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Ex-Gardist übernachtet in Erstfeld

Der Luzerner Matthias Gisler ist mit seinem Pferd von Rom nach Hause unterwegs. Gestartet zu seiner langen Reise ist er bereits Ende Juli.
Paul Gwerder
Gastgeber Markus Renner (links) verabschiedet sich von Matthias Gisler und dessen Pferd. (Bild: Paul Gwerder, 16. September 2019)

Gastgeber Markus Renner (links) verabschiedet sich von Matthias Gisler und dessen Pferd. (Bild: Paul Gwerder, 16. September 2019)

Der 22-jährige Matthias Gisler aus dem luzernischen Gunzwil hat seinen Dienst bei der päpstlichen Garde beendet und reitet nun mit seinem Pferd Brio von Rom in seine Heimat zurück. «Ich war zwei Jahre lang im Vatikan und dies war eine sehr lehrreiche Zeit für mich, denn ich leistete sinnvolle Arbeit und hatte sogar Kontakt mit dem Papst.» Am meisten vermisse er im Moment die Kameradschaft, aber er versuche, diese mit seinen einstigen Kollegen weiter zu pflegen, so Gisler. Weniger gut hat er den militärischen Drill in Erinnerung. Von den Gardisten wird äusserste Disziplin gefordert, angefangen beim Schuheputzen bis zur vorgeschriebenen Nachtruhe.

Weshalb er auf die Idee gekommen ist, mit einem Pferd die weite Strecke in seine Heimat zu reiten, weiss Gisler nicht mehr so genau. «Ich hatte plötzlich diese Idee und die Bilder, wie ich aus dem Vatikan hinausreite, im Kopf und das liess mich nicht mehr los», erklärte der junge Mann. «Die meisten Leute haben mir abgeraten und immer wieder gesagt, das geht nicht, das ist nicht möglich», so der frühere Gardist.

Er machte sich nur mit dem Nötigsten auf den Weg

Klar war der Anfang schwierig, bis er und der 19-jährige Hengst Brio sich aneinander gewöhnt hatten. Und Reitkenntnisse hatte Matthias Gisler nur wenige. Die hat er sich in der Reitermusik Gunzwil, wo der leidenschaftliche Musiker mitspielt, angeeignet. Gestartet ist er am 28. Juli in Rom nur mit dem Nötigsten für sich und das Pferd. Nun hofft er, dass er am Samstag zu Hause ankommen wird.

Gisler übernachtet in der Regel in Gemeinden, in denen es einen Reitstall gibt. Dort fand er bei den gastfreundlichen Menschen auch Rat, wenn es Probleme mit dem Pferd gab oder er konnte sich über die nächste Wegstrecke erkundigen, da er möglichst gerne abseits der asphaltierten Strassen ging. Den einzigen längeren Aufenthalt von zwei Wochen musste der Reiter in der Nähe von Piacenza machen, da sein Pferd eine Entzündung am Huf hatte. Der Tageslauf in diesen eineinhalb Monaten war von Tag zu Tag ziemlich ähnlich. «Ungefähr 4 bis 5 Stunden sitze ich täglich im Sattel und als Abwechslung oder wenn es der Strassenverkehr oder das Gelände nicht mehr zuliess, lief ich ungefähr noch zwei Stunden neben dem Pferd, welches ohne mich immer noch 10 bis 15 Kilogramm Gepäck zu schleppen hatte.

Am Montagabend ist Gisler bei Edith und Markus Renner Baumann im Aecherliquartier in Erstfeld angekommen. Zuerst pflegte er dort sein Pferd. Dieses erhielt auch zu essen und Wasser zu trinken. Danach gab es bei der gastfreundlichen Familie zuerst ein «Zabig» mit Urner Spezialitäten und später ein Nachtessen. Die Familie Renner hat er durch ihren Sohn Tobias kennen gelernt, der ebenfalls in der Schweizergarde dient. Seine Mutter plant, demnächst nach Piacenza zu reisen und ab dort will sie die letzten rund 600 Kilometer bis Rom auf dem Pilgerweg «Via Francigena» zu Fuss gehen. In Rom will sie ihren Sohn besuchen und mit ihm per Zug nach Hause fahren.

Axenstrasse zwingt den Reiter zu einem Umweg

Am Dienstag reitet Matthias Gisler von Erstfeld weiter Richtung Seelisberg. «Ich wollte ursprünglich via Weg der Schweiz durch den Axen Richtung Brunnen, aber diese Strecke ist für Reiter wie auch für Fussgänger nun gesperrt und ich muss den Umweg über Seelisberg machen», so Müller. Von dort weiss er noch nicht genau, wie es weitergeht – vermutlich versucht er, mit der Fähre von Beckenried nach Gersau zu kommen, denn die Stadt Luzern und den dichten Strassenverkehr möchte er seinem Pferd nicht zumuten.

Nach seiner Heimkehr freut er sich, wieder bei seiner Familie zu sein, und ab 1. Oktober kann er seine Stelle bei der «Landi», wo er schon die Lehre im Detailhandel absolviert hat, antreten. «Einen möglichen Platz für mein Pferd, das ich mir in Rom für diese Reise kaufte, habe ich schon in Aussicht», verrät Matthias Gisler.

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