«Es war ein Unfall»

Der Tod eines 11-Jährigen hat Anfang April die Öffentlichkeit im Kanton Uri beschäftigt. Jetzt kommen die Untersuchungsbehörden zum Schluss, dass der Sturz des Knaben über die Felswand ein Unfall und kein Suizid gewesen war.

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Ein 11-jähriger Knabe war am 2. April in der Rotenbalm in Attinghausen über eine Felswand zu Tode gestürzt. Tags darauf entstand der Eindruck, dass der Bub im Unterricht stark gemobbt worden sei und deshalb den Freitod gewählt haben.

«Keine Hinweise auf Suizid»

Am Mittwochmorgen teilt das Amt für Volksschulen des Kantons Uri mit, dass es «objektiv keine Hinweise gebe, dass der Knabe Suizid begangen habe». Dies hätten Untersuchungen ergeben. Behörden und Eltern gehen deshalb von einem Unfall aus.

Gemäss Aussagen der Mutter sei der Knabe von seinen Mitschülern immer wieder geplagt wurde. Der Untersuchungsbericht kommt aber zum Schluss, dass es zwar «Streitigkeiten und Plagereien unter den Schülern gab, aber ein systematisches Mobbing nicht nachgewiesen werden kann», wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. Dies hätten Abklärungen an der Schule Spiringen ergeben.

Kritische Stimmen der Eltern

Weitere Abklärungen hätten ergeben, dass der Schulrat, die Schulleitung und die Lehrpersonen im Fall des verunfallten Knaben vor dessen Tod viel unternommen hätten. Die Schule habe die Verantwortung für die Lösung der schulischen Probleme teilweise schnell auf Dritte übertragen. An einer offenen Aussprache an einem Elternabend hätten sich Eltern mehrheitlich positiv zur Schule geäussert. Bezüglich des Wohlbefindens einzelner Kinder gab es aber auch kritische Stimmen. Der Schule gelang es jedoch nicht, in Zusammenarbeit mit den Eltern eine von beiden Seiten akzeptierte Lösung umzusetzen.

Als Folge der Vorkommnisse wird ein Projekt mit externer Unterstützung in die Wege geleitet, welches das Zusammenleben und den Umgang mit Konflikten thematisiert. Der Urner Erziehungsrat empfiehlt der Schule, ihre bereits bestehenden Anstrengungen zu verstärken und möglichst alle Eltern in die Schule einzubinden. Zudem wird an den Schulen im Schächental im kommenden Schuljahr eine externe Evaluation durchgeführt.

pd/rem