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FALL WALKER: Schuss-Szene wird original nachgestellt

In eineinhalb Wochen werden im Erstfelder Bärenboden wieder Schüsse fallen. Sie sollen den Richtern Klärung bringen.
Hier fielen 2010 Schüsse. (Bild: Archiv Neue UZ)

Hier fielen 2010 Schüsse. (Bild: Archiv Neue UZ)

Das Urner Obergericht greift im Fall Walker auf eine etwas unkonventionelle Vorabklärungsmethode zurück. Im Vorfeld des Gerichtsprozesses, der voraussichtlich vom 19. Oktober bis 4. November wieder aufgenommen wird, stellt das forensische Institut Zürich (FOR) unter Echtbedingungen die Szenen nach, die sich am 12. November 2010 in Erstfeld ereignet haben sollen. Damals wurde auf die ehemalige Frau von Ignaz Walker geschossen. Durch die Schussrekonstruktion und den Augenschein vor Ort sollen sich Richter, Verteidigung und Ankläger ein realistisches Bild machen können, welche Beschreibungen der Zeugen plausibel erscheinen .

Die Live-Rekonstruktion findet am Originalschauplatz im Bärenboden statt. Am Montag, 28. September, wird das Gebiet zwischen 21 und 23 Uhr grossräumig abgesperrt. Unbefugte werden keinen Zutritt haben und werden gebeten, sich nicht in der Nähe des Schauplatzes aufzuhalten. Da es sich um eine Verfahrenshandlung dreht, ist es von Gesetzes wegen während des Augenscheins verboten, Foto- oder Videoaufnahmen zu machen.

Experten um Sicherheit besorgt

Heute Freitag werden die Anwohner des Gebiets Bärenboden und Schützengasse sowie die Gemeinde Erstfeld über das Vorhaben per Flugblatt umfassend informiert. «Die Experten des Forensischen Instituts Zürich, unterstützt durch die Kantonspolizei Uri, gewährleisten die Sicherheit der Anwohnenden und Anwesenden während des Augenscheins», heisst es im Schreiben des FOR. Das Gebiet muss aber nicht wie erwartet evakuiert werden.

Während der Live-Rekonstruktion wird mit scharfer Munition auf ein Modell geschossen. Damit aber von den Schüssen keine Gefahr ausgeht, wird ein Kugelfang installiert. Im Erdgeschoss der Liegenschaft Bärenbodenweg 23 in Talrichtung (Gotthardstrasse) werden sicherheitshalber zwei Fenster abgedeckt.
Das Gebiet um die Liegenschaft Bärenbodenweg 23 wird gesperrt. Der Durchgang ist unter Erlaubnis der anwesenden Polizei zwischendurch möglich. «Während der Durchführung des Augenscheins dürfen sich keine Personen (Bewohner, Gäste und weitere) hinter den Fenstern in Talrichtung der Liegenschaft Bärenbodenweg 23 (Richtung Gotthardstrasse) aufhalten», stellt das FOR klar. «Dies gilt auch in allen umliegenden Liegenschaften: Ein Aufenthalt hinter den Fenstern in Richtung der Schussrekonstruktion ist zu vermeiden.» Die Lautstärke der Schüsse werde nicht hoch sein, da es sich um eine eher kleine Pistole handle. «Die Anwohner sind ausreichend geschützt, sofern sie die Fenster geschlossen halten.»

Sind Aussagen plausibel?

Linus Jäggi, der Verteidiger von Ignaz Walker, hatte vom FOR umfassende Abklärungen zu den Begebenheiten vom 12. November 2010, wie sie das Opfer beschrieb, verlangt. Geklärt werden könnte die Frage, ob die Beschreibungen des Opfers technisch möglich sind. Statt eines schriftlichen Berichts schlug das Institut vor, den Augenschein in Betracht zu ziehen. Auf dieses Angebot geht das Obergericht nun also ein.

red

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