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EXIL-URNER: Der Uristier fährt auch Down Under mit

Seit über einem Jahr lebt Marco Stampfli zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Sydney. An Stampflis Autoheck fährt mit dem Uristier-Aufkleber immer auch ein Stück Heimat mit. Zu verdanken hat er dies seinem Urner Gottimeitli.
Marco Stampfli mit seiner Tochter Lena und Sohn Liam vor seinem Auto mit Uristier, mit dem er auch in Australien auf seine Wurzeln aufmerksam macht. (Bild: PD (Sydney, 27. August 2017))

Marco Stampfli mit seiner Tochter Lena und Sohn Liam vor seinem Auto mit Uristier, mit dem er auch in Australien auf seine Wurzeln aufmerksam macht. (Bild: PD (Sydney, 27. August 2017))

Marco Stampfli lebt schon fast die Hälfte seines Lebens im Exil. In Schattdorf aufgewachsen, zog es ihn im Alter von 20 Jahren für sein Studium der Lebensmittelwissenschaften in Zürich zum ersten Mal von seiner Heimat weg. Nach dem Studium folgten zwei Jahre in der Ostschweiz, bis es Stampfli schliesslich noch weiter wegtrieb. Zwei Jahre lebte und arbeitete er in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, daraufhin folgten drei Jahre in China.

Nach vier Jahren im Kanton Aargau fasste er im Mai 2016 die nächste Destination ins Auge: Sydney, die grösste Stadt Australiens. Dort arbeitet Stampfli als Geschäftsführer einer internationalen Lebensmittelfirma. Diese beliefert Bäckereien, Konditoreien und Chocolatiers mit Rohstoffen wie etwa Füllungen, Glasuren – und etwas typisch Schweizerischem: Schokolade.

Uristier am Auto ja, Schweizer Wappen nein

Aber neben Schokolade erinnert ihn im fernen Australien noch etwas anderes an sein Heimatland respektive an seinen Heimatkanton: ein kleiner Uristier-Aufkleber am Heck seines Autos, das er in Australien benützt. Den hat Stampfli aber nicht etwa selber mit nach Sydney gebracht; der Aufkleber reiste die 16 000 Kilometer nach Australien ganz allein mit der Post. «Mein Gotti­meitli Nina hat ihn mir Anfang des Jahres geschickt. Da war mir klar, dass der mich nun am Auto begleiten wird», sagt Stampfli.

Ein Schweizer Wappen würde er sich nicht ans Auto kleben, sagt der 40-Jährige. «Das wird im Ausland sehr oft mit der Sanität verwechselt, vor allem von den Asiaten.» Aber das Urner Wappen trage er mit Stolz am Heck seines Autos. «Es gefällt mir, und die Schweizer kennen es.» Angesprochen wurde er deswegen aber bisher noch nie. Was in einer Metropole mit 5 Millionen Einwohnern auch nicht unbedingt verwundert.

«Ich vermisse vor allem die Familie und Freunde in Uri»

Zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern wohnt Stampfli nicht etwa in einem gemütlichen Vorort von Sydney, sondern mitten in der Stadt – «keine 15 Minuten vom berühmten Opernhaus entfernt. Eine tolle Lage!», schwärmt der 40-Jährige. Und auch die Lebensart in Down Under gefällt dem Exil-Urner ausgezeichnet. «Australien ist ein typisches Einwandererland, der Tourist kaum vom Einheimischen unterscheidbar», sagt Stampfli. «Dadurch findet man schnell Anschluss.» Den kann die Familie Stampfli auch gut brauchen, wird sie doch voraussichtlich drei bis vier Jahre in Sydney bleiben. Tochter Lena (7) geht in die 1. Klasse, Sohn Liam (5) besucht ab Januar 2018 den Kindergarten.

Doch obwohl er es gewohnt ist, fernab von seiner Heimat zu sein, habe er doch auch ab und zu Heimweh, sagt Stampfli. «Vor allem meine Familie und Freunde in Uri vermisse ich.» So ruft er denn auch jede Woche seine Eltern in Schattdorf an. Meistens mit Videotelefonie. «Damit unsere Kinder ihre Grosseltern sehen können und umgekehrt.»

Nächstes Jahr stehen Ferien in der Heimat an

Zum letzten Mal in seiner Heimat war der Exil-Urner vor seiner Abreise vor 16 Monaten. In der Zwischenzeit haben ihn seine Eltern, die Schwiegereltern, Kollegen und Nachbarn schon mal in Sydney besucht. Im Sommer 2018 sind dann Ferien in Uri geplant. Dann freut sich Stampfli nicht nur auf die Familie und Freunde, sondern auch auf die Landschaft. «Der Urnersee, umrahmt von den Bergen, das ist halt schon etwas Schönes.»

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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