ERSTFELD/AMSTEG: «Das erste Weltwunder der Schweiz»

Mit einem halben Jahr Vorsprung auf den Zeitplan ist am Dienstagmittag der Durchschlag der Neat-Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg erfolgt.

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Nationalrätin Gabi Huber posiert mit einem Mineur mit der Statue der Heiligen Barbara, nachdem die Bohrmaschine Gabi 1 den Fels im Gotthard Basis Tunnel Ost zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen hat. (Bild EQ)

Nationalrätin Gabi Huber posiert mit einem Mineur mit der Statue der Heiligen Barbara, nachdem die Bohrmaschine Gabi 1 den Fels im Gotthard Basis Tunnel Ost zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen hat. (Bild EQ)

Der vom Schweizer Fernsehen live übertragene Durchschlag erfolgte am Dienstag kurz vor Mittag mit einer hohen Präzision. Die Abweichung war mit weniger als einem Zentimeter horizontal und vertikal äusserst gering. «Hier entsteht das erste Weltwunder der Schweiz und das längste Weltwunder der Welt», sagte Bundesrat Moritz Leuenberger bei der Feier zum Durchschlag gemäss Redetext.

Aufforderung zur Nachahmung
Das letzte Etappenziel vor dem Durchbruch zum längsten Tunnel sei erreicht. Europa werde damit einen leistungsfähigen Schienen-Korridor mitten durch die Alpen erhalten, damit seine Güter umweltfreundlich von Rotterdam nach Genua transportiert werden könnten. Der Verkehrsminister wandte sich auch an die Nachbarn: «Imitiert uns! Wir kennen keine Urheberrechte. Tunnelimitate und LSVA-Generika stören uns überhaupt nicht, denn ohne Verlagerungspolitik werdet ihr kläglich ersticken im Stau der 60-Tonnen-Lastwagen, die wir ohnehin nie zulassen werden.»

Der aktuelle Stand der Arbeiten am Basistunnel:

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Gabi 1 hat ganze Arbeit geleistet
Zwar konnten die anderthalb Jahre, die durch den Rekurs gegen die Bauvergabe verloren gingen, nicht ganz aufgeholt werden, wie Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung AlpTransit Gotthard AG sagte. Die rund sieben Kilometer Strecke vom Nordportal bis zur Losgrenze Amsteg sei aber von der Tunnelbohrmaschine Gabi 1 sechs Monate schneller als geplant fertig geworden. Nach dem Durchschlag von Amsteg - Sedrun, der 2007 mit einem Vorsprung von neun Monaten erfolgt sei, könne nun der zweite grosse Erfolg auf der Nordseite des Gotthard-Basistunnels gefeiert werden.

Von den Tunnelröhnren, Schächten und Stollen des Gotthard-Basistunnels mit einer Gesamtlänge von 153,5 Kilometer waren Mitte Juni 2009 133,9 Kilometer oder rund 87,3 Prozent ausgebrochen. Der Hautdurchschlag zwischen Sedrun und Faido soll gemäss Bauprogramm Anfang 2011 erfolgen. Der kommerzielle fahrplanmässige Betrieb des Gotthard-Basistunnels ist auf Ende 2017 geplant.

ap

Der Durchschlag von Gabi 1: