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Interview

«Es braucht einen konstruktiven Dialog»

Er stand während vielen Jahren dem FC Altdorf als Präsident vor. Nachdem sich Franco Tresch aus dem Fussballbusiness allmählich zurückgezogen hat, meldet er sich wieder zurück. Im Interview erklärt er warum.
Interview: Philipp Zurfluh
Franco Tresch will beim IFV Verantwortung übernehmen. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 23. Mai 2018)

Franco Tresch will beim IFV Verantwortung übernehmen. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 23. Mai 2018)

Franco Tresch prägte die Geschicke des Fussballclubs Altdorf über viele Jahre und hat so manche Höhen und Tiefen erlebt. 2016 zum 100-jährigen Bestehen trat er von der Fussballbühne ab. Zwar hilft er noch weiterhin tatkräftig im Klublokal des FC Altdorf mit, doch eine Funktion hat er nicht mehr inne. Nun geht’s für ihn zurück auf die Fussballbühne.

An der Delegiertenversammlung des Innerschweizer Fussballverbands (IFV) soll er zum Vizepräsidenten ernannt werden. Gleichzeitig wird am 17. August in Luzern auch das 100-Jahr-Jubiläum des Verbands gefeiert.

Franco Tresch, Sie werden bald zum Vizepräsidenten des IFV gewählt. Was bewegt Sie dazu, dieses Amt anzunehmen?

Ich habe mich mit der Entscheidung nicht leicht getan, denn ich war nicht auf der Suche nach einer neuen sportlichen Herausforderung. Mit der Anfrage des IFV hat sich aber die Möglichkeit eröffnet, in einem Fussballverband Verantwortung zu übernehmen, was mich reizte.

Wie kam der Kontakt mit dem Verband zu Stande?

Ich wurde im vergangenen Winter von Urs Dickerhof, Präsident des IFV konkret angesprochen. Wenn man vom Präsidenten höchstpersönlich für diese ehrenvolle Aufgabe angefragt wird, muss man sich dies gut überlegen. Ich musste mich natürlich mit meinem Arbeitgeber besprechen, bevor ich das Einverständnis gab.

Vizepräsident des IFV, dies klingt nach repräsentativen Aufgaben. Ist das auch so?

Nicht nur. Aber natürlich werde ich ab und zu an Anlässen und Veranstaltungen von Vereinen anwesend sein und den IFV vertreten. Ich bin sozusagen der Innenminister, habe aber keine operativen Chargen. Präsident Urs Dickerhof ist der Aussenminister, er betreibt Politik im sportlichen Sinn. Das Büro des IFV in Emmenbrücke fällt neben der Organisation der zukünftigen Delegiertenversammlungen in meinen Aufgabenbereich. Während des Jahres haben wir diverse Tagungen und durchschnittlich einmal im Monat eine Vorstandssitzung. Ich werde also in Zukunft öfter in Emmenbrücke anzutreffen sein.

Gibt es etwas, das Sie im Gremium unbedingt anpacken wollen?

Ich muss mich zuerst sicher etwas einleben und mir einen Überblick verschaffen. Mit dem bisherigen Vizepräsidenten tauschte ich mich bereits aus. Ich gehe unbelastet an meine Aufgaben heran. Eines ist ganz klar, der Fussball kommt an erster Stelle.

Der IFV wird von vielen kritisch beäugt und ist auch schon des Öftern als «kleine Mafia» bezeichnet worden. Was entgegnen Sie diesen kritischen Stimmen?

Solche Aussagen sind schnell mal gemacht, doch nicht zielführend. Jährlich gibt es Präsidententagungen der Vereine. Dort kann jeder Vorschläge und Anliegen deponieren. Wie in der Politik und in der Wirtschaft spielen Interessen von verschiedenen Seiten eine Rolle, da ist es normal, dass es manchmal zu Meinungsverschiedenheiten kommt.

Wie kann man dieses Image aufpolieren?

Ich hoffe, dass ich mit meiner Sichtweise als ehemaliger Präsident eines Fussballklubs neue Inputs geben kann. Es braucht zwischen Verband und den Vereinen einen konstruktiven Dialog.

Wie haben Sie den Verband persönlich während der Zeit als Präsident beim FC Altdorf erlebt?

Ich kann nichts Negatives berichten. Von Aussen mag man den Eindruck haben, dass Präsident Urs Dickerhof etwas unnahbar ist, doch dem ist überhaupt nicht so. Der Zusammenarbeit mit ihm kann ich jedoch nur Positives abgewinnen.

Bereits in den unteren Fussball-Ligen wird mit viel Geld jongliert. Sind im Amateurbereich zu viel finanzielle Mittel im Spiel oder ist es einfach die heutige Zeiterscheinung?

Das ist eine schwierige Frage. Jeder Verein muss sich danach richten, zu was er finanziell fähig ist. Alles muss immer in einem gesunden Verhältnis passieren. Es ist «Part of the Game». Es liegt mir fern, über andere Vereine zu urteilen.

Im Amateurfussball gibt es immer wieder Funktionen wie Schiedsrichter, die nicht besetzt werden können. Wo kann hier der Innerschweizer Fussballverband ansetzen?

Ich glaube, das Problem ist erkannt, auch vom Schweizerischen Fussballverband. Für ein Amt als Trainer oder Schiedsrichter muss man viel Freizeit opfern. Es sind anspruchsvolle und grosse Aufgaben, vor der viele zurückschrecken. Es wird auch zukünftig nicht einfacher, engagierte sportbegeisterte Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich in den Vereinen und im Verband zur Verfügung stellen.

Zurück zu Ihrem ehemaligen Präsidentenamt beim FCA. Sie haben den Verein durch Tiefen und Höhen geführt. Wie haben Sie es geschafft, Chef zu sein und trotzdem die Kollegialität hoch zu halten?

Das liegt in meiner Person. Man muss einfach bei allem Freude haben, was man macht. Ich habe gelernt, der jüngeren Generation Verantwortung zu übergeben und nicht immer alles besser zu wissen.

Wie haben Sie die Zeit seit dem Rücktritt erlebt? Was haben Sie gemacht?

Ich konnte einen sauberen Schlussstrich ziehen mit dem 100-Jahr-Jubiläum. Es war für mich auch ein würdiger Abschluss, und ich konnte mein Amt sauber übergeben. Ich habe keine Nachwehen und stehe dem Verein nach wie vor nahe, misch mich aber nicht mehr ein. Ich konnte die Freizeit mehr geniessen und habe mehr Freiräume. Nun freue ich mich auf meine neue Aufgabe.

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