FERNSEHEN: Urnerboden wird zum Seriendorf

Nach den Erfolgen mit «Der Bestatter» produziert SRF eine neue Krimiserie. Ein Bauprofil für ein Tourismusresort, das in der Serie als Kulisse dient, sorgt auf dem Urnerboden aktuell für Gesprächsstoff.

Elias Bricker
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Die beiden Hauptdarsteller, Marcus Signer als Manfred Kägi und Sarah Spale-Bühlmann als Rosa Wilder, müssen auf dem Urnerboden einen komplizierten Fall lösen. (Bild: SRF (Urnerboden, 2016))

Die beiden Hauptdarsteller, Marcus Signer als Manfred Kägi und Sarah Spale-Bühlmann als Rosa Wilder, müssen auf dem Urnerboden einen komplizierten Fall lösen. (Bild: SRF (Urnerboden, 2016))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Rund 4,2 Millionen Franken kostet die neue Dienstagsabend-Krimiserie des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF) mit dem Titel «Wilder». Geplant sind sechs Folgen zu je 60 Minuten. Sie sollen im Jahr 2018 während der besten Sendezeit über die Fernsehbildschirme flimmern. «Wilder» wird quasi das Nachfolgeformat von «Der Bestatter». Diese Serie hat SRF bisher Traumquoten beschert, und die fünfte Staffel läuft demnächst an.

Die Dreharbeiten für die neue Serie haben bereits begonnen. Gefilmt wird in Zürich, in Glarus sowie auf dem Urnerboden. Die ersten Aufnahmen wurden dort bereits vom 23. November bis am 11. Dezember gemacht. Schon in Kürze werden die Dreharbeiten fortgesetzt. Sie dauern bis Ende März 2017.

Investor à la Sawiris steht im Zentrum

Der Urnerboden wird zwar in der Serie nicht so genannt, spielt aber als fiktives Dorf in der Krimiserie eine Schlüsselrolle. Denn die Siedlung rund um die Kirche stellt ein Bergdorf à la Andermatt dar, in dem ein arabischer Investor wie Samih Sawiris ein umstrittenes Ferienresort plant. Das Resort und der arabische Investor seien aber die einzigen Parallelen zum Urserntal, betonen die Produktionsverantwortlichen unserer Zeitung gegenüber.

Zum Inhalt: In der Serie verschwindet kurz vor Baubeginn die Tochter des Investors spurlos. Kantonspolizistin Rosa Wilder, die im Ort aufgewachsen ist, und der Bundeskriminalbeamte Manfred Kägi sollen den Fall lösen. Dabei stossen sie auf ein dunkles Geheimnis, das seit Jahren in der Talschaft gärt – und mehr mit Polizistin Wilders eigener Geschichte zu tun hat, als ihr lieb ist.

Urnerboden wirkt «unverbraucht»

«Der Urnerboden ist geradezu ideal für diese Produktion», hält Urs Fitze, SRF-Bereichsleiter Fiktion, auf Anfrage fest. Die Natur und vor allem die majestätischen und mächtigen Bergkulissen spielen in der Serie eine zentrale Rolle. «Der Ort darf in der Serie touristisch nicht zu sehr erschlossen sein», so Fitze weiter. Und gleichzeitig müsse für die Zuschauer glaubhaft werden, dass hier ein grosses Resort entstehe, das Chancen auf Erfolg habe. «Kommt hinzu, dass diese Gegend bislang kaum für Filmarbeiten genutzt wurde und nur schon deshalb sehr unverbraucht wirkt», sagt Fitze. Zudem seien auf dem Urnerboden nur wenige Kulissen nötig. Lediglich der Aussenbereich eines Bildhauerateliers müsse gestaltet werden. «Im Grossen und Ganzen wollen wir den Ort genau so, wie er ist», sagt Fitze. Ein «Detail» sorgt allerdings bei Einheimischen und Touristen auf dem Urnerboden momentan doch für einigen Gesprächsstoff. Für die Dreharbeiten wurden auf der grössten Schweizer Kuhalp bereits die Bauprofile für das fiktive Tourismusresort aufgestellt.

Auf dem Urnerboden freut man sich aber auf die Dreharbeiten. Die Bewohner erhoffen sich für ihr Dorf nicht zuletzt wegen der natürlichen Kulissen zusätzliche touristische Publizität und einen höheren Bekanntheitsgrad. «Ein solches Projekt bringt immer etwas», ist Markus Walker, der Wirt des Gasthauses Urnerboden, überzeugt. Der zur Gemeinde Spiringen gehörende Ortsteil Urnerboden war übrigens erst im Sommer Drehort für eine Migros-Werbekampagne.

Die Hauptrollen in «Wilder» übernehmen Marcus Signer («Der Goalie bin ig») und Sarah Spale-Bühlmann («Nachtzug nach Lissabon»). In weiteren Rollen sind unter anderem Sabina Schneebeli («Die Direktorin»), László I. Kish (früherer «Tatort»-Detektiv), Andreas Matti («Fascht e Familie»), Jonathan Loosli («Dinu») oder Emanuela von Frankenberg («Ums Himmels Willen») zu sehen. Zudem steht Christian Kohlhund («Die Schwarzwaldklinik») seit langem wieder einmal in der Schweiz vor der Kamera. Regie führt Pierre Monnard («Recycling Lily»).

Die neue Krimiserie ist eine Co-Produktion von SRF, Pan­image GmbH und C-Films AG. Letztere hat in den vergangenen Jahren vor allem mit «Grounding» und «Schellen-Ursli» für filmische Ausrufezeichen gesorgt.