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Erstfeld übt scharfe Kritik an den SBB

Der Abbau von 15 Vollzeitstellen im SBB-Kundenbegleiterdepots ist für die Gemeinde nicht akzeptabel. Aufgeben will man aber noch nicht. Die SBB wollen auf die Vorwürfe nicht näher eingehen und verweisen auf die laufenden Verhandlungen.
Philipp Zurfluh
Die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch machte bereits anlässlich ihrer Rede bei der «Giruno»- Taufe auf den Verlust von 15 Vollzeitstellen aufmerksam. (Bild: Christian Tschümperlin, 31. August 2019)

Die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch machte bereits anlässlich ihrer Rede bei der «Giruno»- Taufe auf den Verlust von 15 Vollzeitstellen aufmerksam. (Bild: Christian Tschümperlin, 31. August 2019)

«Der Einwohnergemeinderat Erstfeld ist enttäuscht ab der angekündigten Schliessung des Kundenbegleiterdepots in Erstfeld per Ende 2020». Mit diesen Worten wendet sich der Gemeinderat Erstfeld in einem Offenen Brief an die SBB und die Schweizerische Südostbahn (SOB). Damit gingen 15 Vollzeitstellen der SBB, drei davon temporär, im Eisenbahnerdorf verloren, heisst es im Brief.

Der Gemeinderat ist informiert, dass die betroffenen Kundenbegleiter sich bei der SOB am Standort Goldau bewerben aber auch in andere Depots der SBB (Luzern, Zürich, Bellinzona) wechseln können. «Gleichwohl wissen wir heute noch nicht, wie dieser Prozess im Detail verlaufen wird und welche der betroffenen Mitarbeiter am Ende wo beschäftigt sein werden und zu welchen Bedingungen», schreibt der Gemeinderat.

Besonders einschneidend für eine Randregion

«Wir wollen mit dem Offenen Brief ein Zeichen setzen. Wir sind sehr enttäuscht», erklärt Gemeindepräsidentin Pia Tresch gegenüber der «Urner Zeitung». «15 Arbeitsplätze sind ein grosser Verlust für unsere Gemeinde. Der Beschluss reiht sich leider ein in eine lange Geschichte von Arbeitsplatzabbau bei der Bahn auf der Nordseite des Gotthards. Gerade für eine kleine Gemeinde ist dies besonders einschneidend.»

«Im Zusammenhang mit der Kooperation von SOB und SBB auf der Gotthard-Bergstrecke – die wir grundsätzlich begrüssen – wurde versprochen, die Anzahl Bahnarbeitsplätze in Erstfeld wieder zu erhöhen», heisst es im Brief. Neu wird wieder vermehrt Lokpersonal des Personenverkehrs in Erstfeld stationiert (Aufstockung von 23 auf 40 Mitarbeiter). Diese Erhöhung sei für die Gemeinde sehr erfreulich, ebenso wie das Modell des Personalpools. Die Gemeinde kann aber nicht verstehen, weshalb für die Kundenbegleiter nicht ein ähnliches Modell gewählt werden kann.

«Der Gemeinderat Erstfeld steht dem Verlust von SBB-Arbeitsplätzen machtlos gegenüber», sagt Pia Tresch. Ernüchterung mache sich breit über Versprechen seitens der SBB, welche wieder einmal nicht eingehalten würden. Pia Tresch erklärt:

«Wir kritisieren den Umgang der SBB mit langgedienten Mitarbeitern. Einzelne trifft es besonders hart, da ihnen im Vorfeld zugesichert worden war, dass ihr Arbeitsort bis 2025 Erstfeld sein würde und sie sich privat entsprechend ausgerichtet haben. Die Mitarbeiter sind verärgert.»

Die SBB hätten dazu erklärt, dass sich die Rahmenbedingungen für die SBB geändert hätten, weshalb nun diese einschneidende Massnahme unausweichlich sei.

Der Gemeinderat anerkennt, dass die Kooperation am Gotthard zwischen SOB und SBB Verbesserungen für die Fahrgäste bringt. So wird mit dem Traverso reisefreundliches Wagenmaterial mit Verpflegungsmöglichkeit eingesetzt. Ebenso wird mit direkten Zügen ab Zürich und Basel eine Verbindung in den Süden geschaffen, die für Reisende attraktiver ist als die bisherige Situation mit ein- bis zweimal Umsteigen in Arth-Goldau und Erstfeld. Laut der Gemeindepräsidentin ist unter den betroffenen Mitarbeitern eine Arbeitsgruppe gegründet worden, welche noch im September mit den Verantwortlichen der SBB gangbare Lösungen sucht.

SBB geben sich wortkarg

«Wir stehen momentan im Dialog mit den betroffenen Mitarbeitern, den Sozialpartnern, der Gemeinde Erstfeld und dem Kanton», lässt die SBB-Medienstelle auf Anfrage schriftlich verlauten. «Diese Gespräche möchten wir weiterführen, bevor wir über die Zukunft des Depots Erstfeld öffentlich informieren.»

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