ERSTFELD: Sportplätze: Ringen um eine Lösung

Der Bauernverband Uri gesteht Erstfeld in der Pfaffenmatt zwei Sportplätze zu, aber keinen Trainingsplatz. Ob der Gemeinderat einlenken wird, ist noch unklar.

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Wenn die Bahnlinie einst zurückgebaut ist, soll die Sportanlage Pfaffenmatt erweitert werden. (Archivbild Neue UZ)

Wenn die Bahnlinie einst zurückgebaut ist, soll die Sportanlage Pfaffenmatt erweitert werden. (Archivbild Neue UZ)

Markus Zwyssig

In der Pfaffenmatt in Erstfeld soll eine grössere Sport- und Freizeitanlage entstehen. Es geht insgesamt um eine Fläche von 27 700 Quadratmeter. Darin enthalten ist bereits der bisherige Sportplatz und der Trainingsplatz der ESC-Fussballer. Geplant ist noch ein weiterer Sportplatz, und zwar östlich davon. Die benötigte Fläche wird frei, sobald der Neat-Basistunnel in Betrieb und die Stammlinie der SBB zurückgebaut ist.

Die Gemeinde möchte das Land umzonen und anschliessend kaufen. Die Einwohner haben am 8. März an der Urne mit einem Ja-Anteil von 78,3 Prozent einen Kredit von 1,4 Millionen Franken für den Landerwerb gutgeheissen. Damit schufen sie die wichtigste Voraussetzung, um die Sport- und Freizeitanlage zu planen. Je nach Umfang des Projekts wird mit Kosten von 4 bis 5 Millionen Franken gerechnet.

Da die Fläche aber in der Landwirtschaftszone liegt, kann die Gemeinde das Land vor einer Umzonung nicht kaufen. Über die Umzonung müsste an einer Gemeindeversammlung entschieden werden.

Keine Einzonungen auf Vorrat

Doch ob es so weit kommt, ist fraglich. Denn die Arbeitsgruppe Pro Kulturland des Bauernverbands Uri will eine Lösung mit Einschränkungen. Nun unterbreiten die Bauern folgenden Vorschlag: Den Fussballern sollen in der Pfaffenmatt künftig zwei Plätze zur Verfügung stehen, aber kein Trainingsplatz. «Der Bedarf der Gemeinde Erstfeld für zwei Sportplätze ist ausgewiesen und der Standort Pfaffenmatt, obwohl ausserhalb des Siedlungsgebiets gelegen, der geeignetste», heisst es in einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung des Bauernverbands. Der Verband verlangt, dass der Kulturlandverbrauch auf das Notwendige beschränkt wird und keine Einzonungen auf Vorrat erfolgen. Am Standort Pfaffenmatt seien daher im neuen Zonenplan nur die für zwei Sportplätze und die Betriebsgebäude und Parkplätze erforderlichen Flächen einzuzonen. Auf die ursprünglich geplante Einzonung eines Übungsplatzes sei aber zu verzichten. «Diese Fläche ist als Kulturland der Landwirtschaft zuzuweisen», so der Bauernverband. Zudem sei die bisherige Sportzone im Gebiet Krump, die von der Gemeinde als ungeeignet beurteilt wurde, ebenfalls wieder als Kulturland der Landwirtschaft zuzuweisen. Unter diesen Voraussetzungen ist der Bauernverband mit der geplanten Zonenplanrevision bei den Sportplätzen einverstanden und erachte sie auch unter dem Aspekt des Kulturlandschutzes als verantwortbar.

«Hin- und hergerissen»

Der Erstfelder Gemeinderat hat sich noch nicht entschieden, wie er zum Lösungsvorschlag der Bauern steht. «Wir sind hin- und hergerissen», sagt Gemeindepräsident Werner Zgraggen. Einerseits sei es ein Kompromiss, mit dem man wohl leben könnte. «Andererseits würden wir den Trainingsplatz gerne weiterhin benützen. Dieser ist vor allem auch für die Junioren des ESC wichtig.»

Die Erstfelder hatten zudem geplant, in der Pfaffenmatt künftig Schwingfeste durchzuführen oder ein Festzelt für grössere Anlässe zu stellen. Mit dem von den Bauern präsentierten Kompromiss wurde die anvisierte Fläche nun aber um rund 4000 Quadratmeter verkleinert. Das wiederum würde grössere Events wohl auch in Zukunft verunmöglichen.

Werden sich die Gemeinde und die Bauern nicht einig, müsste die Angelegenheit wohl vor Gericht entschieden werden. «Das möchten wir aber verhindern», sagt Zgraggen. Denn damit verbunden käme es zu langen zeitlichen Verzögerungen.