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FASNACHT: Andermatt: Urschner weinen, was das Zeug hält

Den Katzenmusikern im Urserntal war es am Dienstagabend nicht zum Feiern zu Mute. Die Trauer über die zu Ende gehende Fasnacht war so gross, dass sie ganze Leintücher vollrotzten.
Elias Bricker
Die Tränen fliessen in Strömen: Beim «Usflennä» blieb kein Andermatter Auge trocken. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 13. Februar 2018))

Die Tränen fliessen in Strömen: Beim «Usflennä» blieb kein Andermatter Auge trocken. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 13. Februar 2018))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Die letzten Böller sind explodiert, die letzte Glut des Feuers erloschen – dann war die Fasnacht auch in Andermatt zu Ende. Die Fasnachtsgesellschaft Elvelinus verbrannte am Abend im Tristel bei der Talstation der Gemsstockbahn ihren «Fasnachtsböög». Der «Twärr», wie ihn die Urschner nennen, ist eine rund drei Meter hoher Fasnachtsfigur, die jeweils von Dorfschreiner Max Simmen gebaut wird.

Die Trommler, Pauker und Bläser spielten am Dienstagabend so lange den Katzenmusikmarsch, bis vom «Twärr» nichts mehr übrig war. Doch den Fasnächtlern war dabei überhaupt nicht zum Feiern zu Mute, als sie sahen, wie ihre Figur in den Flammen verbrannte. Denn Andermatt ist nicht Zürich. Und das Fasnachtsende nicht das Sechseläuten. Im Urserntal ist die Kremation des «Böögs» ein trauriger Anlass – eine regelrechte Trauerzeremonie. Nicht umsonst heisst das Austrommeln in Andermatt «Usflennä». Etliche Fasnachtsbegeisterte standen denn auch weinend neben dem Feuer und rotzten riesige Stoffnastücher voll.

Emotionaler Moment für Prinz Elvelinus

«Wir Andermatter sind jeweils extrem traurig, wenn die Fasnacht zu Ende geht», sagt Rolf Albertin, Präsident der Gesellschaft Elvelinus, «da muss man mindestens ein Leintuch mitnehmen, damit man sich die Tränen abzuwischen kann. Und bis die nächste Fasnacht kommt, dauert es wieder ein ganzes Jahr.» Bis zur Fasnacht 2019 sind es gar noch 378 Tage.

Auch wenn die weinenden Andermatter am «Usflennä» eine regelrechte Show bieten, für den diesjährigen Fasnachtsprinzen Elvelinus LVII., Peter Baumann, war der gestrige Abend dennoch ein emotionaler Anlass. «Ich durfte eine wunderschöne Fasnacht erleben», sagte Baumann. «Das Verbrennen des ‹Twärrs› und überhaupt die Fasnacht 2018 war für mich sehr speziell, aber auch sehr intensiv. Prinz Elvelinus ist man schliesslich nur ein einziges Mal im Leben.»

Fasnächtler wollten bald ins Bett

Vor dem eigentlichen «Usflennä» gab es noch eine regelrechte Trauerprozession – eine Katzenmusik durchs Dorf, bei der die Fasnächtler auf einem Lastwagen den «Twärr» chauffieren.

Mit von der Partie waren die ehemaligen Fasnachtsprinzen in Frack und dem obligaten Zylinder. Auf dem Weg vom Verkehrsbüro in den Tristel wurde der Trauerzug immer grösser. «Das Volk erwies unserem Prinzen Elvelinus LVII. nochmals alle Ehre», freute sich Rolf Albertin.

Auf das «Usflennä» folgt ein Nachtessen

Nach dem eigentlichen «Usflennä» treffen sich der amtierende Prinz Elvelinus und die Altprinzen schliesslich noch zum Nachtessen. «Allzu spät wird es meistens nicht mehr», sagt Gesellschaftspräsident Albertin. Um Mitternacht sei meistens Schluss, schliesslich beginne dann die Fastenzeit. «Und sind wir ehrlich: Die meisten Fasnächtler sind nach einer intensiven Woche irgendeinmal einfach nur noch müde.»

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