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Feras Dabboura: «Ich wollte das Handwerk von Grund auf lernen»

Feras Dabboura stammt aus Syrien, wo er von seinem Bruder das Sticken von klein auf gelernt hat. Für ihn war immer klar: Er will mit Textilien arbeiten. Jetzt hat er seine Lehre als Bekleidungsgestalter gemeistert.
Monika Burri
Feras Dabboura (27) hat im Lehratelier in Altdorf verschiedenste Bekleidungsstücke nach Mass gefertigt. (Bild: Boris Bürgisser, 27. Juni 2019)

Feras Dabboura (27) hat im Lehratelier in Altdorf verschiedenste Bekleidungsstücke nach Mass gefertigt. (Bild: Boris Bürgisser, 27. Juni 2019)

Stoffe, Stickereien, Farben und Formen, das ist die Welt von Feras Dabboura. Mit dem Abschluss zum Bekleidungsgestalter EFZ hat sich der aus Syrien stammende Mann einen Traum erfüllt:

«Ich wollte das Handwerk von Grund auf lernen, um meine Zukunft möglichst erfolgreich zu gestalten.»

Der Weg zum eidgenössischen Fachausweis war für Dabboura ziemlich aufwendig. Vor sieben Jahren floh er mit seinen Eltern, die einen Stickereibetrieb führten, nach Ägypten. Dabboura lebte zwei Jahre in Kairo und versuchte dort, in der Textilbranche Fuss zu fassen, ohne Erfolg. Klar, dass der Syrer die Chance in der Schweiz packen wollte und mit viel Engagement hier sein Leben startete. «Ich wollte so schnell wie möglich die Sprache und die Kultur kennen lernen», so Dabboura. Hilfreich war dabei sicher, dass er mit jungen Menschen in einer WG lebt. Heute spricht er fliessend Schweizerdeutsch mit leichtem Akzent und versteht auch spezifische Dialektausdrücke.

Zielstrebig durch die Ausbildung

Anfänglich arbeitete der 27-Jährige in verschiedenen Bereichen als Hilfskraft. Da er bei seinem Bruder das Sticken von klein auf gelernt hatte, wollte er unbedingt wieder mit Textilien arbeiten. Er fand eine Lehrstelle als Bekleidungsgestalter, und alles schien gut zu laufen. «Nach einem Jahr musste ich feststellen, dass ich nichts lernte, sondern nur monotone Arbeiten erledigen musste.» Darum bewarb er sich im zweiten Lehrjahr beim Lehratelier Uri und wurde angenommen. Endlich war er am richtigen Ort: Atelierleiterin Gerda Walker und ihr Team seien immer bereit gewesen, seine unzähligen Fragen zu beantworten. Die zukünftigen Bekleidungsgestalter lernen im Atelier während dreier Jahre das Schneidern von Kleidern nach Mass. Zur Ausbildung gehören unter anderem auch das Ausmessen und Schnittmusterzeichnen sowie die umfassende Materialkunde.

Eine Menge Pläne für die Zukunft

Nun ist die Ausbildungszeit des frischgebackenen Bekleidungsgestalters abgeschlossen. Feras Dabboura sprudelt förmlich vor Ideen, was er in Zukunft alles machen möchte. Er erklärt:

«Schön wäre, wenn ich meine Stickkenntnisse auch in der Schweiz einsetzen könnte. Meine in Syrien gelernte Technik kommt aus Frankreich und ist hier nicht sehr bekannt.»

Sein grosser Traum ist zudem, die Herstellung von Kleidern in der Schweiz wieder beliebt zu machen. «Kleider, made in Switzerland, wären doch genauso geeignet als hochwertige Exportartikel wie Schweizer Uhren», meint er lachend. Wenn die Diplomfeier vorbei ist, beginnt der junge Berufsmann mit der Stellensuche.

«Ich freue mich, als Fachmann arbeiten zu können und gleichzeitig meine Projekte zu verfolgen.»

Kann man sich schon bald auf die erste Kollektion von Feras Dabboura freuen? «Möglichst bald wäre natürlich perfekt – am liebsten mit ganz vielen Stickereien.»

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