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FASNACHTSUMZUG: Altdorfer hoffen auf 10'000 Besucher

Rund 30'000 Franken kostet der Altdorfer Fasnachtsumzug. Das Umzugskomitee kann auf viele treue Wagenbauer zählen. Für OK-Mitglied Mario Burkart gibt es am Güdelmontag nur einen Wermutstropfen.
Markus Zwyssig
Die Umzugsroute. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Die Umzugsroute. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Mario Burkart ist ein Fasnächtler durch und durch. Schon als kleiner Bub wurde der 41-jährige Altdorfer vom Fasnachtsvirus infiziert. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn angesteckt wurde er sicher auch von Vater Fredy Burkart. Dieser ist nebst Bühnentechniker und Marionettenbauer auch eine bekannte Persönlichkeit im Urner Fasnachtsgeschehen. Mit seinen Auftritten und farbigen Kostümen hat er schon viele Umzüge oder Strassenfasnachten bereichert.

Sohn Mario verhilft nun aber am Güdelmontag vor allem anderen Narren zu einem grossen Auftritt. Das macht er als Mitglied im Komitee des Altdorfer Fasnachtsumzugs. Das von René Pfaffen präsidierte fünfköpfige OK sorgt dafür, dass am Altdorfer Fasnachtsumzug alles rund läuft. 21 Nummern stark ist das Altdorfer Fasnachtshighlight, das am kommenden Montag ab 14. 15 Uhr durchs Dorf ziehen wird (siehe Grafik).

Eine entwendete Agenda, die Seerose und Boxer Hansi

Angeführt von der Katzenmusik treiben anschliessend im grossen Fasnachtszug durchs Dorf die Narren ihr Unwesen. Zwischen 600 und 800 Fasnachtsbegeisterte sind aktiv auf den Wagen und bei den verschiedenen Fussgruppen mit dabei. Themen, die sich für die Narrenzeit anbieten, gab es in den vergangenen Wochen und Monaten viele. So werden die entwendete Agenda von Dr. L., Boxer Burg-Hansi, Teppichbetrüger in Altdorf, die Seerose, der Alpbeizli-Pass bis hin zur No-Billag-Initiative auf die Schippe genommen (siehe Tabelle).

Der Altdorfer Fasnachtsumzug hat eine lange Tradition. «Seit 130 Jahren sorgt er für ein Highlight der Fasnacht», weiss Mario Burkart. Froh ist er, dass es in Altdorf viele treue Wagenbauer gibt. «Zum Teil sind sie seit 30 Jahren dabei», sagt Burkart anerkennend. «Schön ist auch, dass immer wieder neue Gruppen dazu kommen.» In Altdorf gibt es sehr viele eingefleischte Fasnächtler. Zahlreiche Narren-Gruppen machen nicht nur am Umzug mit, sondern sind während der Fasnacht auch als Schnitzelbänkler unterwegs und erst noch bei vielen Katzenmusiken im Dorf aktiv mit dabei.

Fasnachtsumzug kostet 30'000 Franken

Was viele nicht wissen: Das Umzugskomitee und die Katzenmusik sind finanziell voneinander unabhängig. Des Reinerlös aus dem Verkauf der Altdorfer Fasnachtsplakette kommt vollumfänglich dem Umzug zu Gute. Dazu kommt das Geld aus dem Sammelwagen. «Wir können aber auch auf Sponsoren zurückgreifen, die uns zum Teil seit vielen Jahren unterstützen», sagt Mario Burkart.

All dies ist dringend notwendig, denn der Altdorfer Fasnachtsumzug kostet unter dem Strich mehr als 30'000 Franken. «Der finanzielle Aufwand für den Umzug ist in etwa gleich hoch wie das, was die Katzenmusikgesellschaft für die gesamte Fasnacht aufwendet», vergleicht Burkart. Die Altdorfer zeigen sich denn auch grosszügig. So wird den Wagenbauern das benötigte Material gratis zur Verfügung gestellt. «Es ist wichtig, dass wir die Gruppen bei der Stange halten», sagt Burkart. «Holz, Stoff und Farben stehen in einer grossen Auswahl für die Wagenbauer bereit.»

Burkart weist auf die wirtschaftliche Bedeutung des Umzugs hin. «Am Fasnachtsmontag sind bereits ab 10 Uhr sehr viele Menschen im Dorf», gibt er zu bedenken. Umzugsteilnehmer, Wagenbauer und Guggenmusiker verpflegen sich vor Ort. «Nach dem Umzug geht es dann richtig los. Für die Altdorfer Gastrobetriebe ist es sicher ein guter Tag.»

Mehrere tausend Zuschauer lassen sich den Altdorfer Fasnachtsumzug nicht entgehen. «Genaue Zahlen gibt es nicht», gibt Burkart zu bedenken. «Aber wir verteilen jeweils 3500 Stück Flyer. Das gibt uns einen Anhaltspunkt.» Abhängig sei das Zuschaueraufkommen natürlich vom Wetter. «Wenn es kalt und nass ist, kommen vielleicht 5000 Zuschauer», schätzt Burkart. «Im vergangenen Jahr waren es bei idealem Umzugswetter sicher 10'000 Personen.»

Hallen für Wagenbau sind schwierig zu finden

Das grösste Problem für die Fasnächtler ist es, eine Halle für den Wagenbau zu finden. «Es gibt Gruppen, die können einzig am Fasnachtswochenende an ihrem Wagen bauen», weiss Burkart. Andere hätten da mehr Glück und könnten entsprechend länger am Wagenbauen sein. Das ist auch ein Grund, weshalb es beim Altdorfer Fasnachtsumzug keine Jurierung gibt. «Das wäre unfair, denn nicht alle haben die selben Voraussetzungen.» Für Burkart ist denn auch jeder Wagen am Umzug gleich viel wert. «Ich bin überzeugt, dass alle Fasnächtlicher ihr Bestes geben.»

Auch Burkart selber leistet am Güdelmontag einen grossen Einsatz. Konsequenz seiner Tätigkeit im OK ist es, dass er selber nicht mehr am Umzug teilnehmen kann. «Früher machte ich immer aktiv mit. Inzwischen ist es mir aber zu viel geworden.» Am Güdelmontag ist er ab 8.30 Uhr bis abends um 19 Uhr für den Fasnachtsumzug unterwegs. «Es ist ein guter, aber strenger Tag», sagt er.

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