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Erstfeld und Wassen überreichen der Urner Kantonalbank mehr als 2000 Unterschriften

Unter dem Titel «Unsere Bank, unsere Filialen» haben die Gemeinden Erstfeld und Wassen eine Petition zur Rettung der lokalen UKB-Filialen lanciert. Zusammengekommen sind 2028 Unterschriften.
Philipp Zurfluh
Übergabe der Unterschriften zur UKB-Petition; von links: Heini Sommer, Bankratspräsident, Pia Tresch, Gemeindepräsidentin Erstfeld, Felix Ziegler, Gemeindepräsident Wassen, Christoph Bugnon, CEO. (Bild: Philipp Zurfluh, Erstfeld, 5. Juli 2019)

Übergabe der Unterschriften zur UKB-Petition; von links: Heini Sommer, Bankratspräsident, Pia Tresch, Gemeindepräsidentin Erstfeld, Felix Ziegler, Gemeindepräsident Wassen, Christoph Bugnon, CEO. (Bild: Philipp Zurfluh, Erstfeld, 5. Juli 2019)

In einem am 17. Mai veröffentlichen Brief an die Urner Regierung und an die Bankleitung der Urner Kantonalbank (UKB) sparten die Gemeinderäte von Erstfeld und Wassen nicht mit pointierter Kritik: «Teurer neuer Hauptsitz – Kahlschlag bei den Geschäftsstellen, Filialen und Zweigstellen», so die Überschrift. Vom «Sterben auf Raten» und einem «faulen Kompromiss» war im Brief die Rede. Im Gegensatz zu fünf anderen Gemeinden hatten sich Erstfeld und Wassen nicht mit dem Kompromiss zufriedengegeben, der im Rahmen von Gesprächen ausgearbeitet worden war: Demnach wird die Geschäftsstelle Erstfeld statt geschlossen noch halbtags offen sein. In Wassen wird eine Lösung mit dem Bancomaten der Raiffeisen gesucht.

Aufgrund dieser Ausgangslage haben die Gemeinden eine Petition zur Rettung der lokalen UKB-Filialen lanciert unter dem Titel «Unsere Bank, unsere Filialen». Bis Anfang Juli sind 2028 Unterschriften zusammengekommen – aus fast allen Urner Gemeinden. Diese wurden von Pia Tresch, Erstfelder Gemeindepräsidentin, und Felix Ziegler, Wassner Gemeindepräsident, am Freitagmorgen bei der UKB-Geschäftsstelle symbolisch an UKB-CEO Christoph Bugnon und Bankratspräsident Heini Sommer in Erstfeld überreicht. Mit ihrer Unterschrift fordern die Unterzeichner die Leitung der UKB auf, die gefällten Entscheide zu überdenken. Das heisst: Die Filialen und Geschäftsstellen in den Gemeinden sollen geöffnet bleiben, und es soll kein Personalabbau stattfinden.

Erstfelder Gemeindepräsidentin gibt Hoffnung noch nicht auf

«Was da an Reaktionen auf mich zukam, sei es als Privatperson oder als Gemeindepräsidentin, hat mich beeindruckt», erklärte Pia Tresch. Sie sei der Meinung, dass die UKB mit dem radikalen Einschnitt der Geschäftsstellenreduktion zu Boden gefahren werde. «Die Übergabe der Unterschriften verbinde ich mit der ganz grossen Hoffnung, dass es auch etwas nützt und sich die Bank noch einmal besinnt.»

Felix Ziegler: «Zwei Teilzeitarbeitsplätze werden zerstört»

«Für Wassen und das Urner Oberland ist heute ein trauriger Tag, denn mit ihm wird wohl das letzte öffentliche Kapital in der leidigen Geschichte mit dem Titel Distributionsstrategie 21 der UKB abgeschlossen.» Die Tür der Zweigstellen Wassen würden Ende Jahr wohl für immer geschlossen, und dies nach einem Jahrzehnte langen zufriedenstellenden Betrieb, bedauert Felix Ziegler. «Sobald etwas einmal geschlossen ist, bleibt das so», weiss Ziegler aus Erfahrung. «Auch die von der Bankleitung angebotenen neuen Ersatz-Dienstleistungen vermögen die entstehende Lücke nicht zu füllen», führt der Gemeindepräsident aus.

Felix Ziegler kritisiert: «Die UKB nimmt damit ihre regionalpolitische und volkswirtschaftliche Verantwortung ab 2020 zu grossen Teilen nicht mehr war.» Wassen sei immer stolz gewesen auf die beiden Zweigstellen in Göschenen und Wassen, weil sie auch ein Symbol waren für die Präsenz der UKB im Kanton Uri. «Zwei Teilzeitarbeitsplätze werden zerstört, das Sparpotenzial ist bescheiden», so Ziegler. «Bei uns im Oberland sind jedenfalls viele Menschen enttäuscht und in ihrer Würde verletzt vom Gebaren der UKB.»

UKB-Kunde soll weiterhin im Zentrum stehen

Auch die UKB nahm Stellung bei der Übergabe der Unterschriften: «Wir nehmen das Engagement der Bürger sehr ernst und schätzen, dass die Urner Kantonalbank ein Herzensanliegen ist», sagte Bankratspräsident Heini Sommer. «Wir garantieren, dass der Kunde weiterhin und in noch verstärktem Ausmass im Zentrum unserer Arbeit steht. Teilweise einfach neu und auf andere Art bedient, ganz den modernen Bedürfnissen entsprechend». Mit der Durchführung des so genannten «Denkraum-Prozesses» unter Beteiligung der Gemeinden und der kantonalen Verwaltung konnte laut Sommer ein breit getragener Kompromiss erarbeitet werden, der nun umgesetzt wird. «Weitere Anpassungen, die über diese Arbeitsergebnisse hinausgehen, sind derzeit keine geplant».

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