EWA blickt auf ein ausserordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

Die Gesamtleistung der EWA-Gruppe ist im Geschäftsjahr 2017/18 mit 98,6 Millionen Franken fast dreistellig ausgefallen. Der Stromabsatz stieg um 99 Millionen Kilowattstunden auf 565 Millionen Kilowattstunden.

Markus Zwyssig
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So soll es nach dem Bau des Kraftwerks im Erstfeldertal aussehen (Visualisierung: PD)

So soll es nach dem Bau des Kraftwerks im Erstfeldertal aussehen (Visualisierung: PD)

Spannend und herausfordernd sei das Geschäftsjahr gewesen, sagte Werner Jauch, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung, am Freitag an einer Medienorientierung. «Es war aber auch ein ausserordentlich erfolgreiches Jahr», so Jauch. Er sprach von einem «Jubeljahr für die Urner Wasserkraft».

Vier Meilensteine bei den Wasserkraftwerken

Jauch sprach von vier Meilensteinen, die im vergangenen Geschäftsjahr bei den Kraftwerksprojekten gefeiert werden konnten. Im Juni wurde das umfassend erneuerte und ausgebaute Kraftwerk (KW) Gurtnellen eröffnet. Im September erfolgte der Spatenstich für das neue KW Schächen. Das KW Palanggenbach erhielt im September die Konzession durch die Korporation Uri, und im Oktober wurde die KW Palanggenbach AG gegründet.

Anfang Oktober sprach sich der Urner Landrat ohne Gegenstimme für die Konzessionierung des KW Erstfeldertal aus. Und im November schliesslich folgte auch noch die Baubewilligung für das KW Erstfeldertal. Dieser Erfolg freute Jauch ganz besonders. «Vor einem Jahr stand das KW Erstfeldertal praktisch vor dem Aus», blickte Jauch zurück. «Jetzt sind wir wieder auf Kurs und planen die Realisierung. Um den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen und in einem Jahr sowohl die Konzession als auch die Baubewilligung zu erhalten, war allerdings ein ganz besonderer Effort nötig.»

Die Energiestrategie des Kantons Uri feiert 2018 ihr 10-Jahr-Jubiläum. Der Ausbau der Nutzung der Wasserkraft ist dabei ein zentrales Element. Neben nachhaltiger Energie sorgen die Wasserkraftwerke für Wasserzins- und Steuereinnahmen sowie eine hohe lokale Wertschöpfung und sie sichern Arbeitsplätze. EWA setzt zusammen mit dem Kanton, der Korporation, Gemeinden und weiteren Partnern die Urner Energiestrategie um: 10 neue Wasserkraftwerke wurden seit 2008 von EWA realisiert, zwei befinden sich in Planung.

Tabelle: EWA

Tabelle: EWA

EWA legt sehr erfreuliche Zahlen vor

Im Kerngeschäft von EWA ist die Strom-Eigenproduktion im Geschäftsjahr 2017/18 mit 273 Mio. kWh um 39 Mio. kWh gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Stromabsatz erhöhte sich deutlich um 99 Mio. kWh auf 565 Mio. kWh. Daraus resultiert eine höhere Gesamtleistung der EWA Gruppe von 98,6 Millionen Franken (+4,2 Mio). Der Jahresgewinn der EWA AG beläuft sich auf 4,9 Millionen Franken (+0,6 Mio.).

Basis des Erfolgs sei die Arbeit der insgesamt 324 Mitarbeiter, so Jauch. «Die Kraftwerke, die wir gebaut haben, bilden heute das Rückgrat der erfolgreichen Geschäftstätigkeit des EWA», betonte der Vorsitzende der EWA-Geschäftsleitung. Im vergangenen Geschäftsjahr hat EWA eine neue Strategie erarbeitet, welche die Weichen für den Unternehmenserfolg in der Zukunft stellt: «Zentrale Stossrichtungen unserer Strategie sind die weitere Stärkung der Wasserkraft, der Ausbau von Gesamtenergielösungen, die Vertiefung der Kooperationen, die Erschliessung neuer Geschäftsfelder sowie die Weiterentwicklung der unternehmerischen Voraussetzungen.»

Gesamtenergielösung für die Überbauung Hintere Schilligmatte in Bürglen realisiert

Jauch zeigte auf, dass die strategischen Stossrichtungen im vergangenen Geschäftsjahr bereits erfolgreich umgesetzt worden sind. In der Überbauung Hintere Schilligmatte oberhalb des Dorfkerns von Bürglen konnte das EWA die erste integrierte Gesamtenergielösung umsetzen. EWA baute bei diesem Smart-Energy-Projekt die Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach zur Produktion von Solarstrom. Neben der Investition in diese Anlagen übernahm EWA auch die Investition in die Wärmepumpen, die teilweise durch den Solarstrom angetrieben werden. Die Hausbewohner beziehen die Wärme über ein Wärmepumpencontracting mit EWA. Reicht der selber produzierte Strom einmal nicht aus, wird ökologisch nachhaltiger Ur-Strom eingespeist.

In Andermatt realisierte EWA im Apartmenthaus Alpenrose ihr bisher grösstes Smart-Home-Projekt und rüstete die 20 Wohnungen mit intelligenter Gebäudetechnologie aus. Die Kooperationen konnten im vergangenen Geschäftsjahr beim Smart-Metering-Projekt, dem Ersatz der bestehenden durch intelligente Stromzähler, vertieft werden.

Werner Jauch, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung kann auf ein äusserst erfolgreiches Jahr zurück blicken. (Bild: PD)

Werner Jauch, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung kann auf ein äusserst erfolgreiches Jahr zurück blicken. (Bild: PD)

35'000 neue Zähler werden in den kommenden Jahren installiert

Die vier Urner Energieversorger EWA, Elektrizitätswerk Ursern, Gemeindewerke Erstfeld, Elektrizitätswerk Göschenen und die Gemeindewerke Arth arbeiten zusammen, um eine kantonsweite Systemplattform für die Erfassung von Strom, Wärme und Wasser zu schaffen. Im September erfolgte die Ausschreibung von 35'000 Zählern, die in den kommenden Jahren installiert werden.

Das EWA konnte einen weiteren Beitrag zur Erhöhung der ökologischen Energiebilanz des Kantons leisten: Ur-Strom aus Urner Wasserkraft ist seit dem 1. Oktober 2018 das Basisprodukt für Privatkunden und KMU. «Der Strom aus Urner Wasserkraft ist höherwertig als das bisherige Basisprodukt, wird aber dank den stetigen Optimierungen in der Energiewirtschaft nicht teurer, sondern sogar leicht günstiger», erklärte Jauch.