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In Seelisberg hatte es
sogar zu wenig Betten

Die zahlreichen Votivgaben aus aller Welt zeigen die jahrhundertealte Bedeutung von Seelisberg als Wallfahrtsort. Die Kapelle Maria Sonnenberg lockt gerade am 15. August sehr viele Pilger an.
Christoph Näpflin
Die «Sonnenberg»-Marienstatue aus dem Jahr 1350. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 8. August 2018)

Die «Sonnenberg»-Marienstatue aus dem Jahr 1350. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 8. August 2018)

Am Mittwoch, 15. August, ist der offizielle Wallfahrtstag in Seelisberg. In der Kapelle Maria Sonnenberg findet um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst statt, und um 14 Uhr wird eine Marienfeier abgehalten. Die Wallfahrt nach Seelisberg hat schon mehrere hundert Jahre Tradition.

Nachdem bereits Anfang des 16. Jahrhunderts die heutige Marienstatue in einer Nische verehrt worden war, folgte bald eine Kapelle aus Holz, die 1589 einer grösseren, aus Stein Platz machen musste. Diese war bald auch wieder zu klein, sodass die Kirchgemeinde Seelisberg im Jahr 1666 die heutige Kapelle Maria Sonnenberg erbauen liess. Seither pilgern Gläubige aus aller Welt zur Kapelle im Wald, die direkt über dem Rütli liegt.

Wallfahrt war der Grund für den Bau von Hotels

Die Wallfahrt war auch der Grund, dass die ersten Hotels in Seelisberg entstanden. Um 1880 bemühte sich Hotelier Michael Truttmann vom Hotel Sonnenberg, die Kapelle markant zu vergrössern, weil er sich damit mehr Pilger und somit auch mehr Gäste für sein Hotel erhoffte. Die Kirchgemeinde Seelisberg lehnte dies allerdings ab. Aus der Zeit von Pfarrer Peter Anton Furrer in der Mitte des 19. Jahrhunderts weiss man, dass bis zu 25000 Personen jährlich als Wallfahrer nach Seelisberg unterwegs waren. Es gab sogar Zeiten, da fanden am Marienfest nicht mehr alle Pilger eine Schlafstätte in Seelisberg und mussten sogar im Wald übernachten.

Vor allem in medizinischen Notsituationen

Bereits aus der Steinzeit sind Votivgaben bekannt. Diese wurden oft aufgrund eines Gelübdes (ex voto) an einer Kultstätte niedergelegt. Das Gelübde entstand meistens in medizinischen Notsituationen. In der katholischen Kirche waren Votivtafeln vor allem in der Barockzeit verbreitet. In der Kapelle Maria Sonnenberg gibt es noch 1334 Votivtafeln, von denen 256 Tafeln mit einer Ortsangabe versehen sind. Die meisten stammen aus dem Kanton Schwyz, gefolgt von Luzern, Zug und Uri. 15 sind aus dem Ausland, 3 davon aus Amerika. Die älteste noch vorhandene Votivtafel datiert aus dem Jahr 1682. Es ist anzunehmen, dass im Laufe der Zeit einige Tafeln entweder verschwunden sind oder neuen Tafeln Platz machen mussten, sodass die wirkliche Gesamtzahl weiter höher liegen würde.

Die Tafeln zeigen Erlösungen von körperlichen Leiden oder aus ausweglosen Situationen. Die Liste der körperlichen Leiden wird von Augenheilungen und Hilfe bei Magenleiden angeführt, gefolgt von Bein-, Fuss- und Arm-Heilungen. So schreibt ein Augenzeuge, dass ein Mädchen aus Luzern im Jahr 1865 nach einer Wallfahrt nach Seelisberg von einem Augenleiden geheilt worden sei, das nicht einmal der beste Augenarzt in Luzern hatte heilen können. Heute haben die Pilger die Möglichkeit, ihre persönlichen Anliegen in einem Fürbittenbuch einzutragen.

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