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EXIL-URNERIN: Ursi Gisler: «Ich vermisse vor allem die Urner Berge»

Seit viereinhalb Jahren ist Ursi Gisler mit einem Aargauer Nummernschild unterwegs. Das Urner Wappen am Heck ihres Autos gehört für die 63-Jährige dazu – und tröstet sie ein wenig über ihr Heimweh hinweg.
Ursi Gisler macht ihre Urner Herkunft auch am Auto deutlich. (Bild: Carmen Epp (Altdorf, 23. August 2017))

Ursi Gisler macht ihre Urner Herkunft auch am Auto deutlich. (Bild: Carmen Epp (Altdorf, 23. August 2017))

Eigentlich wollte Ursi Gisler den Kanton Uri nicht verlassen. Nach einem Unfall ihres Lebenspartners am Axen aber wurde ihr klar: Sie muss. Er war während zwölf Jahren täglich von Erstfeld zu seiner Arbeitsstelle nach Sins im Kanton Aargau gependelt.

Dass das nicht nur zeit- und kräfteraubend, sondern auch gefährlich ist, zeigte sich, als er auf einer Fahrt am Axen frontal mit einem anderen Auto zusammenprallte. «Jetzt reicht’s», sagte sich Gisler, und zog mit ihrem Lebenspartner von Erstfeld nach Abtwil im Kanton Aargau.

So lange wie möglich mit dem UR-Schild unterwegs

Am Anfang ist sie dort noch mit dem Urner Nummernschild herumgefahren. «Drei Monate später kam per Post ein Schreiben», erinnert sich Gisler. Darin wurde ihr eine Frist gesetzt, bis wann sie ihr Urner Nummernschild gegen ein Aargauer ersetzen müsse. «Ich habe so lange wie möglich gewartet», sagt die 63-Jährige.

Als der Tag gekommen war, brachte sie neben dem Aargauer Kennzeichen gleich drei Uri­stier-Aufkleber am Autoheck an. Der Grund? «Das gehört einfach dazu. Ich bin und bleibe schliesslich eine Urnerin.» Seither werde sie immer mal wieder auf den Aufkleber angesprochen und nach ihrer Herkunft gefragt, vor allem im Aargau. Dabei habe sich gezeigt, dass erstaunlich viele Urner ebenfalls in ihrer Umgebung wohnen.

Und auch im Kanton Uri sei der Uristier am Heck von Vorteil: Man werde eher erkannt. «Mit einer Aargauer Nummer können die wenigsten Urner etwas anfangen», erklärt Gisler. «Dank des Aufklebers schauen die Leute genauer hin und erkennen mich eher, wenn ich vorbeifahre und winke.» Inzwischen hat die Heimweh-Urnerin auch auf der Motorhaube ihres Autos noch einen Uristier-Aufkleber angebracht.

Denn auch wenn sie nun seit viereinhalb Jahren nicht mehr in Uri wohnt, so verbringt Gisler doch noch immer viel Zeit in ihrer Heimat. Dann besucht sie etwa ihren Vater im Altersheim, ihre Söhne, Geschwister und Freunde. Oder sie macht mit ihrem Lebenspartner Ferien im Elternhaus auf dem Urnerboden. «Dort verstecke ich mein Auto immer sofort in der Garage», sagt sie und lacht. «Eine Aargauer Nummer auf dem Urnerboden, das passt doch einfach nicht!»

Aargauer Fasnacht ist nichts für die Katzenmusikerin

Mit dem Umzug nach Abtwil hat sich das Leben des Paares verändert. Ihr Freund hat nun 5 Minuten bis zur Arbeit, und Gisler selber ist von der Spitex in Altdorf zur Spitex Goldau gewechselt. Das Heimweh aber ist geblieben. «Ich vermisse vor allem die Berge und die Katzenmusik.» Zwar sehe sie von ihrem Zuhause aus den Pilatus, den Zugerberg und die Rigi. Aber die Urner Berge, in denen sie gerne wandern geht, sind weiter weggerückt. Und die Fasnacht im Aargau sei nichts für sie. «Dafür komme ich gerne ein paar Tage nach Erstfeld und Amsteg», wo sie noch immer in der Katzenmusik aktiv ist.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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