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FASNACHT: Prominente Urner und die Fasnacht

Urner Promis erleben die Fasnacht heutzutage sehr unterschiedlich. Zumindest als Kinder waren aber alle irgendwie mittendrin und dabei.
Als Beweis: Bruno Risi steht am Güdismontag 2007 in Altdorf im Ring. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Als Beweis: Bruno Risi steht am Güdismontag 2007 in Altdorf im Ring. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Ich bin vom aktiven zum aktiv-passiven Fasnächtler geworden», sagt Landammann Isidor Baumann lachend. Aktiv-passiv? «Ja. Das heisst: Ich lasse mir als Zuschauer fast keinen Anlass in meiner Wohngemeinde Wassen entgehen. Und wenns die Zeit zulässt, bin ich auch andernorts gerne als Gast dabei, wie zum Beispiel am vergangenen Mittwoch beim ?Ytrummelä? in Altdorf.»

Er schätze es ausserordentlich, dass es so viele Leute aus verschiedensten Generationen gebe, die die Fasnacht als urnerisches Brauchtum derart intensiv pflegen. In seiner Jugendzeit war der heutige Regierungsrat selber als aktiver Trommler mit der «Chatzämüüsig» unterwegs. «Ich erinnere mich gerne, wie ich mit meinen Altersgenossen stundenlang durchs Dorf gezogen bin.»

«Ein volles Programm»
«Ich habe ein volles Fasnachtsprogramm», sagt Nationalrätin Gabi Huber und schmunzelt. Kein fasnächtliches allerdings, weder ein «Ytrummelä» noch einen Maskenball. «Mein Terminkalender ist gefüllt mit Sitzungen in Bern, auch am ?Gidelmäändig?.» An diesem Tag werde sie bestimmt nicht mit dem Auto bis nach Luzern fahren, sondern bereits in Flüelen in den Zug steigen, um nicht ins Tohuwabohu der Zentralschweizer Fasnachts-Hochburg Luzern zu geraten.

Dabei war die 54-jährige Altdorfer Juristin früher eine «angefressene» Fasnächtlerin, ganz nach dem Motto: «Ohne mich geht es nicht.» Gabi Huber erinnert sich gerne, wie sie als tagelang trommelnde Katzenmusikerin unterwegs war oder wie sie als intrigierende Vollmaske mit den Gästen in den Restaurants schäkerte, um bei der Demaskierung für Überraschung und einige «Aha»-Erlebnisse zu sorgen. «Der Fasnachtsball im ?Schlüssel? war für mich als junge Frau jeweils einer der Höhepunkte.» Aber mit zunehmendem Alter habe ihr Interesse an der Fasnacht halt doch etwas abgenommen auch gezwungenermassen, da ihr Terminkalender als Politikerin und heute als Präsidentin der FDP-Fraktion in Bern Fasnacht fast nicht mehr zuliess respektive zulässt.

Tage wie andere auch
«?Schmutzigä Donschtig? und ?Gidelmäändig? sind für mich Tage wie andere auch», sagt Landratspräsident Paul Jans. Zwar hätte er nun Zeit, um an die Fasnacht zu gehen. Das Virus habe ihn aber nie erwischt, auch nicht in seinen jungen Jahren. «Zudem bin ich das ganze Jahr hindurch heiter und lustig, nicht nur an zwei Tagen», scherzt der Besitzer des Hotels Frohsinn.
Bis vor 15 Jahren gab es im «Frohsinn» über die Fasnachtstage jeweils musikalische Unterhaltung «Volksmusik natürlich». «Damals haben wir schon auch einmal die Nächte durchgemacht.» Seither läuft die Fasnacht jedoch neben Jans und seinem Restaurant vorbei. Sie würden sich auch in diesen Tagen auf die Dienstleistung für die vielen Feriengäste konzentrieren.

«Nach Mitternacht störts»
«Mir sagt die Fasnacht wenig», sagt Geigerin Simone Zgraggen. «Ich bin froh, dass ich jetzt in Zürich wohne. Hier wird nicht so gefeiert.» Als Kind habe sie zwar noch begeistert an Umzügen teilgenommen und als Jugendliche an den Maskenbällen gefeiert, erinnert sie sich. Damals gefiel ihr das Verkleiden noch. Irgendwann hat sich ihre Einstellung zur Fasnacht aber geändert. Ein Grund dafür seien die Erfahrungen in ihrer damaligen Wohngemeinde Flüelen gewesen. Oft habe sie nicht einschlafen können oder sei wegen des fasnächtlichen Treibens und Lärms wieder aufgewacht, sagt die renommierte Musikerin. «Tagsüber mag es ja Spass machen, aber nach Mitternacht ist der Krach schon störend.» Ihre Stradivari-Geige wird sie wohl auch in Zukunft nie gegen Trommel, Pauke oder Trompete eintauschen.

«Masken müssen sein!»
Luca Schenardi aus Altdorf zieht es während der Fasnacht an drei Umzüge; an das Eintrommeln am Mittwochabend, an die «Ochsen»-Katzenmusik am Freitag und an das Austrommeln in der Nacht vor Aschermittwoch. Da ist er mit seiner Pauke mit dabei. «Dieser Teil der Fasnacht fasziniert mich. Warum genau, weiss ich selbst nicht», sagt der Illustrator, der seit Sommer wieder in Uri wohnt. Frühmorgens hat ihn gestern der Altdorfer Morgenstreich geweckt. Der Umzug durch das verschneite Dorf sei schön anzuschauen gewesen. Schenardi gefallen besonders die traditionellen Masken, die urtümlich und mystisch wirken. «Eine Maske gehört dazu. Ich würde nie geschminkt an die Fasnacht gehen.»

Den Rennstopp ausnutzen
«Es ist spät geworden», sagte der Radprofi Bruno Risi gestern. Gerade erst von seinem letzten Sechstagerennen zurück, zog er zusammen mit Geni Wipfli los. Als Clowns verkleidet, ging es zunächst an die Preisverleihung des «Humori 2010». Den Preis in der Tasche, sind sie dann noch weitergezogen bis in den Morgen hinein. «Ich musste es ja einmal ausnutzen, wenn ich an der Fasnacht im Kanton bin.» In den vergangenen Jahren war er nämlich meistens im Ausland und fuhr Rennen. Eigentlich sei er aber schon ein Fasnächtler und habe früher auch bei der Katzenmusik mitgemacht.

Auch die Umzüge machten ihm Spass sogar wenn er selber auf die Schippe genommen werde. «Ich finde das ?glatt? und nehme es nicht ernst, wenn ich einmal Motiv für die Fasnacht werde», sagt der Sportler. Dieses Jahr hätten ihn sogar einige Einsiedler angefragt, die als Bruno Risi an die Fasnacht gehen wollten. «Ich habe ihnen Trikots von mir gegeben, mit denen sie sich verkleiden können.»

Bruno Arnold; rat ; Angel Sanchez/Neue UZ

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