F/A-18-Absturz am Susten geht wohl auf Fehler von Flugverkehrsleiter zurück

Mutmasslich eine fehlerhafte Höhenangabe des Flugverkehrsleiters hat am 29. August 2016 den Absturz einer F/A-18 in der Region Susten verursacht. Gegen den Flugverkehrsleiter sowie den zweiten Piloten der Patrouille ist nun eine Voruntersuchung eingeleitet worden.

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Die Absturzstelle auf der Kante (schwarz)

Die Absturzstelle auf der Kante (schwarz)

Bild: Alexandra Wey
(sda)

Bei der Kollision der F/A-18 der Schweizer Luftwaffe mit der westlichen Bergflanke des Hinter Tierberg in der Region Sustenpass war der Pilot ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde durch den heftigen Aufprall vollständig zerstört.

Die Untersuchungsrichter seien zum Schluss gekommen, dass der Pilot in der Startphase den Radarkontakt zum Leader verloren habe, teilte die Schweizerische Militärjustiz am Dienstag weiter mit. Aufgrund der Anweisungen des Flugverkehrsleiters sei der Pilot bis zu einer Höhe von 10'000 Fuss aufgestiegen und kollidierte in der Folge in einer kontrollierten Fluglage mit der Westflanke des südlich vom Hinter Tierberg gelegenen Grats.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse bestehe ein Anfangsverdacht gegen den Flugverkehrsleiter von Skyguide auf fahrlässige Tötung sowie der Störung des öffentlichen Verkehrs, schreibt die Militärjustiz.

Nicht von vornherein ausgeschlossen werden könne, dass das Verhalten des Leaders im Steigflug mitursächlich für den Flugunfall sei, in dem er die Standardvorgaben für den Steigflug nicht vollständig einhielt.

Die konkrete Prüfung, ob die genannten Tatbestände erfüllt seien, habe im Rahmen der Voruntersuchungen zu erfolgen. Für die Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.

Der schwarze Fleck am Felsen zeugt vom Aufprall des 27-jährigen Piloten. (Bild: ALEXANDRA WEY)
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Die Unfallstelle in felsigem Gebiet der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass. Der Berufsmilitärpilot wurde am Mittwochmorgen (31. August) an der Absturzstelle identifiziert. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Die Fahnen auf dem Militärflugplatz in Meiringen stehen am 31. August 2016 auf Halbmast. Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets im Sustengebiet ist der Pilot ums Leben gekommen. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Blick aus dem Militär-Helikopter in Richtung Sustenpass, wo der F/A-18-Kampfjet des 27-jährigen Schweizers abgestürzt ist. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Ein Militär-Pilot auf dem Flug zu der Unfallstelle der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin äussert sich anlässlich der ordentlichen Sitzung "extra muros" des Bundesrates zum abgestürzten F/A-18-Kampfjet. (Bild: GIAN EHRENZELLER)
Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin «ist traurig» über den Absturz. (Bild: GIAN EHRENZELLER)
Pierre de Goumoens, Kommandant der Luftwaffe, spricht anlaesslich der Medienkonferenz zum abgestuerzten Armee Fluegzeug, fotografiert am Dienstag, 30. August 2016, im Bundeshaus Medienzentrum in Bern. Der seit Montagnachmittag im Sustengebiet vermisste F/A-18-Kampfjet ist abgestuerzt. Er konnte am Dienstagmittag ausfindig gemacht werden. Noch vermisst wird allerdings der Pilot des Einsitzers. Das teilte das Verteidigungsdepartement per Communique mit. Nach dem Piloten werde weiter mit Hochdruck gesucht. Das Wrack der F/A-18 sei von einem Helikopter aus gesichtet worden. (KEYSTONE/Manuel Lopez) (Bild: MANUEL LOPEZ)
Pierre de Goumoens, Kommandant der Luftwaffe, spricht anlässlich der Medienkonferenz zum abgestürzten Armeeflugzeug. (Bild: MANUEL LOPEZ)
Jürg Nussbaum, Chef Kommunikation der Luftwaffe, spricht an der Medienkonferenz zum abgestürzten Armeeflugzeug. (Bild: MANUEL LOPEZ)
Pierre de Goumoens, Komandant der Luftwaffe, Jürg Nussbaum, Chef Kommunikation der Luftwaffe, und Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps äussern sich an der Medienkonferenz vom 30. August – ein Tag nach dem Unglück. (Bild: MANUEL LOPEZ)
30. August: Armeesprecher Daniel Reist gibt den Medien auf dem Flugplatz in Meiringen Auskunft zum Unglück. (Bild: ALEXANDRA WEY)
30. August: Nachdem am Montag die Suche nach dem Kampfjet und dessen Piloten abgebrochen werden musste, besserte sich am Dienstag das Wetter wieder. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Seit dem frühen Dienstagmorgen waren dank der Wetterbesserung drei Helikopter und Suchtrupps zu Fuss im Dauereinsatz. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Das Suchgebiet – hier haben die Suchtrupps nach dem Piloten und seiner Maschine gesucht. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Seit dem frühen Dienstagmorgen waren hier dank dem besseren Wetter drei Helikopter und Suchtrupps zu Fuss im Dauereinsatz. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Ein Helikopter sucht am Dienstag im Gebiet Sustenpass nach der vermissten F/A-18. (Bild: ALEXANDRA WEY)
Ein Helikopter sucht am Dienstag (30. August) im Gebiet Sustenpass nach der vermissten F/A-18. (Bild: ALEXANDRA WEY)
29. August: Schlechtes Wetter in Richtung Sustenpass in Meiringen. Die Suchaktion musste aufgrund der schlechten Sicht abgebrochen werden. (Bild: Keystone)
29. August: Schlechtes Wetter in Richtung Sustenpass in Meiringen. Die Suchaktion musste aufgrund der schlechten Sicht abgebrochen werden. (Bild: Keystone)
29. August: Schlechtes Wetter in Richtung Sustenpass in Meiringen. Die Suchaktion musste aufgrund der schlechten Sicht abgebrochen werden. (Bild: Keystone)
29. August: Aldo C. Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe, und Pierre de Goumoens, ZSO Kommandant Luftwaffe, von rechts, informieren über das Verschwinden des F/A-18 Flugzeugs der Armee im Sustengebiet. (Bild: LUKAS LEHMANN)
29. August: Aldo C. Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe, gibt Medien Auskunft. (Bild: LUKAS LEHMANN)
Aldo C. Schellenberg, Kommandant der Luftwaffe an der Medienkonferenz am Unglückstag (29. August). (Bild: LUKAS LEHMANN)

Der schwarze Fleck am Felsen zeugt vom Aufprall des 27-jährigen Piloten. (Bild: ALEXANDRA WEY)