Erstfelder Barbetreiber steht vor Gericht

Im November 2010 ist in Erstfeld eine Frau niedergeschossen und schwer verletzt worden. Die Urner Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Ex-Mann des Opfers einen Komplizen beauftragte. Am Montag beginnt vor dem Landgericht Uri der Prozess.

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Im Erstfelder Gebiet Bärenboden wurde die Frau niedergeschossen. (Bild: Archiv Neue UZ)

Im Erstfelder Gebiet Bärenboden wurde die Frau niedergeschossen. (Bild: Archiv Neue UZ)

Die Frau war kurz nach Mitternacht auf dem Heimweg, als mit einer Pistole auf sie geschossen wurde. Sie wurde schwer verletzt, überlebte jedoch. Kurz nach der Tat verhaftete die Polizei den Ehemann, einen Barbetreiber aus Erstfeld.

Einen Monat später wurde auch der mutmassliche Komplize, ein 22- jähriger Kroate, festgenommen. Die Urner Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Kroate «mit Tötungsabsicht» im Auftrag des Barbetreibers auf dessen damalige Ehefrau geschossen hat.

Aufwendige Untersuchung

Dem Barbetreiber wirft die Staatsanwaltschaft zudem vor, in Januar 2010 auf einen Gast geschossen zu haben, der aber unverletzt blieb. In Zusammenhang mit dieser Tat muss sich der Barbetreiber vor Gericht nun noch wegen versuchter Tötung verantworten.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft war sehr aufwendig. Sie dauerte 16 Monate, und die Akten füllen 19 Bundesordner. 20 Mal musste sich das Zwangsmassnahmengericht mit dem Fall beschäftigen, acht Mal das Urner Obergericht und drei Mal das Bundesgericht.

Die Polizei führte 62 Befragungen, die Staatsanwaltschaft 35 Einvernahmen durch. Unter anderem wurden zwei psychiatrische Gutachten sowie Gutachten zu Schmauchspuren und Tatwaffen in Auftrag gegeben.

Zwei Schiessereien, eine Waffe

Unter anderem wegen der Tatwaffe wird der Barbetreiber des versuchten Mordes verdächtigt. Bei der Pistole handelt es sich um die gleiche Waffe, mit der im Januar 2010 auf den Bargast geschossen wurde.

Zudem wurden auf einer Patronenhülse, die nach der Tat vom Januar sichergestellt wurde, DNA-Spuren gefunden, die mit grösster Wahrscheinlichkeit dem Barbetreiber zuzuordnen sind. Weiter sagten zwei Zeugen aus, dass der Barbetreiber in den Anschlag auf seine Frau verwickelt gewesen sei.

Die Anklage gegen den Barbetreiber lautet auf Anstiftung zum Mord respektive Mittäterschaft zu versuchtem Mord sowie versuchte vorsätzliche Tötung. Dem Kroaten wird Mordversuch in Mittäterschaft vorgeworfen. Der Prozess vor dem Urner Landgericht wird sich über zwei Wochen erstrecken.

sda