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ERSTFELD: Solarhaus: Die Experten sind beeindruckt

Walti Tresch hat für sich und seine Frau ein Einfamilienhaus gebaut, das wohl einmalig ist in Uri – wegen der modernsten Solartechnik.
Das Haus der Familie Tresch-Mauron darf als Solarhaus der Zukunft bezeichnet werden. (Bild: PD)

Das Haus der Familie Tresch-Mauron darf als Solarhaus der Zukunft bezeichnet werden. (Bild: PD)

red. Als Bereichsleiter erneuerbare Energien bei den Gemeindewerken Erstfeld hat Walti Tresch schon eine Vielzahl unterschiedlichster Bauten mit alternativer Energieversorgung konzipiert und gebaut. Beim Bau seines eigenen, zweistöckigen Einfamilienhauses in Erstfeld hat der Ingenieur aus dem Vollen geschöpft und ein Haus gebaut, das in der konsequenten Nutzung der neusten Technik zur nachhaltigen Energieversorgung wohl einmalig ist in Uri. «Es war schon lange mein Traum, so viel Solarenergie wie möglich zu nutzen und aufzuzeigen, was alles mit heutiger Technik möglich ist», sagt Walti Tresch.

Heizen mit Sonne, Luft und Eis

Was zuerst auffällt beim Haus der Familie Tresch-Mauron, sind die bekannten Solarmodule der Fotovoltaikanlage auf dem Dach zur Erzeugung von Strom und – eher schon ungewöhnlich – Sonnenkollektoren auch an der Südfassade. Diese vier Kollektoren mit einer Fläche von knapp 10 Quadratmetern gehören zum Solarheizsystem Solaera, mit dem sich die Energie für das Heizen des Hauses und fürs Warmwasser durch Sonne und Umgebungsluft gewinnen lässt (siehe Box). Solaera ist ein in Deutschland entwickeltes, mehrfach preisgekröntes System, dessen Stärke während der Heizperiode von Herbst bis Frühling bei wenig Sonnenschein liegt: Ist der Heizbedarf gedeckt, wird mit der überschüssigen Solarwärme ein Eisspeicher aufgetaut. Durch Abkühlen des Eisspeichers lässt sich die gespeicherte Energie später beinahe verlustfrei wieder zum Heizen nutzen. Im Sommer und bei viel Sonne funktioniert das System wie eine normale Sonnenkollektorenanlage.

Walti Tresch hat sich für dieses System entschieden, weil es Hybridkollektoren, Warmwasserspeicher und ein Energiezentrum mit Wärmepumpe und Eisspeicher clever kombiniert. Während Kombianlagen etwa 20 bis 40 Prozent der benötigten Energie für Heizung und Warmwasser erzeugen, verspricht Solaera bis 85 Prozent der Wärmeenergie mittels Sonne abzudecken. Das System ist etwas teurer als Wärmepumpen, aber effizienter. Es dient als vollwertige Hauptheizung. Solaera ist vor allem für Neubauten geeignet, denn entscheidend sind die Kollektorfläche, deren Ausrichtung und die gute Isolierung des Hauses. Das sind Faktoren, die Walti Tresch bei seinem Haus optimal berücksichtigt hat.

In Eigenregie entwickelt

Das Haus der Familie Tresch-Mauron weist aber noch andere Vorzüge aus. So wird etwa Regenwasser in einem 5000-Liter-Tank gesammelt für das Bewässern des Rasens. Als sein «Spielzeug» bezeichnet Walti Tresch die von ihm selber programmierte Gebäudeautomatik mit Steuerungen etwa für Beleuchtung, Storen oder Heizung. Sämtliche Steuerungen lassen sich übers Smartphone vom Büro oder aus den Ferien bedienen. Es töne nach viel Technik. Aber auch seine Frau Michaela habe sich daran gewöhnt und geniesse die Vorzüge der Gebäudeautomatik: «Das Wohnklima ist sehr angenehm, ich wäre gern mehr zu Hause», sagt Walti Tresch lachend.

Eine überzeugende Kombination

Von den Vorzügen liessen sich kürzlich rund 15 Mitglieder des Energieberatervereins Uri überzeugen. Sie zeigten sich bei einer Führung beeindruckt von der Kombination der perfekt ins Dach integrierten Fotovoltaikanlage des erst zum dritten Mal in Uri realisierten Solaera-Heizsystems mit Eisspeicher und der ausgeklügelten Gebäudeautomatik, aber auch vom Ambiente im Haus. Viele glauben, in einem solchen Haus müsse man sich beim Wohnen einschränken, sagt Vereinspräsident Markus Dittli: «Dieses Haus beweist, dass das Wohnambiente in einem energieeffizienten, autarken Gebäude nicht anders ist wie in anderen Häusern.» Leider sei vom Engagement her und finanziell der Bau eines solchen Hauses immer noch nicht Standard und mit grossem persönlichem Effort verbunden.

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