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EXTREMSPORT: Extremkletterer Dani Arnold stellt zwei neue Rekorde auf

Der Urner Extremkletterer Dani Arnold hat zwei fast unglaubliche Rekorde im Free-Solo-Speedklettern aufgestellt. Oft hat er Zweifel bei der Routenplanung.
Philipp Zurfluh
Der Bürgler Free-Solo-Speedkletterer Dani Arnold hat die 650 Meter lange Via Carlesso in den Dolomiten allein und ungesichert in 68 Minuten bezwungen. (Bild Mammut)

Der Bürgler Free-Solo-Speedkletterer Dani Arnold hat die 650 Meter lange Via Carlesso in den Dolomiten allein und ungesichert in 68 Minuten bezwungen. (Bild Mammut)

Philipp Zurfluh

Dani Arnold klettert gerne schnell – sehr schnell. Der 32-jährige Urner Ex­trembergsteiger hat bereits mehrere Einträge im Guinness-Buch der Rekorde – kürzlich kamen zwei weitere dazu. Ungesichert kletterte er die 650 Meter lange Felswand der Via Carlesso am Torre Trieste in den Dolomiten hoch und benötigte dafür gerade mal 68 Minuten. Die Via Cassin in der Nordostwand des Pizzo Badile im Bergell erklomm er in 52 Minuten. «Der durchschnittliche Kletterer braucht für diese Routen bis zu zehn Stunden», erklärt Dani Arnold.

Überhängende Felsformationen

Er habe sich beim Rekordversuch für die Dolomiten entschieden, weil die dortigen Passagen für ihn riesige Herausforderungen darstellten. Aber nicht nur: «Die Formation der Dolomiten ist einfach gigantisch.» Die grossen Felstürme hätten ihn schon immer beeindruckt. Die Aufgabe habe es besonders schwierig gemacht, weil der Dolomit ein recht brüchiges Gestein sei. Des Weiteren seien Felsformationen vorhanden, die überhängend waren. Das stellt eine besondere Schwierigkeit für den Extremkletterer dar. «Du darfst dir keine Fehler erlauben.»

Kein Weg zurück

«Beim Free-Solo-Speedklettern verzichtet man auf alles, was Sicherheit gibt.» Bei der Kletterei ohne Sicherung ist Dani Arnold völlig auf sich alleine gestellt: «Kletterfinken, Helm und etwas Magnesium sind dann die wichtigsten Utensilien, die ich bei mir habe.» Für seine Speedrekorde ist der Urner bekannt. 2011 schaffte er die legendäre Eiger-Nordwand in einem unglaublichen Tempo von 2 Stunden und 28 Minuten und überholte damit den bisherigen Rekordhalter Ueli Steck um 20 Minuten. Damals wurde er zum Star der Extrem-Alpinistenszene.

Es ist kein Zufall, dass er zum Alpinisten wurde. Aufgewachsen im Schächental, fuhr er als Kind mit der Seilbahn zur Schule. «Schon in meiner Kindheit übte ich am Felsen mit meinem Vater in der Nähe unseres Hauses.»

Neben Technik, Kraft und konditionellen Fähigkeiten braucht es gemäss dem Extremkletterer vor allem mentale Stärke. «Im Kopf musst du bereit und 100 Prozent davon überzeugt sein, dass du keinen Fehler machst. Jeder Millimeter kann entscheidend sein.» In diesen Schwierigkeitsgraden gibt es keinen Weg zurück, es geht nur noch felsaufwärts.

Während des Kletterns gehe ihm wenig durch den Kopf. Dani Arnold betont: «Man muss voll fokussiert sein, da haben Angstgefühle keinen Platz.»

Der passionierte Fischer bestreitet aber nicht, dass während der Vorbereitungen der Touren manchmal grosse Zweifel vorhanden seien. «Es gab schon Situationen, in denen ich nächtelang nicht geschlafen habe.» So würde er sich oft die Frage stellen, ob er zu einer gewissen Route antreten soll oder ob sie zu gefährlich sei. Bei jeder Route versucht er möglichst viele Informationen zu sammlen. «Häufig entscheidet schlussendlich das Bauchgefühl, ob ich antrete», sagt Arnold. Der ständigen Gefahr, dass ein einziger Fehlgriff oder -tritt ihn das Leben kosten könnte, ist dem in Bürglen wohnhaften Sportler bewusst. Darum plant er seine Touren immer seriös. Aber: «Absolute Sicherheit gibt es nicht.»

«Ich hatte viel Glück»

Der Bürgler hat in seiner Karriere als Profikletterer schon so manche gefährliche und einschneidende Situation erlebt. So beispielsweise vor einem Jahr in Pakistan, als er Zeuge eines Gletscherabbruchs wurde und die Druckwelle ihn fast von einem Gletscher gestossen hätte. «Ich habe dem Tod in die Augen geblickt», so der Alpinist. Oder ein anderes Mal, als er in eine Lawine geraten ist. «Ich bin dafür dankbar, dass ich schon viel Glück hatte, und das ist mir auch bewusst.»

Dani Arnold trainiert täglich, wenn es in seinen Zeitplan passt, denn der Ex­tremkletterer ist eigentlich Bergführer und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Expedition in Pakistan

Nun plant er mit Freunden eine zweimonatige Expedition in Pakistan, die er im nächsten Sommer antreten möchte. Bis dann versucht er sein Niveau weiter zu verbessern. Wer den 32-Jährigen kennt, weiss, dass er sich von seinen Plänen nicht abbringen lässt.

Der Extremkletterer Dani Arnold meistert auch die scheinbar unüberwindbarsten Hindernisse. Hier klettert er die Via Carlesso am Torre Trieste in den Dolomiten hoch. (Bild Mammut)

Der Extremkletterer Dani Arnold meistert auch die scheinbar unüberwindbarsten Hindernisse. Hier klettert er die Via Carlesso am Torre Trieste in den Dolomiten hoch. (Bild Mammut)

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