EXIL-URNER: Der Uristier macht Marbets Auto zum Ferrari

Obwohl er kein Urner ist, trägt Heinz Marbet zwei Uristiere an seinem Auto. Der Grund: Seine Frau ist Urnerin. Bald werden die beiden von Gunzgen auf die Eggberge ziehen – dann mit dem «richtigen» Stier am Auto.

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Der Uristier darf am Auto von Heinz und Elisabeth Marbet nicht fehlen. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 25. Juli 2017))

Der Uristier darf am Auto von Heinz und Elisabeth Marbet nicht fehlen. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 25. Juli 2017))

Eigentlich ist Heinz Marbet ein Gunzger durch und durch: Im Dorf am Jurafuss geboren, ist der heute 64-Jährige seiner Heimat stets treu geblieben – bis auf ein Detail: Seit über 30 Jahren klebt Marbet einen Uristier neben oder über das Solothurner Autokennzeichen. «Uri hat ein schönes Wappen», sagt Marbet. «Es stellt im Gegensatz zu jenem von Solothurn mit seinem Rot-Weiss etwas dar.»

Im Moment sind es gar zwei Uristiere, die an Marbets Auto prangen: Neben demjenigen am Heck hat Marbet einen weiteren vorne direkt auf dem Dacia-Zeichen über dem Kühlergrill angebracht. Mit einem angenehmen Nebeneffekt, wie Marbet schmunzelnd sagt. «Durch den Uristier sieht das Auto aus wie ein Ferrari.»

Begeistert von der Heimat seiner Frau

Die optische Täuschung ist jedoch nicht der wahre Grund für Marbets doppeltes Wappen. Er hat vor 32 Jahren eine Urnerin geheiratet. «Elisabeth, geborene Zieri, aufgewachsen zwischen Erstfeld und Altdorf im Felsenheim, wo das Bächlein einen Weiher hat», erklärt Marbet. Sie hat ihre Heimat schon vor vielen Jahren verlassen, berufsbedingt, bis sie schliesslich Marbet in Gunzgen kennen und lieben gelernt hat.

Die Verbindung seiner Frau zum Kanton Uri ist geblieben – und hat auch Heinz Marbet angesteckt. «Das Urnerland ist wunderschön, die Gegend gefällt mir ausserordentlich gut», sagt der Schichtführer eines Storenbetriebs. In Gunzgen gebe es manchmal monatelang Nebel. Er sei sich das ja gewohnt, aber seine Frau habe da schon manchmal Mühe gehabt, so Marbet.

Umzug nach Uri fällt ihm nicht schwer

Umso lieber reist das Ehepaar wenn immer möglich ins Urnerland. «Seit wir uns kennen, machen wir Ferien in Uri», sagt Marbet, «zuerst lange Zeit im Meiental und seit 19 Jahren auf den Eggbergen.» Dort hat das Ehepaar ein Ferienhaus, in dem die beiden mindestens zwölf Wochen pro Jahr verbringen, wie Marbet gerne erwähnt. Auf den Eggbergen wohnt auch die Tochter, und auch ein Teil der Geschwister von Elisabeth Marbet lebt im Kanton Uri.

Schon bald wird das Ferienhaus zum festen Domizil des Ehepaars Marbet. Nach der Pensionierung wollen die beiden auf die Eggberge ziehen. Fällt Heinz Marbet der Abschied von Gunzgen, wo er die vergangenen 64 Jahre verbracht hat, denn nicht schwer? «Überhaupt nicht», sagt der Solothurner. «Es ist ein neuer Lebensabschnitt, ein Neuanfang.»

Einen positiven Nebeneffekt habe der Umzug dann auch für Marbets Auto, wie er schmunzelnd anmerkt: «Dann haben wir endlich einen richtigen Uristier am Auto.»

 

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch