Leserbrief
«Es ist ein absolutes Trauerspiel»

Zur Entlassung des Generalvikars der Urschweiz, Martin Kopp

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Das kann doch nicht wahr sein! Das ist Diakonie mit Füssen getreten! Diakonie ist Dienst am Nächsten und findet heute viel zu wenig Platz in unserem Glauben. Aber genau nach diesem Muster hat Generalvikar Kopp gelebt. In seinem offenen Haus fand jene Mitmenschlichkeit statt, welche ich von unseren hohen Würdenträgern sehr vermisse. Diese Verfechter von ihnen selbst entworfenen Kirchengesetzen, mit denen sie schon viele aus der Kirche vertrieben haben, kämpfen weiter um ihre Macht. Wie wir sehen, scheuen sie sich nicht, unbequeme Personen, die es wagen, die Finger auf offene Wunden zu legen, zu entfernen! Und das in einer Zeit, wo es immer schwieriger wird, Geistliche in vielen Gemeinden zu rekrutieren.

Wenn jemand sich erlaubt, seine Meinung zu den unwürdigen Verzögerungen bei der Bischofsnachfolge zu äussern, wirft man einen in unserer Diözese sehr beliebten Seelsorger einfach raus! Es ist ein absolutes Trauerspiel mit ständigen Verzögerungen. Warum diese Geheimniskrämerei? In der Wirtschaft würde so etwas nicht geduldet, was die Kirchenhierarchie uns Gläubigen zumutet.

Wir können nur hoffen, dass diese Entlassung rückgängig gemacht wird, ohne dass wir dafür auf die Strasse gehen müssen. Nebst den Qualitäten als Seelsorger und als Vorbild im Dienst an den Mitmenschen hat Martin Kopp nur seine Bürgerpflicht wahrgenommen, die jedem Schweizer zusteht, ja sogar Pflicht eines jeden Christen ist. Dem Bischof und der Kirche steht das Recht zu, in Glaubensfragen zu handeln. Da sehe ich kein Fehlverhalten, welches eine Entlassung rechtfertigt. Einmal mehr geht es um reine Machtdemonstration.

Auf jeden Fall werden wir alles erdenkliche Unternehmen, um diesen ehrlichen, weltoffenen Seelsorger, der seine Mission als handelnder Christ am Dienst des Menschen sieht, zu rehabilitieren und zu behalten.

Edy Trüb-Gisler, Altdorf