Feinbäckerei Hauger übernimmt Beck Uri und Lehn-Beck

Lehn-Beck und Beck Uri werden in die Hauger-Bäckerei integriert. Dies bestätigt Marco Hauger, Inhaber der Hauger-Bäckerei. Beim Personal findet kein Stellenabbau statt. Jedoch wird die Filiale in Erstfeld dicht gemacht.

Christian Tschümperlin
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Die drei grössten Urner Bäckereiunternehmen spannen zusammen. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 3. Juni 2019)

Die drei grössten Urner Bäckereiunternehmen spannen zusammen. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 3. Juni 2019)

Lange war spekuliert worden, wie es mit den Bäckereien im Kanton Uri weitergeht. Nun ist es offiziell: Die Feinbäckerei Hauger übernimmt seine Mitbewerber Beck Uri und Lehn-Beck. Marco Hauger, Inhaber der Feinbäckerei Hauger, macht wirtschaftliche Gründe für die Zusammenführung geltend: «So autonom wie früher sind die Bäckereien nicht mehr sehr zukunftsträchtig», sagt er gegenüber der «Urner Zeitung». Im Verbund mit der Hauger-Bäckerei, der mit 125 Mitarbeitern grössten Bäckerei des Kantons, sollen die beiden kleineren Bäcker eine Grösse und wirtschaftliche Schlagkraft erreichen, die es ihnen ermöglicht, überleben zu können.

Filiale in Erstfeld schliesst Ende Juli

Man wolle durch eine schlanke Administration vor allem Kosten sparen und sich fit machen für den Wettbewerb gegen die Grossverteiler. Marco Herger betont:

«Ohne den Zusammenschluss gäbe es in Amsteg und Silenen vielleicht bald keine Bäckereien mehr, man muss das als Chance sehen.»

Einen Wermutstropfen gibt es aber schon: Die Filiale in Erstfeld an der Schlossbergstrasse von Beck Uri wird per Ende Juli seine Tore schliessen. Die Mitarbeiter werden aber alle von der Bäckerei Hauger übernommen. «Raphaela Tresch wird in Amsteg arbeiten und Fabian Walker in der Produktion in Altdorf», erklärt der Inhaber der Hauger-Bäckerei. Insgesamt sind es rund 60 Personen, die von Lehn-Beck und Beck Uri in die Hauger Bäckerei wechseln.

Marco Hauger:« Branche ist sehr stark unter Druck»

Die Konsolidierung in der Bäckereien-Branche ist seit Jahren im Gang. In der Schweiz sind in den vergangenen zehn Jahren 500 Bäckereien verschwunden. Diese Entwicklung macht auch vor dem Kanton Uri nicht Halt: Der Bestand hat sich innert weniger Jahre halbiert, heute gibt es noch acht Urner Bäckereien. «Die Branche ist sehr stark unter Druck», weiss Hauger. Der Grossbäcker hatte in der Vergangenheit deshalb bereits das Café der Bäckerei/Konditorei Baumann in Andermatt und die Confiserie Danioth in Altdorf übernommen.

Kunde spürt kaum Veränderungen

Am Konzept der verbleibenden Filialen in Amsteg und Silenen soll sich nichts ändern. «Die betroffenen Verkaufsstellen werden nicht Hauger-Produkte, sondern ihre eigenen Produkte anbieten.» Der Kunde werde also keine grosse Veränderung spüren. Nur die wirtschaftliche Gesamtverantwortung wechsle zu Hauger. Allerdings: Die Namen Lehn-Beck und Beck Uri werden teilweise verschwinden. Im Spiel ist der Name «Tell-Beck». Die Bäckereien von Hauger werden weiterhin unter ihrem gewohnten Namen Hauger geführt werden.