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Erwerbslose über 50 angesprochen

Der Verband Avenir50plus lädt zu regelmässigen Gesprächsrunden ein, um mit Gleichgesinnten über Arbeitslosigkeit im Alter zu sprechen. Expertin Myrtha Bucher hat dieses neue Angebot nach Altdorf geholt.
Carmen Epp

Ab dem kommenden September lädt die Organisation Avenir50plus, der Verband für Menschen mit und ohne Arbeit, zum so genannten «50plus Talk» in Altdorf ein. Dass es das Angebot nun auch im Kanton Uri gibt (siehe Kasten), ist Myrtha Bucher zu verdanken. Sie war mehr als 15 Jahre in der Personalführung tätig. Seit einigen Jahren unterstützt sie als Coach mit Geschäftssitz in Luzern Personen bei der beruflichen Reintegration und ist im Vorstand von Avenir50plus tätig. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät sie als Leiterin des Talks in Altdorf, was es mit dem «50plus Talk» auf sich hat.

Myrtha Bucher, an wen richtet sich das Angebot?

An erwerbslose Personen im Kanton Uri, die sich gerne mit Gleichgesinnten austauschen möchten. Aber auch Urnerinnen und Urner, die einmal arbeitslos waren und wieder eine Anstellung gefunden haben, sind herzlich willkommen, sich an der Gesprächsrunde zu beteiligen. In diesen zwei Stunden möchte ich Raum für Wut und Ängste schaffen, aber auch für Bewältigungsstrategien.

Das klingt nach einer Art Selbsthilfegruppe ...

Das soll es nicht sein, nein. In den Gesprächen geht es nicht in erster Linie darum, den anderen sein Herz auszuschütten. Die Teilnehmer sollen einfach ihre Erfahrungen einbringen, sich untereinander austauschen, gegenseitig Tipps geben und – so banal das auch klingen mag – einfach einen angenehmen Abend verbringen.

Und was ist Ihre Aufgabe in dieser Gesprächsrunde?

Ich fungiere nicht als Psychologin, sondern als Coach, der die Gespräche leitet und Themen beleuchtet, die in der Runde eingebracht werden. Dabei biete ich auch Hilfestellungen an, etwa mit rechtlichen Tipps oder auch mit gezielter administrativer Unterstützung.

Werden Erwerbslose in Uri nicht schon genug betreut?

Natürlich gibt es auch in Uri Behörden, die sich um Erwerbslose kümmern wie das RAV oder das Sozialamt. Und die leisten auch einen guten Job. Die Behörden haben aber in der Regel nicht die Zeit, sich auch noch um die soziale und gesellschaftliche Integration der Erwerbslosen zu kümmern. Und die kommt leider allzu oft zu kurz.

Inwiefern?

Erwerbslosigkeit isoliert. Zunächst fällt es vielen schwer, sich überhaupt als arbeitslos zu outen, weil sie dann schnell mit Vorverurteilungen konfrontiert werden. Ausserdem reicht das Arbeitslosengeld, die Sozialhilfe oder das Ersparte ohnehin kaum aus, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Sodass die Betroffenen zunehmend vereinsamen. Diesen Kreislauf will ich mit der regelmässigen Gesprächsrunde aufbrechen.

Nun spricht das Angebot in erster Linie Erwerbslose über 50 Jahren an. Wieso?

Weil es diese Gruppe im Arbeitsmarkt mitunter am schwersten hat. In meiner Tätigkeit als Coach erlebe ich immer und immer wieder, dass Arbeitnehmern über 50 Jahren der Wiedereintritt ins Arbeitsleben teilweise bewusst erschwert wird. Da haben selbst bestens ausgebildete, rhetorisch vife und gestandene Männer und Frauen schlichtweg keine Chance mehr. Und in der heutigen Zeit kann das jeden treffen, oft gar aus heiterem Himmel. Wenn man dieses Schicksal nun mit Gleichgesinnten teilen kann, lässt es sich vielleicht besser ertragen. Gemeinsam lässt sich etwas bewegen.

Daten und weitere Infos gibt es unter www.avenir50plus.ch.

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