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Festschrift beleuchtet Melioration in der Reussebene Uri

Die Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund gibt sie im Herbst eine Festschrift heraus. Zudem soll ein Jubiläumsanlass steigen.
Urs Hanhart
Die Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri kümmert sich um die Entwässerung des Talbodens. (Bild: Urs Hanhart (5. April 2019))

Die Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri kümmert sich um die Entwässerung des Talbodens. (Bild: Urs Hanhart (5. April 2019))

An der 100. ordentlichen Jahresversammlung der Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri (MGR), die am Donnerstag in Altdorf abgehalten wurde und der 20 stimmberechtigte Genossenschafter und zehn Gäste bewohnten, stand der runde Geburtstag im Zentrum, beziehungsweise wie dieser gefeiert wird. Präsident Anton Marty präsentierte den Versammelten ein mehrgleisiges Konzept, das allerdings erst provisorischen Charakter hat. Klar ist, dass eine Fest- oder Jubiläumsschrift in Auftrag geben wird. Verfasst wird sie vom Historiker Elias Briker, der im Anschluss an die GV ein Referat über die Anfänge der MGR hielt. «Diese Schrift werden wir voraussichtlich im Herbst im Rahmen eines Events vorstellen. Denkbar ist ein Tag der offenen Tür im Pumpwerk», verriet Marty. 15000 bis 20000 Franken will die Genossenschaft für das Jubiläum aufwenden.

«Witterungs- wie auch unterhaltsmässig dürfen wir von einem ordentlichen Genossenschaftsjahr 2018 sprechen», sagte Marty in seinem Jahresbericht. «Der Wasserstand im Giessen ist auf einem guten Niveau, was unser Pumpwerk entlastet. Der Unterhalt im Pumpwerk hat sich auf kleinere Arbeiten beschränkt.» Ein Blitzeinschlag habe dank der Schutzanlage für die Elektronik nur einen geringen Schaden angerichtet. Der Präsident ging auch kurz auf den Rückbau der Neat-Baustelle ein. Dieser sei 2018 mehrheitlich abgeschlossen worden. An einer Schlussbesprechung mit der Alptransit AG seien die pendenten Schäden, die durch die Bautätigkeit am Drainage-Netz entstanden seien, aufs Tapet gebracht worden. Diese würden nun im Verlaufe dieses Jahres im Auftrag der Alptransit AG durch die MGR behoben.

Die Jahresrechnung 2018 verzeichnete einen Verlust von rund 5300 Franken. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag rund 13000 Franken betragen. Das Eigenkapital der MGR beläuft sich derzeit auf rund 977000 Franken.

Projekt Grundlagenbeschaffung ist angelaufen

An der GV 2018 war ein Kreditantrag von 650000 Franken für das Projekt Grundlagenbeschaffung bewilligt worden. Mit diesem Geld soll der Zustand des fast 100-jährigen Leitungssystems aufgenommen und analysiert werden. Die Arbeiten umfassen neben der Zustandsaufnahme der Leitungen durch Kanalfernsehaufnahmen auch Spülarbeiten. Zudem soll die Lage der Leitungen genau eruiert sowie in einem Datensystem erfasst und verwaltet werden. In einem weiteren Schritt ist beabsichtigt, das System zu entflechten und falls möglich Siedlungsgebiete aus dem Perimeter zu entlassen. Marty wies darauf hin, dass im Verlaufe des letzten Jahres der Werkvertrag mit der ausführenden Unternehmung abgeschlossen worden sei. Die Feldarbeiten hätten inzwischen begonnen. Das Projekt ist in mehrere Etappen unterteilt und wird sich über drei bis vier Jahre erstrecken. Heuer werden in die Arbeiten 140000 Franken investiert.

Der Altdorfer Gemeindepräsident Urs Kälin unterstrich, dass die MGR eine sehr wichtige Arbeit leiste. Die Werke seien zwar wenig sichtbar, hätten jedoch viele Schnittstellen mit den Gemeinden. Berührungspunkte gebe es unter anderem bei der Siedlungsentwässerung und beim Dorfbach. Zum Jubiläum sagte Kälin: «Ich finde es sehr erfreulich, dass die Herausgabe einer Festschrift geplant ist. Es ist immer wertvoll, wenn sich solche Organisationen mit der eigenen Geschichte befassen. Heutzutage ist dies keine Selbstverständlichkeit mehr.»

Zahl der Genossenschafter hat sich vervielfacht

In einem Referat mit dem Titel «Das Sumpfland seinem ungünstigen Zustand entrissen» befasste sich Historiker Elias Bricker mit den Anfängen der MGR. Früher war die Reussebene vor allem eine Ried- und Sumpflandschaft. Während des Ersten Weltkriegs gab es eine Lebensmittelknappheit, weshalb der Bund Geld sprach, um Sumpf- in Landwirtschaftsland umzuwandeln. Daraufhin wurde dank dieser Subventionen im Gebiet zwischen Erstfeld und Flüelen viel in die Entwässerung investiert. Das Ziel bestand darin, Uri bei der Lebensmittelversorgung von anderen Kantonen unabhängig zu machen. «Zu Beginn zählte die MGR nur rund 200 Genossenschafter. Heute ist jeder, der im Talboden eine Liegenschaft besitzt, auch Genossenschafter. Mittlerweile sind es mehrere Tausend. Aber nur wenige wissen überhaupt, dass sie Genossenschafter sind», erklärte Bricker.

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