ein Abend bei Paul Lincke» brachte eine lange Tradition des Orchesters Erstfeld auf die Bühne: Sologesang begleitet vom Orchester. Sopranistin Flurina Stucki und Tenor Gustav Arnold begeisterten, und muntere Evergreens erfüllten den Saal. Das Publikum forderte zwei Zugaben, was das Orchester Erstfeld mit der Filmmusik «Those magnificent men in their flying machines», arrangiert von Urs Wüthrich, erfüllte. (red)