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Gemeinnützige Gesellschaft Uri kämpft mit Mitgliederschwund

Die Hauptaufgabe der Gemeinnützigen Gesellschaft Uri ist die Verwaltung der Liegenschaften. So musste im vergangenen Jahr früher als erwartet in die Heizungen des Herrenhauses und der Stiftung Papilio investiert werden. Entsprechend fiel das Defizit aus.
Paul Gwerder
Im Herrenhaus, das an das Rote Kreuz vermietet wurde, leben heute unbegleitete minderjährige Asylsuchende und ein paar alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Mai 2019)

Im Herrenhaus, das an das Rote Kreuz vermietet wurde, leben heute unbegleitete minderjährige Asylsuchende und ein paar alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Mai 2019)

An der 188. Generalversammlung informierte Präsident Markus Züst die Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Uri (GGU) über die laufenden Geschäfte. «Sorgen bereitet mir der markante Schwund des Mitgliederbestandes, der wegen Überalterung innerhalb von zwei Jahren von 234 auf 195 geschrumpft ist», sagte er an der Versammlung vom Donnerstag.

Durch die Überführung des Pflegezentrum Urnersee und von «Papilio» in eigene Stiftungen, beschränkt sich heute die Aufgabe der GGU im Wesentlichen auf die Verwaltung der Liegenschaften. «Besonders anspruchsvoll ist der Unterhalt des wertvollen Herrenhauses, der mit viel Aufwand verbunden ist. Aber dank eines länger dauernden Mietvertrages mit dem Roten Kreuz konnte hier eine gute Lösung gefunden werden», so der Präsident. Im vergangenen Jahr ist die sanierungsbedürftige Heizung ausgefallen, deren Ersatz schon geplant war. «Nun ging alles viel schneller als vorgesehen, und das Herrenhaus und ‹Papilio› sind an die Fernheizung des Holzheizwerkes Uri AG angeschlossen worden, was längerfristig erst noch günstiger ist als die bisherige teure Heizung», erklärte Züst.

Wurzeln verursachen Wassereinbruch

Die Investition betrug rund 64'000 Franken. Es ist künftig mit einer jährlichen Grundgebühr von 10'000 Franken zu rechnen und der Wärmeverbrauch wird ungefähr 14'000 Franken kosten. Ein grösserer Schaden verursachte einen Wassereinbruch in der Weihnachtszeit, bei dem die Kellerabteilungen überflutet worden sind. Grund für den Leitungsbruch waren die Wurzeln der alten Bäume, welche die Wasserleitungen beschädigt hatten.

Kassier Josef Rubischung musste für das vergangene Jahr bei einem Totalaufwand von rund 127'000 Franken einen Verlust von 28'595 Franken präsentieren, anstatt des geplanten Defizits von 3400 Franken. Gegenüber dem Budget waren die Aufwendungen für den Betrieb, Abschreibungen des Herrenhauses und die Energiekosten um 25'000 Franken höher als budgetiert ausgefallen.

Dank der Vermietung des Herrenhauses an das Rote Kreuz, kann der Unterhalt garantiert werden. Dort sind heute unbegleitete minderjährige Asylsuchende und Flüchtlinge, sogenannte «mineurs non assompagnés», einquartiert, welche vom Roten Kreuz betreut werden. Zusätzlich sind drei alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern im Haus untergekommen.

Die Präsidentin des Stiftungsrates, Marlies Rieder, erklärte, dass die Stiftung Papilio mit 130 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber ist. «Und zudem bilden wir sieben Lernende als Fachfrau Betreuende und einen Lernenden Fachmann Betriebsunterhalt aus, und zahlreiche Praktikanten können hier erste Berufserfahrungen sammeln.»

Die Stiftung Papilio ist ein umfassendes Kompetenzzentrum für Kinder und Familien. Die Heilpädagogische Tagesschule unterrichtet 37 Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung. In den drei Kita-Gruppen bietet «Papilio» 36 Tagesplätze für Kinder ab drei Monaten bis zum Schuleintritt an und zudem ist im Pavillon 61 die Spielgruppe Altdorf eingezogen. Im letzten Jahr ist der Pavillon 78 renoviert worden und steht zwei Kita-Gruppen wieder zur Verfügung.

Weiterbildung zum Thema Demenz

In den Pflegeheimen findet ein Wandel statt, denn durch die aktuelle Entwicklung im demografischen Umfeld müssen sie auch psychisch- und demenzkranke Menschen aufnehmen. «Wir haben heute immer mehr Bewohner, die an Demenz erkrankt sind und genau diese brauchen mehr Betreuung», erklärte Anita Schuler, Präsidentin des Stiftungsrates des Pflegezentrums Urnersee. Deshalb wurde im Heim eine Analyse der Personalzusammenstellung durchgeführt. Dabei ist festgestellt worden, dass noch ungenutztes Potenzial vorhanden ist, weshalb Veränderungen in den Teams vorgenommen wurden. «Viele Mitarbeitende waren zuerst skeptisch, aber im Nachhinein haben wir sehr gute Rückmeldungen erhalten», betonte die Präsidentin.

Im vergangenen Jahr nahmen alle Mitarbeiter an einer zweiten Weiterbildung teil. Petra Marschke führte die Teilnehmer in das Demenz-Balance-Modell ein, wobei spannende Selbsterfahrungen gemacht werden konnten. Dieser Kurs steigerte das Einfühlungsvermögen des Teams für die Menschen, die unter Demenz leiden. Ein besonderes Augenmerk haben die Verantwortlichen auf den Fachkräftemangel, der sich praktisch in jedem Betrieb abzeichnet. «Damit das vorhandene Fachpersonal nicht überlastet wird, starteten wir mit der Pilotphase ‹Tagesverantwortung und Aktivierung auf den Stöcken›. Das heisst, dass wir pro Tag im Früh- und im Spätdienst je eine Fachperson zusätzlich als Tagesverantwortliche eingeplant haben», schreibt die Leiterin der Pflege und Betreuung Elisabeth Stirnemann im Jahresbericht.

Erfreulich war, dass das Projekt der Umgestaltung des Mehrzweckraumes, der auch gemietet werden kann, jetzt abgeschlossen ist. Insbesondere die Beleuchtung und die Multimediatechnik sind dort verbessert oder erneuert worden.

Teil der Parkanlage Flüelen soll Therapiegarten werden

In Bezug auf die Parkanlage vor der Garage Ziegler hat sich Einiges getan. Dazu sagte Markus Züst: «Wir beabsichtigen einen Teil dieses Platzes im Baurecht an die Gemeinde Flüelen abzutreten, mit dem Ziel, dass dort bewirtschaftete Parkplätze erstellt werden.»

Ein Teil des Parkes soll dem Pflegezentrum zur Verfügung gestellt werden und es sind Ideen im Raum, dass dort ein Therapiegarten mit einem Rundwanderweg erstellt werden soll. «Für mich wäre dies eine gute Lösung und ich erwarte in dieser Sache in den nächsten Wochen einen Entscheid», so Züst.

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