Felssturz verschüttet Weg der Schweiz

Zwischen Isleten und Bauen sind rund 20 000 Kubikmeter Fels über den Weg der Schweiz in den Urnersee gestürzt. Personen kamen keine zu Schaden.

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Der Felssturz ereignete sich zwischen der Isleten und Bauen im Gebiet des Harderbandtunnels. (Bild: Leser Roman Diethelm)

Der Felssturz ereignete sich zwischen der Isleten und Bauen im Gebiet des Harderbandtunnels. (Bild: Leser Roman Diethelm)

Am Freitagnachmitag, zirka 16 Uhr, haben sich oberhalb des Harderbandtunnels zwischen Isleten und Bauen rund 20'000 Kubikmeter Fels gelöst. Sie sind aus einer Höhe von zirka 80 Metern über den Weg der Schweiz gedonnert, haben diesen auf einer Länge von rund 80 Metern verschüttet und sind danach im See gelandet. Zum Vergleich: An der Bristenstrasse wurden im März 2003 rund 18'000 Kubikmeter Fels weggesprengt, im Juni 2006 oberhalb der A2 in Gurtnellen rund 10'000 Kubikmeter. Beim Felssturz vom Juni 2012 waren in Gurtnellen knapp 4000 Kubikmeter Fels Richtung SBB-Trassee gedonnert.

Grosse Wellen aufgeworfen

Augenzeuge Roman Diethelm hielt sich zum Zeitpunkt des Felssturzes in Bauen auf. «Ich konnte im Urnersee eine Art Tsunami beobachten», sagte der Altdorfer am Montag gegenüber der Neuen Urner Zeitung. «Das Wasser hob und senkte sich nach dem Ereignis anfänglich um maximal 50 Zentimeter», schildert er das Naturereignis. Diese Aktivitäten hätten sich dann aber bald vermindert. Es seien jedoch noch während längerer Zeit Schwankungen von rund 20 Zentimetern feststellbar gewesen. «Ich hatte im Bootshaus gute Referenzpunkte», erklärt Diethelm seine detaillierten Schilderungen des Vorfalls.

Personen waren vom Vorfall nicht betroffen. «Der unterhalb der Absturzzone gelegene Abschnitt des Wegs der Schweiz ist im Winter jeweils gesperrt», hielt Baudirektor Markus Züst gestern auf Anfrage fest. «Heute (Dienstag; Anm. d. Red.) werden Fachleute vor Ort einen ersten Augenschein vornehmen», so Züst. «Wir wissen zurzeit noch nicht, wie sich die Gefahrensituation genau präsentiert.» Erst nach der Besichtigung könne das weitere Vorgehen festgelegt werden. Und auf die Ursachen des Felssturzes angesprochen, erklärt der Baudirektor: «Die Klimasituation ganz allgemein und das abwechselnd kalte und warme Wetter dürften eine wesentliche Rolle gespielt haben.»

Bruno Arnold