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EXIL-URNERIN: «Ohne den Uristier fahre ich nirgendwohin»

Der Liebe wegen ist Petra Bissig vor sechs Jahren nach Meilen an den Zürichsee gezogen. Als sie ihr erstes eigenes Auto kaufte, war klar: Ein Uristier-Aufkleber muss her. Seither würde die 32-Jährige nicht mehr ohne auf die Strasse.
Carmen Epp
Petra Bissig: «Die Urner sagen, das Schönste an meinem Auto sei der Aufkleber.» (Bild: zf (Altdorf, 21. Juli 2017)

Petra Bissig: «Die Urner sagen, das Schönste an meinem Auto sei der Aufkleber.» (Bild: zf (Altdorf, 21. Juli 2017)

Als Petra Bissig im August 2010 ans Volksmusikfestival in Altdorf ging, ahnte sie nicht, dass sie das schon bald von ihrer Heimat wegbringen würde. Ein Kontrabassist aus Meilen im Kanton Zürich spielte sich direkt ins Herz der Altdorferin. Die beiden wurden ein Paar, und ein Jahr später zog Bissig zu ihm nach Meilen an den Zürichsee.

Die Beziehung zum Kontrabassisten ist zwar inzwischen in die Brüche gegangen. In den Kanton Uri zurückgekehrt ist Bissig jedoch nicht. «Gerade als ich in Meilen die Zelte wieder abbrechen wollte, habe ich hier meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Also bin ich geblieben», erzählt die 32-Jährige.

Ein Detail an einem eigentlich freudigen Tag

Ihrer Liebe zum Kanton Uri haben die Jahre im Exil jedoch keinen Abbruch getan. «Heimat ist Heimat. Und die ist und bleibt für mich Altdorf.» Wie weit ihr Heimatstolz geht, zeigte sich im Dezember des vergangenen Jahres. Bissig kaufte sich ihr erstes eigenes Auto. Eigentlich ein freudiger Tag – wenn da nicht dieses eine Detail gewesen wäre: das Zürcher Autokennzeichen.

Noch bevor sie die erste Fahrt mit ihrem neuen Auto unternahm, musste ein Uristier-Aufkleber her. In Altdorf schliesslich wurde sie fündig, seither trägt sie den Aufkleber mit Stolz am Heck ihres Autos. Das will Bissig beibehalten, auch wenn sie dereinst ein anderes Auto kaufen sollte. «Nichts gegen Zürcher», betont sie. «Aber ohne den Uristier- Aufkleber fahre ich nirgendwo- hin.»

Mit dieser Überzeugung steckte die Exil-Urnerin auch andere an. Sogar solche, die mit dem Kanton Uri eigentlich nichts am Hut haben. So habe sich auch der Kontrabassist aus Meilen das Urner Wappen ans Autoheck geklebt. Und ihr jetziger Freund präsentiert den Uristier ebenfalls neben seiner ZH-Nummer. «Obwohl ich ihm gar nichts dergleichen gesagt oder gar empfohlen habe», sagt Bissig lachend.

Vielleicht wollten die beiden Zürcher auch von den Vorteilen profitieren, die so ein Uristier-Aufkleber mit sich bringt. Denn Bissig ist überzeugt, dass die anderen Verkehrsteilnehmer nachsichtiger sind, wenn sie das Urner Wappen am Heck eines Autos sehen. Und auch in ihrer Heimat erhalte sie oft Reaktionen. «Die Urner sagen jeweils, das Schönste an meinem Auto sei der Aufkleber», sagt Bissig mit einem Schmunzeln.

Auf der Axenstrasse kommt das Heimatgefühl

Meilen sei zwar auch schön, sagt Bissig. Trotzdem vermisse sie den Kanton Uri. Vor allem die Turnvereine Bürglen und Schattdorf, in denen sie tätig gewesen ist und die sie mit ihrem Wegzug schweren Herzens verlassen musste.

Zwei bis drei Mal pro Monat kommt die Heimweh-Urnerin nach Altdorf, um Freunde und Familie zu besuchen. «Die Vorfreude ist immer riesig», erzählt Bissig. «Auf der Axenstrasse, wenn ich den Urnersee sehe, kommt immer wieder ein Heimatgefühl auf.»

Carmen Epp

carmen.epp

@urnerzeitung.ch

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