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Kunstrasen: FC Altdorf möchte das Volk entscheiden lassen

Der Gemeinderat Altdorf schlägt dem Fussballclub vor, sich für die Trainings im Winter mit anderen Vereinen abzusprechen und Plätze zu teilen. Hingegen glaubt man beim FC, dass das Kunstrasenprojekt billiger realisiert werden kann.
Florian Arnold
Der FC Altdorf (hier im Spiel gegen den FC Brunnen) wird vorderhand nicht auf Kunstrasen spielen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 9. Juni 2018))

Der FC Altdorf (hier im Spiel gegen den FC Brunnen) wird vorderhand nicht auf Kunstrasen spielen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 9. Juni 2018))

Die Wogen gingen hoch, als der Gemeinderat Altdorf kundtat, er unterstütze das Kunstrasenprojekt des FC Altdorf (FCA) nicht. Grund: Die Kosten laufen aus dem Ruder. 2,8 Millionen würde es kosten, den Fussballplatz auf der Suworowmatte mit Kunstrasen zu bestücken. Zu teuer, wie der Gemeinderat findet.

Diesen Entscheid wollte der FCA jedoch nicht hinnehmen. An einer ausserordentlichen GV wurde unter anderem in Erwägung gezogen, eine Volksinitiative zu lancieren. «Der Gemeinderat wird sich am 24. August mit Verantwortlichen des FC Altdorf treffen», gab nun Urs Kälin, Gemeindepräsident von Altdorf, auf Anfrage unserer Zeitung bekannt. Für ihn steht im Zentrum, gemeinsam mit dem Fussballclub nach Lösungen zu suchen.

Kälin unterstreicht: «Für den FC Altdorf stehen eigentlich genügend Trainingskapazitäten pro Woche zur Verfügung. Nur können die Naturrasenplätze während der Wintermonate nicht benutzt werden. Bei den Kunstrasenplätzen könnte hingegen eine Schneeräumung vorgenommen werden.»

Man müsse sich eine Grundsatzfrage stellen: «Inwiefern ist Fussball eine Ganzjahressportart?» Kälin ruft zudem in Erinnerung: «Für Fussballer bleibt Naturrasen die beliebteste Unterlage. Auf Kunstrasen wird nur ausgewichen, wenn sonst nichts mehr geht.» Deshalb schlägt der Altdorfer Gemeindepräsident auch vor, dass sich die Fussballclubs der verschiedenen Gemeinden besser absprechen und allenfalls ihre Plätze gegenseitig abtauschen. «So könnte der Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Clubs, die immer auf Kunstrasen trainieren können, vermindert werden.»

Was zählt, sind die Trainingsmöglichkeiten

Wie Yves Althaus, Präsident des FCA, bestätigt, haben bereits Gespräche mit den anderen Vereinen stattgefunden. «Den Mehrwert, den ihnen der Kunstrasen bringt, beanspruchen die anderen Clubs selber.» Will heissen: Im Winter, wenn auf dem Naturrasen nicht gespielt werden kann, werden die Kunstrasen bereits von den Inhaber-Clubs besetzt sein. Althaus bestreitet nicht, dass Naturrasen nach wie vor die beliebteste Unterlage bleibt. «Ein Match auf einem Kunstrasen ist nicht gleich interessant wie einer auf Naturrasen», sagt der Präsident. «Aber das, was zählt, ist, ob man trainieren kann oder nicht. Die Verfügbarkeit unseres Rasens liegt heute bei 50 Prozent, mit Kunstrasen wären es 95 Prozent.» Dieser Vorteil sei nicht von der Hand zu weisen. Deshalb vertrete der FCA die Meinung, dass das Volk über den Kredit befinden soll. Die Schritte für eine Volksinitiative würden aber frühestens nach dem Treffen im August eingeleitet. Althaus gibt sich aber zielsicher: «Die Unterschriften zusammenzubekommen, wird kein Problem sein.»

Dass der FC die Initiative starten will, stört den Gemeindepräsidenten nicht. «Das ist ein völlig legitimes demokratisches Mittel», sagt Kälin. «Der Gemeinderat konnte die Vorlage einfach nicht vors Volk bringen, weil wir nur eine Abstimmung wollen, wenn wir einhellig dahinter stehen können.» Wichtiger ist ihm vorerst, mit den Betroffenen das Gespräch zu führen.

Einzelne Mitglieder des FCA hatten vorgeschlagen, die Bauvorlage von 2,8 Millionen zu splitten: Denn sie enthält neben der eigentlichen Erstellung des Kunstrasens auch Massnahmen für den Hochwasserschutz. Den Vorschlag des FC hält Kälin für «Schlaumeierei». «Es besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Kunstrasen und dem Hochwasserschutz», so Kälin.

«Beim heutigen Naturrasen kann das Wasser im Boden versickern. Das ist bei einem asphaltierten Untergrund eines Kunstrasens nicht mehr möglich.» Dass sich das Wasser am Hang des Bannwalds rasch ansammeln könne, sei augenfällig. «Dieses Problem besteht bei freistehenden Fussballplätzen nicht», so Kälin. Eine Umrüstung ohne Hochwasserschutz würde garantiert Folgekosten mit sich bringen.

«Die Kostenschätzung hat alle schockiert»

Dass die Kosten durch die zusätzlich nötigen Massnahmen derart in die Höhe schnellen würden, hätte der Gemeinderat nicht gedacht. Denn bei einer Machbarkeitsstudie, welche sich der Kanton 2015 einiges Geld kosten liess, war man noch von einem Total von 1,7 Millionen – bei einer Ungenauigkeit von 20 Prozent – ausgegangen. «Die nun vorliegende Kostenschätzung hat uns alle schockiert», sagt der Gemeindepräsident.

FCA-Präsident Althaus hingegen glaubt an eine günstigere Lösung. «Wir gehen davon aus, dass man das Projekt noch optimieren und somit kostengünstiger machen kann.» Man sei diesbezüglich mit Planungsbüros im Kontakt.

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