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FALL WALKER: Bei der Tatrekonstruktion kamen den Urner Oberrichtern Zweifel

Der zweite Berufungsprozess gegen den Erstfelder Barbetreiber Ignaz Walker hat beim Urner Obergericht Zweifel daran gesät, dass der Beschuldigte einen Killer auf seine Frau angesetzt hat. Was in jener Nacht 2010 passiert ist, bleibt aber offen.
Ignaz Walker beim Gang zur Urteilsverkündung am vergangenen Montag in Altdorf. (Bild Pius Amrein)

Ignaz Walker beim Gang zur Urteilsverkündung am vergangenen Montag in Altdorf. (Bild Pius Amrein)

Das Urner Obergericht hat am Dienstag das begründete Urteil vom April 2016 zum Fall Walker publiziert. Das Gericht hatte damals sein erstes Urteil von 2013 stark korrigiert und die Freiheitsstrafe von 15 Jahren auf zwei Jahre und vier Monate reduziert.

Dem Barbetreiber war vorgeworfen worden, 2010 auf einen Gast geschossen zu haben, allerdings ohne diesen zu verletzen, und einen Killer auf seine damalige Gattin angesetzt zu haben. Die Frau wurde durch Schüsse schwer verletzt.

Das Obergericht hatte anfänglich den Beschuldigten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung im Falle des Gastes und wegen Mordversuchs im Falle der Frau verurteilt. Beim zweiten Berufsprozess wurde der Barbetreiber im Falle des Gastes nur noch der Gefährdung des Lebens für schuldig befunden, weil der Hauptbelastungszeuge vor Gericht nicht mehr befragt werden konnte. Vom Mordversuch an seiner Frau wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Das Obergericht hatte auf Geheiss des Bundesgericht den Fall ein zweites Mal beurteilen müssen. Dieser zweite Prozess verlief turbulent.

Schussrekonstruktion verstärkte Zweifel

Die schriftliche Begründung zeigt, dass die Zweifel des Gerichtes während des zweiten Prozess so gross wurden, dass es im Falles des Mordanschlages den Beschuldigten freisprechen musste. So seien wegen der Schussrekonstruktion die Zweifel des Gerichtes im Bezug auf den dem Barbetreiber vorgeworfenen Mordanschlag "leicht gewachsen".

Es bestünden durchaus Indizien, dass der Beschuldigte an den Schüssen auf seine Frau beteiligt gewesen sei, heisst es im Urteil. Es bestünden aber auch Zweifel, dass sich das Geschehen wie von der Staatsanwaltschaft beschrieben abgespielt habe. Die Indizien und Motive seien nicht so zwingend, dass keine andere Tatvariante möglich gewesen sei.

Gegen eine halbe Million Gerichtskosten

Der Gerichtsfall kommt den Kanton Uri teuer zu stehen. Gemäss Urteil muss die Staatskasse alleine für Verfahrens- und Anwaltskosten in der Höhe von 478'000 Franken aufkommen. Der Beschuldigte muss gerade mal 17'400 Franken übernehmen.

Der Kanton sieht sich zusätzlich mit einer Entschädigungsforderung in noch unbekannter Höhe konfrontiert. Das Geld soll der Beschuldigte für die Zeit von gut zweieinhalb Jahren im Gefängnis erhalten, die er zu viel abgesessen hat. Die Summe wird in einem separaten Verfahren festgelegt. (sda)

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