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FERNSEHEN SRF: «So habe ich es mir erträumt»

Wisu Kempf hat die Woche als Säumer hinter sich. Trotz der Strapazen hat er es noch keine Sekunde bereut, drei Wochen Ferien geopfert zu haben.
Bruno Arnold
Wisu Kempf hat den ersten Teil seiner Zeitreise hinter sich. (Bild: Fernsehen SRF)

Wisu Kempf hat den ersten Teil seiner Zeitreise hinter sich. (Bild: Fernsehen SRF)

Bruno Arnold

Am vergangenen Montag sind Wisu Kempf, Thomas Carenini, Katharine Müller, Marlies Longatti und Anna von Wyl zusammen mit Maultierbesitzer Hansueli Weber in Flüelen gestartet. Für «Schweiz aktuell am Gotthard» von Fernsehen SRF haben sie als Säumer den beschwerlichen Weg über den Gotthard unter die Füsse genommen und gestern das Ziel in Giornico erreicht.

«Ein paar Tränchen weggewischt»

«Einer der Höhepunkte war sicher die Ankunft auf dem Gotthardpass», sagt Anna von Wyl. «Vor lauter Freude habe ich sogar ein paar Tränchen wegwischen müssen», gesteht sie. Aber nicht etwa, weil links und rechts Hunderte von Zuschauern Spalier standen, als sie mit ihren schwer bepackten Maultieren den höchsten Punkt ihrer Zeitreise in den Süden erreichten, sondern weil der Gotthard für sie «die Nabelschnur zu ihrer früheren Heimat» darstellt. Anna von Wyl ist in Brunnen aufgewachsen und lebt heute im bündnerischen Calanda­tal. «Der Gotthard ist einfach etwas Spezielles, ich liebe ihn, ob im Sommer oder im Winter», sagt sie beim kurzen Gespräch mit unserer Zeitung auf dem Gotthardpass. «Der Neat-Basistunnel ist zwar ein technisches Meisterwerk», sagt die 72-Jährige. «Aber in die Vergangenheit einzutauchen, den Alpenpass auf verschiedenste Weisen zu bezwingen, das ist halt wirklich etwas Besonderes», betont sie. «Für eine Sendung, in der ich viel von mir persönlich hätte preisgeben müssen, hätte ich mich nie beworben.» Und dann wird sie nachdenklich: «Es gibt so viele negative Sachen auf dieser Welt. Wenn wir mit ‹Schweiz aktuell am Gotthard› dazu beitragen können, dass sich die Zuschauer am Abend fast eine halbe Stunde lang etwas Gefreutes zu Gemüte führen können, dann bin ich zufrieden», erklärt sie.

Viel Lob für Urner Mitstreiter

Auf ihren Urner Mitstreiter Wisu Kempf angesprochen, gerät sie richtiggehend ins Schwärmen: «Wisu ist einfach genial!», lobt sie den 56-jährigen Altdorfer. «Er ist immer aufmerksam und nimmt einem die schwersten Lasten ab. Und seit er mir unterwegs einen Wanderstab ‹zwägg greiset› hat, fallen mir auch die Aufstiege bedeutend einfacher.»

Kempf selber zeigt sich auf dem Gotthard ebenfalls hell begeistert: «Das Erlebnis verläuft so, wie ich mir das eigentlich nur erträumen konnte», sagt der Altdorfer. «Wir sind sensationell gestartet. Das Wetter, die Gruppe: Es stimmt einfach alles, auch wenn eine Mitstreiterin physisch etwas angeschlagen ist.» Die Kleider gäben zwar ein bisschen heiss, dafür hätten die «Brämä» keine Chance, bis auf die Haut vorzudringen. Und sogar den alten «Trigüüni­schüäh» weiss er trotz Blasen an den Füssen etwas Positives abzugewinnen: «Ich bin nicht sicher, dass es mir mit meinen eigenen Wanderschuhen viel besser gegangen wäre.» Dass er zudem – im Gegensatz zu seinen Mitstreitern – im Freien schlafe, habe nichts mit Etwas-beweisen-Wollen zu tun: «Ich möchte die Zeitreise einfach wie damals erleben, mit allen Facetten.»

Schöllenen war am härtesten

Als bisher härtesten Brocken habe er die Schöllenen erlebt: «Die Hitze und die steilen Passagen haben dazu geführt, dass der Schweiss unaufhörlich geronnen ist», sagt Kempf auf dem Gotthardpass. Gestaunt hat er vor allem über die Maultiere: «Die haben einen unbändigen Arbeitswillen, sie laufen und laufen und laufen, einfach super!» Und was vermisst er als «Säumer» am meisten? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Eine Dusche und eine Uhr, obwohl ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe, mich an der Sonne zu orientieren. Wenn es «stiärdickä Nääfu› hätte, würde es schwieriger», meint er mit einem Lachen. «Und vielleicht wäre dann die Stimmung in der Gruppe auch nicht derart super.» Und was die Dusche angeht: «Auf dem Gotthardpass hat es ja einen See», freut er sich auf das geplante eiskalte Bad.

Dass er – zumindest unterwegs – vom aktuellen Weltgeschehen nichts mitbekommt, stört ihn hingegen kaum: «Es ist gar nicht schlecht, wenn man einmal nicht zu viel weiss.» Diskussionsstoff hätten sie in der Gruppe trotzdem: das Wetter, die Tiere, die eigene Familie oder auch mal die Politik. «Es ist aber auch befriedigend, beim Laufen für einmal einfach den eigenen Gedanken nachhängen zu können.» Auf jeden Fall habe er es noch keine Sekunde bereut, für die Fernsehsendung drei Wochen Ferien geopfert zu haben.»

Velo dürfte strapaziös werden

Am Wochenende dürfen sich die «Fernsehstars» etwas ausruhen. Doch in der kommenden Woche folgen schon die nächsten Aufgaben. Immerhin warten dann Routen und Reisearten auf die Gruppe, für die Transportmittel mit Rädern vorgesehen sind. Die Postkutsche und der Dampfzug versprechen dabei angenehmeres Reisen als bisher. Die Etappe mit dem Velo dürfte jedoch erneut eine körperliche Herausforderung werden.

Auch das Fernsehteam musste einige Strapazen auf sich nehmen. (Bild Bruno Arnold)

Auch das Fernsehteam musste einige Strapazen auf sich nehmen. (Bild Bruno Arnold)

Die Reise der Säumer begann am vergangenen Montag in Flüelen. (Bild: Fernsehen SRF)

Die Reise der Säumer begann am vergangenen Montag in Flüelen. (Bild: Fernsehen SRF)

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