ERSTFELD: Von Schwämmen und Bächen

«Fettigä Donnschtig», «Party08» und Fasnachtsumzug haben die Massen mobilisiert. Das EWE trat mehrmals in Erscheinung – nicht zuletzt als Fasnachtssujet.

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Die Parade der Kindergärtler präsentiert sich freudig im SpongeBob-Look. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Die Parade der Kindergärtler präsentiert sich freudig im SpongeBob-Look. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Gemäss Fasnachtsführer begann die offizielle Narrenzeit in Erstfeld am Freitag, 25. Januar, mit dem Eintrommeln der Katzenmusik (Kamu). Doch bereits Wochen zuvor hatten die beiden Guggenmusiken Kröntä-Guggä und Feengeischter mit diversen auswärtigen Auftritten ihre Aktivitäten aufgenommen. Auch der urtümliche Takt der Fass- und Eisentrommler ertönte kurz nach dem Dreikönigstag vom alten Dorfteil her. Zudem bereicherten die «Weschwyber» und «Rätschtantä» die Tage vor der Fasnacht mit ihren Schnitzelbanktouren in den Restaurants.

Kamu freut sich am Nachwuchs
Die Veranstaltungen der Kamu erfreuen sich seit Jahren grosser Beliebtheit: Dies nicht zuletzt deshalb, weil von Seiten des Vereins keinerlei Alterslimiten gesetzt werden. Vom kleinen Knirps bis zu den Grosseltern sind alle Generationen in den Reihen der Bläser, Trommler oder Pauker anzutreffen - ein eindrückliches Bild.

Die «Pyjamafasnacht» führte die Kamu am Dienstag, 29. Januar, durch die Gassen des Oberdorfs mit anschliessendem Tanz im Restaurant Rössli. Um 3 Uhr begann am Schmutzigen Donnerstag der Morgenstreich. Aufgrund der nasskalten Witterung nahm die rund 100-köpfige Musik die stärkende Mehlsuppe im Hotel Hirschen gerne ein. Ab 5 Uhr gab das Narrenblatt «Gib-em» Auskunft darüber, was sich in den letzten Monaten an «menschlichen Schicksalen» und Unzulänglichkeiten abgespielt hatte. Später zirkulierte die Kamu im Dorf und besuchte etwa das Betagtenheim Spannort.

EWE als Wasserspender...
Die Unterdörfler-Kamu vom Freitag erfreute die Bevölkerung des nördlichen Dorfteils und liess sich bei der Landi durch deren Sponsoring verköstigten. Am Güdelmontagmorgen ertönte der Bourbakimarsch im «Schattig», und am Nachmittag startete der traditionelle Kinderumzug vom Restaurant Albert zum Pfarreizentrum mit Bescherung und anschliessendem Kindermaskenball. Ein Höhepunkt der Fasnacht war wiederum der Maskenball am «Fettigä Donnschtig» mit dem Thema «Rund ums Wasser». Kamu, «Kröntä-Guggä» und «Feengeischter» arbeiteten in bewährter Manier zusammen und boten den Fasnächtlern für einen Fünfliber einen Abend voller Lebensfreude. Viele Einzelmasken und Gruppen sowie die Tanzmusik Blue Nights aus Österreich heizten dem Publikum ein.

Das EWE trat als Sponsor auf: Während des ganzen Abends konnte gratis Mineralwasser getrunken werden.

... und Narren-Sujet
Die «Party08» zum 20-Jahr-Jubiläum der «Feengeischter» beziehungsweise 35-Jahr-Jubiläum der «Kröntä-Guggä» begann am Samstagabend mit Guggenkonzerten und Rocknight mit der Band Jailbreak. Eine rekordverdächtige Zuschauerkulisse verfolgte am Sonntag bei Sonnenschein, aber starkem Föhn, den Fasnachtsumzug. Das Gerangel um den Alpbach, der turbulente Bezug der Alterswohnungen, die Rütlifeier und andere träfe Sujets erheiterten die Besucherinnen und Besucher. Nicht minder zur Geltung kamen im 28 Nummern umfassenden Korso die vielen Musik- und Kindergruppen.

Im Anschluss boten die angereisten Guggenmusiken Platzkonzerte, und ab 16 Uhr war im Pfarreizentrum Türöffnung. Die heitere Stimmung führte gegen Mitternacht gar dazu, dass sich die Band Chue Lee unter das Publikum mischte und auf Tischen und Bänken musizierte. Dass das Gehör beziehungsweise die Lärmschutzverordnung etwas strapaziert wurde, ist durchaus möglich.

In der «Ländlerstube» liefs etwas ruhiger, dafür umso gemütlicher, was beim Kinzig-Musikstil von Schuler und Muheim nicht wundert.

Zum Abschluss nach Airolo
Traditionsgemäss endete die offizielle Narrenzeit am Dienstag, 5. Februar, mit dem Austrommeln und dem «Tunggel-Verbrennä» im Bärenboden. Die Kamu kleidete sich für diesen Anlass nochmals einheitlich mit weissem Hirthemd, schwarzer Zipfelmütze und rotem Halstuch. Ein gewaltiger Knaller liess die Herzen der begeisterten Fasnächtler erzittern, bedeutete er doch das Ende der Narrenzeit.

Und doch nicht ganz. Die Katzenmusik Erstfeld beteiligt sich auf Einladung der Karnevalsgesellschaft Airolo dieses Wochenende an der Fasnacht in der oberen Leventina.

Lorenz Gamma