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FASNACHT: Flüelen nimmt «Gugg-Uri» auf

Der Grossanlass der Urner Guggenmusiken kann nun doch stattfinden. Allerdings werden die vereinigten Urner Guggenmusiken im Februar 2017 nicht mehr in Altdorf auf die Pauke hauen.
Philipp Zurfluh und Bruno Arnold
Vor drei Jahren zogen die Guggenmusiken durch Altdorf, 2017 werden sie sich wohl in Flüelen treffen. Bild: Valentin Luthiger (Altdorf, 15. Februar 2014)

Vor drei Jahren zogen die Guggenmusiken durch Altdorf, 2017 werden sie sich wohl in Flüelen treffen. Bild: Valentin Luthiger (Altdorf, 15. Februar 2014)

Philipp Zurfluh und Bruno Arnold

Dass den «Gugg-Uri»-Organisatoren knapp vier Monate vor dem geplanten Termin vom 3. und 4. Februar noch keine Bewilligung des Altdorfer Gemeinderats vorliegt, erhitzte die Gemüter der Urner Kakofonisten seit Tagen. In Leserbriefen in der «Urner Zeitung» und auch auf den Social Media machte sich grosser Unmut über die drohende Absage des beliebten Treffens der Urner «Guggä» breit. Aber auch ein Funken Hoffnung.

Doch nun dürfte der Anlass gerettet sein – sofern die Organisatoren denn auch definitiv wollen. Die achte Auflage des «Gugg-Uri» könnte am 3. und 4. Februar 2017 in Flüelen stattfinden. Der Gemeinderat hat gestern Abend das entsprechende Gesuch des OK gutgeheissen, wie Gemeindepräsident Simon Arnold auf Anfrage erklärte. Der Umzug der Guggenmusiken würde am 4. Februar durch das Flüeler Dorf führen. Als eigentliches Party­gelände könnte somit am 3. und 4. Februar der Bahnhof-Parkplatz benützt werden. «Mit den direkt betroffenen Parkplatzanwohnern haben wir vor dem Entscheid des Gemeinderats einvernehmliche Gespräche geführt», so Arnold.

Gemeindepräsident wehrt sich

Ins Visier genommen worden war in den vergangenen Tagen vor allem die «Verzögerungstaktik» des Gemeinderats Altdorf, der für die Bewilligung zuständig ist. Doch Gemeindepräsident Urs Kälin wehrt sich gegen die Vorwürfe, dass das OK erst spät über ein mögliches Nein informiert worden sei. «Dem Gemeinderat hat nie ein Gesuch vorgelegen», betonte er auf Anfrage unserer Zeitung. «Die Veranstaltung ist bei uns im Gemeinderat gar nie zur Debatte gestanden.» Ein Antrag zur Bewilligung sei nicht auf dem Tisch gelegen. Deshalb habe es bisher auch keinen Entscheid des Gemeinderats gegeben.

Von einer definitiven Absage oder gar von einer Abfuhr, wie es in «Gugg-Uri»-Kreisen heisse, könne somit keine Rede sein. Urs Kälin sagt aber auch: «Es ist möglich, dass ein Missverständnis innerhalb der Verwaltung vorliegt. Dass Gesuche in Altdorf monatelang liegen bleiben und vom Gemeinderat nicht behandelt werden, ist absolut unüblich», betonte Kälin weiter.

«Eine Lösung gibt es immer»

Verständnis für den Ärger der Veranstalter, bei welchen die Planung schon weit fortgeschritten ist, hat der Gemeindepräsident allerdings nicht: «Man hätte auf uns zukommen können, man muss das Gespräch suchen. Eine Lösung gibt es immer», betont Kälin in diesem Zusammenhang.

Die Gemeinde Altdorf erarbeite zurzeit ein neues Reglement mit Benützungsregeln für lärmintensive Veranstaltungen. Das heisst: Veranstaltungen im öffentlichen Raum sollen nur noch bis 24 Uhr dauern. «Hier geht es vor allem um die Anwohnerschaft. Wir wollen, dass die Nachtruhe respektiert wird», so Kälin. Er betont: «Wir wollen alle Gesuchsteller gleich behandeln. Es wird jedoch auch immer Ausnahmen geben.» Bei der Ausarbeitung des neuen Reglements sei man mit der Stadt Luzern und dem Kanton Basel-Landschaft in Kontakt getreten, und man habe Informationen betreffend Veranstaltungen im öffentlichen Raum ausgetauscht. «Dieses Reglement ist nichts Revolutionäres. In ähnlicher Weise wird dies auch in anderen Gemeinden und Städten so gehandhabt.» 2017 würden die neuen Regeln zudem noch nicht in Kraft treten, es handle sich um ein Übergangsjahr. Ein Lichterlöschen für die achte «Gugg-Uri»-Auflage 2017 in Altdorf für nächstes Jahr sieht Urs Kälin keineswegs. «Wir behandeln jedes Gesuch individuell, und wir haben bisher noch immer einvernehmliche Lösungen gefunden», sagte er am vergangenen Mittwoch.

«Gesuch ordnungsgemäss zugestellt»

Für Koni Scheuber, OK-Präsident von «Gugg-Uri», ist der Fall klar: «Wir haben das Gesuch an die Gemeinde Altdorf ordnungsgemäss zugestellt.» Das an den Gemeinderat adressierte Schreiben vom 23. April 2016 liegt unserer Zeitung vor. Die Vereinigung sei auf der Suche nach einer anderen Gemeinde, in welcher der Anlass stattfinden könne, sagte er gestern Mittag noch. Man habe bereits mehrere Gespräche geführt. Jede Gemeinde, die sich gesprächsbereit zeige, sei eine Option. Mehr wolle er im Moment nicht mehr sagen. Der Verein werde demnächst mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit gelangen.

Mittägliche Hoffnung wird am Abend erfüllt

Koni Scheuber zeigte sich aber gestern Mittag optimistisch und hoffnungsvoll, dass «Gugg-Uri» nicht an der Standortfrage scheitern werde. Und bereits gestern Abend wurde er für seinen Optimismus belohnt: mit dem Ja des Gemeinderats Flüelen.

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