FDP-Mitglieder haben entschieden: Landrat Georg Simmen soll Regierungsrätin Barbara Bär beerben

An der Nominationsversammlung der Kantonalpartei bleiben Überraschungen aus. Die FDP Uri setzt auf ein Dreierticket. 

Philipp Zurfluh
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Sie steigen für die FDP Uri ins Rennen für einen Sitz im Regierungsrat; von links: Urs Janett (bisher), Georg Simmen (neu) und Roger Nager (bisher).

Sie steigen für die FDP Uri ins Rennen für einen Sitz im Regierungsrat; von links: Urs Janett (bisher), Georg Simmen (neu) und Roger Nager (bisher).

Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 4. Dezember 2019)

Im Hauptgebäude des Elektrizitätswerks Altdorf hat die FDP Uri am Mittwochabend zur Nominationsversammlung eingeladen. Rund 60 Personen liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Im Zentrum stand die Nomination der Regierungsratskandidaten für die Wahl vom 8. März 2020. Gesundheitsdirektorin Barbara Bär, die seit über sieben Jahren in der Exekutive Einsitz nimmt, tritt nicht mehr zur Wahl an. Als Nachfolger wurde von der FDP-Geschäftsleitung Landrat Georg Simmen aus Realp vorgeschlagen.

Alt Landratspräsident Peter Tresch führte in einer Rede an die Versammlung aus, warum Georg Simmen der geeignete Kandidat sei. Er hatte viel Lob übrig und verglich den Realper mit einem Eishockeyspieler.

«Er geht dorthin, wo es weh tut.»

Er würde auch mal Unpopuläres aussprechen und sei sich nicht zu schade, auch den eigenen Regierungsräten auf den Zahn zu fühlen. Parteipräsident Ruedi Cathry bezeichnete Simmen als «Schaffer». «Man spürt ihn überall. Er kann sehr unbequem sein, aber es braucht solche Leute.»

Es wär der erste Realper im Regierungsrat

Die FDP-Mitglieder nominierten Simmen schliesslich einstimmig. «Ich bringe langjährige Erfahrung aus dem Landrat mit und fühle den politischen Puls», meinte er. Dass mit Roger Nager bereits ein Urschner in der Regierung ist, nimmt er gelassen. «Es war bislang noch nie ein Realper in der Regierung. Ich möchte mich für das Gemeinwohl des Kantons Uri einsetzen.»

Georg Simmen gehört seit zehn Jahren dem Urner Landrat an, ist aktuell als Talschreiber der Korporation Ursern tätig und verfügt über das Urner Anwalts- und Notariatspatent. «Politik soll Spass machen und man soll nicht alles so ernst nehmen», führte er mit einem Augenzwinkern aus. Gemäss dem Slogan «ich kann den Kanton Uri zwar nicht auf den Kopf stellen, aber ich möchte frischen Wind in die Regierung bringen», will er sich beweisen.

Situation bei der Kantonspolizei Uri im Auge behalten

(zf) Die Berichterstattung zu zwei Suspendierungen im mittleren Kader der Kantonspolizei Uri hat die Fraktion der FDP Uri hellhörig gemacht. Auch Parteipräsident Ruedi Cathry ist von verschiedenen Seiten auf die schwierige Situation angesprochen worden. Deshalb liess sich die FDP-Landratsfraktion von Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti und Polizeikommandant Reto Pfister aus erster Hand informieren. «Die Schlüsse, welche in der Führungsebene gezogen wurden, sind im Grossen und Ganzen nachvollziehbar», so Cathry. Politische Schritte seien deshalb derzeit seitens der FDP-Fraktion keine angedacht. Man sei darauf bedacht, das Ganze im Auge zu behalten. «Auf der operativen Ebene muss die Situation aufgearbeitet werden. Die Regierung und auch die staatspolitische Kommission haben ihre Aufsichtsfunktion wahrzunehmen. Allenfalls muss man zu einem späteren Zeitpunkt politische Schritte einleiten», so Cathry.

Anzahl Landratssitze halten oder ausbauen

Ebenfalls einstimmig wurden die beiden bisherigen FDP-Regierungsräte Urs Janett und Roger Nager als Kandidaten nominiert. Die Politiker sind seit 2016 Teil der Regierung. Cathry lobte die beiden Regierungsräte aus den eigenen Reihen: «Urs Janett und Roger Nager haben ihre erste Legislaturperiode bis jetzt mit Bravour gemeistert.» Sie würden die herausforderndsten Direktion führen und einen tollen Job machen. Cathry wies darauf hin, dass man bei der Kandidatensuche auch mit FDP-Frauen das Gespräch gesucht habe. Aber: 

«Die FDP-Geschäftsleitung ist nicht fündig geworden.»

Einstimmig beschloss die Versammlung, dass Urs Janett der nächste Landesstatthalter des Kantons Uri werden soll. Er soll zusammen mit dem designierten nächsten Landammann Urban Camenzind ab 2020 an die Spitze der Urner Regierung vorrücken.

Anzahl Landratssitze halten oder ausbauen

Laut Cathry sollen bei den Landratswahlen vom 8. März 2020 die 18 Sitze gehalten oder gar ausgebaut werden. Es sei jedoch schwierig abzuschätzen, wie sich das neue Wahlsystem (Doppelter Pukelsheim) auswirken werde. «Engagiert, sichtbar und volksnah»: Mit diesen Schlagwörtern will die FDP Uri bei der Bevölkerung punkten. «Wir haben in unserer Partei viele gute Leute. Nun müssen wir alles geben, um unsere Wählerschaft zu mobilisieren.» Am 14. Januar 2020 lanciert die FDP Uri offiziell den Wahlkampf. Am 14. Februar 2020 soll ein grosser Anlass stattfinden, bei dem alle Regierungs- und Landratskandidaten vorgestellt werden.

Mit einer Vorstellung des EWA durch den Vorsitzenden der Geschäftsleitung Werner Jauch wurde die Nominationsversammlung abgeschlossen.

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