Ferienpass: Urner Schüler zeigen sich fleissig wie die Honigbienen

Interessierte Kinder besuchten am Montagnachmittag im Urner Ferien(s)pass den Lernbienenstand in Silenen. Dabei kamen sie dem beflügelten Tierchen und dessen Lebensweise näher.

Nino Gisler
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Nina Indergand untersucht Brutstation des Lernbienenstands in Silenen.

Nina Indergand untersucht Brutstation des Lernbienenstands in Silenen.

Bild: Nino Gisler (5. Oktober 2020)

Mit Imkerschleier begibt sich Nina Indergand Richtung Brutstation der Bienen, langsam tastet sie sich an die farbigen Kästen heran. Einige wagemutige Jungs sind ihr aber schon zuvorgekommen. Die unzähligen Kinderaugen bestaunen das Treiben der fleissigen Tierchen aus nächster Nähe. Der Blick von aussen müsse reichen, denn «die Aussentemperaturen lassen es nicht zu, den Brutkasten von innen zu öffnen», sagt Imker Hansruedi Fedier. Mit seiner Frau Bernadette Fedier, die zudem Präsidentin des Vereins Urner Bienenfreunde ist, führt der Bristner im Urner Ferien(s)pass durch den abwechslungsreichen Nachmittag, der ganz im Zeichen der fleissigen Honigbienen steht.

«Bienen machen nicht nur Honig fürs Zmorgenbrötli», so steht es auf der Einladung zum Angebot, dem rund zehn Kinder gefolgt sind. Der Lernbienenstand in Silenen ist der Schulungsraum für angehende Imker sowie das Vereinslokal der Urner Bienenfreunde zugleich. Die Kinder hören genau hin, wenn Hansruedi Fedier von der Lebensweise der Honigbienen erzählt. So zeigt er anhand von Bildern auf, dass es drei Arten von Bienen gibt: die weiblichen Arbeiterinnen, die männlichen Drohnen und die Bienenkönigin. «Um die Bienenkönigin in der Brutstation leichter ausfindig zu machen, wird sie mit einem weissen Punkt auf dem Rücken gekennzeichnet». Im Gegensatz zu den Larven werden Bienenköniginnen über die gesamte Dauer des Larvenstadiums mit einem aus den Kopfdrüsen von Bienen hergestellten Futtersaft, dem Gelée royale, ernährt. Die einzige Aufgabe der Königin sei es, Eier in die unzähligen Zellen der Bienenwabe zu legen. Fedier verdeutlicht auf humorvolle Weise:

«Die Bienenkönigin ist eine reine Eierlegemaschine.»

Ein starkes Volk zählt an die 50'000 bis 60'000 Bienen. «An einem Tag kann die Bienenkönigin bis zu 3000 Eier legen».

Weiter führt Fedier aus, dass Bienen sehr wichtig seien für die biologische Artenvielfalt: «Erst durch die Bestäubung von Blüten können bei vielen Arten Früchte wachsen, sodass es viele Obst- und Gemüsesorten ohne bestäubende Bienen nicht gäbe.»

Doch die Bienen sind bedroht, in den letzten Jahren starben etwa 30 Prozent aller Bienenvölker. Einer der Gründe dafür sind Viren und Krankheitserreger, die sich rasant in den Bienenvölkern verbreiteten, so Fedier.

Leckere Bienenwachskerze zum Selbermachen

Mit einem grossem Rucksack voller Wissen in Bienenfachkunde machen sich die Kinder ran an die Herstellung einer Kerze aus Bienenwachs, die nach leckerem Honig riecht. Eifrig rollt Nina ihr rechteckiges Wachsstück zu einer Kerze. «Es ist schon ein bisschen schwierig», gibt sie zu. Das Endprodukt lässt sich aber sehen, sichtlich stolz verziert sie ihre eigens hergestellte Kerze mit einer künstlichen Ansteckbiene. Nico Arnold hat noch einen anderen Verwendungszweck der Kerze herausgefunden. Genüsslich kaut er auf einem Stück Bienenwabe herum. «Der Verzehr von Bienenwachs ist unbedenklich», versichert Hansruedi Fedier schmunzelnd.

Bernadette Fedier, Präsidentin Verein Urner Bienenfreunde, unterstützt die Kinder bei der Herstellung einer Kerze aus Bienenwachs.

Bernadette Fedier, Präsidentin Verein Urner Bienenfreunde, unterstützt die Kinder bei der Herstellung einer Kerze aus Bienenwachs.

Bild: Nino Gisler (Silenen, 5. Oktober 2020)

Rege genutzt wird auch das Mikroskop, unter welchem die Jungforscher die Bienen genauer untersuchen können. Die Härchen und Flügel des kleinen Insekts faszinieren sie sehr. «Wichtig für die Kinder ist, dass sie auch etwas anfassen und ausprobieren können», weiss Hansruedi Fedier. Trotzdem: Theorie müsse auch sein, um Zusammenhänge besser verstehen zu können.

Unter einem Mikroskop werden die Bienen von den Jungforschern noch genauer begutachtet.

Unter einem Mikroskop werden die Bienen von den Jungforschern noch genauer begutachtet.

Bild: Nino Gisler (Silenen, 5. Oktober 2020)

«Ich habe mich für dieses Angebot angemeldet, da ich Bienen gerne habe – und es hat sich gelohnt», resümiert Nico. Auch den anderen Kindern hat der Bienenkurs sehr gefallen, das Highlight sei klar die Herstellung der Bienenwachskerze gewesen.

Urner Ferienpass zu Gast bei der Kantonspolizei Uri

Rund 90 Kinder durften am Montag im Rahmen des Urner Ferienpasses spannende Einblicke in die Polizeiarbeit erhalten. So durften die Kinder neben dem Polizeiboot die verschiedenen Polizeifahrzeuge wie Motorrad, Patrouillenfahrzeuge und Gefangenenbus betreten. Höhepunkt war dabei sicherlich das Ein- und Ausschalten von Blaulicht und Sirene. Zusätzlich wurde den Kindern die Spurensicherung mittels Spezialpulver gezeigt.

Lua, Polizistin auf vier Pfoten, brachte die Kinderaugen zum Leuchten. Die Kinder konnten miterleben, wie ein Polizeihund eine Fährte erschnüffelt, einen Parcours absolviert oder einen vermeintlichen Einbrecher jagt.

Für die Mädchen und Buben war der Tag bei der Kantonspolizei Uri ein besonderes Erlebnis. Für die Polizistinnen und Polizisten bot der Ferienpass ebenfalls eine gelungene Abwechslung zum ernsten Polizeialltag. (pd)


Ferienpass-Kinder tauchen ein in die Welt der Kantonspolizei Uri.

Ferienpass-Kinder tauchen ein in die Welt der Kantonspolizei Uri.

Bild: PD