EWA setzt neu auf E-Car-Sharing

In grösseren Wohnüberbauungen sollen künftig Elektroautos gemietet werden können. Nicht auszuschliessen, dass dieses Angebot später auch auf ein grösseres Publikum ausgeweitet wird.

Florian Arnold
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Ein Auto mieten statt kaufen: Das Schweizer Unternehmen Mobility setzt seit Jahren auf dieses Modell. Nun macht der Urner Energiedienstleister EWA einen Schritt in dieselbe Richtung. In grösseren Wohnüberbauungen soll es künftig möglich sein, dass die Mieter temporär ein Elektroauto nutzen können. EWA stellt Elektromietautos zum E-Car-Sharing und Ladestationen zur Verfügung und bietet auch das dazugehörende Reservations- und Abrechnungssystem an.

«Nach einmaliger Registration kann das Fahrzeug einfach und unkompliziert via Mobiltelefon reserviert werden», wirbt EWA in der Medienmitteilung. «Die Freigabe erfolgt ebenfalls via Mobiltelefon oder Chip Karte. Nach der Benutzung kann das Elektroauto am Standplatz wieder aufgeladen werden.» Werner Jauch, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung, betont auf Anfrage: «Uns geht es dabei nicht um eine Konkurrenz zu anderen Anbietern, sondern wir wollen diese ergänzen und die Elektromobilität sowie das E-Car-Sharing fördern.»

EWA realisiert im Winterberg eine integrierte Gesamtenergielösung mit dem ersten E-Car-sharing-Projekt in Uri

EWA realisiert im Winterberg eine integrierte Gesamtenergielösung mit dem ersten E-Car-sharing-Projekt in Uri

Bild: PD

Im Winterberg entsteht erstes Angebot

Das erste Angebot für das E-Car-Sharing realisiert EWA nun in der neuen Überbauung im Winterberg in Altdorf. Dort wurden im Contracting-Modell drei Fotovoltaikanlagen und eine zentrale Wärmepumpe installiert, die überschüssigen Solarstrom nutzt. Die Mieter erhalten verursachergerechte Rechnungen für Strom, Wärme und Kälte, alles aus einer Hand. Mit dem E-Car-Sharing wird nun diese integrierte Gesamtenergielösung erweitert.

«Wir haben festgestellt, dass dies einem klaren Bedürfnis der Investoren und Kunden entspricht», sagt Jauch. «In der Regel werden die Mietautos an Stelle eines Zweitautos benutzt. Damit spart man sich die Anschaffung eines zusätzlichen Autos sowie einen zweiten Parkplatz und teilt sich die zusätzlichen Kosten mit anderen Benutzern.» Mit dem E-Car-Sharing und dem Produkt «Urstrom» werde die Mobilität zudem CO2 frei.

Grundlagen sind geschaffen

Jauch stellt klar, dass EWA nicht in den Automarkt einsteigen wolle. «Für unsere E-Car-Sharing Lösungen arbeiten wir mit Urner Garagisten zusammen. Somit bleibt die gesamte Wertschöpfung im Kanton.» Vorerst steht das Elektroauto nur den Bewohnern der Wohnüberbauung zur Verfügung. «Damit das Angebot die Kunden zufriedenstellt, muss die Verfügbarkeit der Autos genügend sein», weiss Jauch. «Wenn das Angebot beispielsweise allen Einwohnern einer Gemeinde offenstehen sollte, müsste man viele Fahrzeuge bereitstellen können.» Trotzdem will Jauch nicht ausschliessen, dass man künftig auch weitergehende Lösungen realisieren könnte, zumindest hinsichtlich der E-Tankstellen, Reservierung und Abrechnung. Die Grundlagen dafür sind mit diesem Projekt nun zumindest geschaffen.