Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FERIEN: Urner flüchten in sichere Gebiete

Der arabische Raum und die Türkei werden gemieden. Im Trend sind bei den Urnern nördliche Gegenden. Viele zieht es aber immer noch in den Süden – nach Spanien oder Portugal.
Florian Arnold
Die Badeferien verschieben sich von der Türkei eher Richtung Westen – oder gar Übersee, wie hier in New England. (Bild: Keystone/Robert F. Bukaty)

Die Badeferien verschieben sich von der Türkei eher Richtung Westen – oder gar Übersee, wie hier in New England. (Bild: Keystone/Robert F. Bukaty)

Florian Arnold

Die politische Lage auf der Welt ist angespannt. Die Angst vor Terrorismus und Flüchtlingsströmen war auch bei den Urnern zu spüren – zumindest was die Ferien betrifft. «Die ersten zwei, drei Monate sind, verglichen mit anderen Jahren, zurückhaltend vorübergegangen», sagt Jörg Keller vom Idea-Reisebüro in Altdorf. «Seit April spüren wir aber erfreulicherweise ein Nachholbedürfnis.» Die allgemeine Angst habe sich mittlerweile etwas gelegt, glaubt er. «Es gibt aber auch Familien, die sich entschieden haben, dieses Jahr zu Hause zu bleiben», weiss Keller.

Regenwetter weckt Lust am Reisen

Ähnliche Erfahrungen hat auch Karin Wiget von der Reisestube Altdorf gemacht. Mittlerweile sei das Geschäft wieder angelaufen. «Das Regenwetter hat nun bei den Leuten die Lust aufs Reisen wieder geweckt», glaubt die Reisefachfrau. Doch aufgrund der politischen Geschehnisse seien Reisen in die Südtürkei – ansonsten ein sicherer Wert bei Familien – bis anhin sehr schlecht verkauft worden. Die jüngsten Entwicklungen dürften sich ebenfalls nicht gerade förderlich auf das Türkei-Geschäft auswirken. Stattdessen habe es einen Run auf die Balearen gegeben. «Da ist für Familien mittlerweile alles ausgebucht», so Wiget. Ähnlich sieht es mit Kroatien-Reisen aus, wo es praktisch keine freien Hotels mehr gibt.

«Den Flüchtlingsströmen möchten viele in den Ferien nicht unbedingt begegnen», sagt auch Claudia Ulrich vom Reisebüro Hauger, Altdorf. «Wir gehen natürlich auf die Kunden ein und steuern sie eher in die unproblematischeren Gegenden», so Ulrich. So waren beim Reisebüro Hauger gerade Portugal, die Kanarischen Inseln oder die Balearen sehr gefragt. «Wir weisen aber unsere Kunden auch darauf hin, dass die Ängste oft unbegründet sind. Denn in den Tourismusdestinationen wird man nicht mit den Flüchtlingen in Kontakt kommen», sagt die Fachfrau.

Jetzt hat man die Strände für sich

Aus demselben Grund glaubt nun auch Karin Wiget, dass sich im Last-Minute-Geschäft doch noch einige Kunden für Reisen in den Südosten Europas entscheiden werden. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Südtürkei lässt sich einfach nicht auf andere Destinationen übertragen», gibt sie zu bedenken. Gute Angebote gibt es aber auch für Griechenland, das auch mit dem Flüchtlings-Image zu kämpfen hat. «Einzelne Strände hat man momentan fast für sich», so Wiget.

Neben den typischen Badedestinationen sei jedoch noch ein anderer Trend festzustellen. «Ein richtiger Renner sind in letzter Zeit Reisen in skandinavische Länder sowie Island und Irland», so Wiget. Das stellt auch Jörg Keller fest, dessen Reisebüro sich unter anderem auf Kreuzfahrten spezialisiert hat. «Alle wollen offenbar der isländischen Fussballmannschaft zujubeln», scherzt Keller. Effektiv würden aber viele Reedereien ihre Schiffe im Norden positionieren. «Gerade Kunden, die vielleicht schon ein-, zweimal im östlichen und im westlichen Mittelmeer auf einer Kreuzfahrt waren, probieren nun einmal den Norden aus.»

Ungebrochen bleibt die Faszination USA. «Diese Reisen werden meist von langer Hand geplant», so Keller. Deshalb gebe es kaum Annullationen. «Irgendwie fühlt man sich weiter weg manchmal sicherer», mutmasst er. Kurzentschlossenen rät er, sich im näheren Ausland umzusehen. «In Deutschland oder in der Normandie gibt es wunderschöne Flecken, die man vielleicht noch nicht kennt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.